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Griechenland: Das soll der Aufschwung sein?

Gepostet von am 14 Feb, 2014 in Europa | Keine Kommentare

Griechenland: Das soll der Aufschwung sein?

Im Verlauf der Schuldenkrise hat man viel über Griechenland gehört. Meistens ging es darum, dass es dem Land bessergeht, dass es der Wirtschaft bessergeht und dass die Politik positive Signale empfängt. Gleichzeitig hörten aber die negativen Meldungen nicht auf. Das passt so gar nicht zusammen. Derzeit wird eine Arbeitslosenrate von 28 % gemeldet. Sieht so ein Aufschwung aus?

Ein angeblicher Aufschwung, der nicht von Arbeitsmarkt getragen wird, ist kein echter Aufschwung. Es fällt schwer, sich mit Brüssel und der griechischen Regierung zu freuen, wenn 61 % der Jugendlichen keine Arbeit haben. Diese Menschen bekommen von einem Aufschwung nichts mit.

Ein Unternehmen könnte alle seine Mitarbeiter entlassen, hätte dadurch null Personalkosten und könnte vorübergehend Profite ausweisen. Gleichzeitig hätte er aber niemanden, der sich um die Betriebsprozesse kümmert. Kurzfristige (Schein-) Erfolge sind nicht von Dauer. Es gilt also, hinter die Fassade zu blicken. Solch ein undeutliches Bild erhält der Betrachter im griechischen Fall. Die Erfolgsmeldungen sind nicht glaubwürdig. Woher sollte ein Aufschwung auch kommen?

Das Land hat keine Wirtschaft, die diversifiziert ist. Das heißt, sie kann nicht Autos verkaufen, und wenn das nicht gut läuft, dann Maschinen oder gar auf eine dritte Branche ausweichen, wenn sich die Nachfrage ändert. Griechenland hat zudem keine international konkurrenzfähigen Produkte. Sie verkaufen Fetakäse, Ouzo und griechisches Olivenöl. Das wars schon.

Im Umkehrschluss heißt das, dass das Land den Binnenmarkt beliefert. Und da kommen die Arbeitslosen ins Spiel. Wenn die griechischen Unternehmen ins eigene Land verkaufen, wer soll dann ihre Waren und Güter kaufen? Jemand, der arbeitslos ist, wird zusehen, dass er nur das Nötigste kauft. Jedenfalls, wenn er noch über Erspartes verfügt. So kann ein Aufschwung nicht funktionieren.

Ein Aufschwung ist erst dann echt, wenn der Arbeitsmarkt sich ebenfalls bessert. Wenn es der Wirtschaft dauerhaft bessergehen soll, dann braucht diese Arbeitskräfte, die die bestellten Waren produzieren bzw. die entsprechende Dienstleistung liefern.

Da hilft es auch nichts, auf Modernisierungsmaßnahmen zu verweisen, dass vielleicht griechische Unternehmen jetzt mit weniger Mitarbeitern das Gleiche herstellen können, oder dass Roboter die Arbeit übernehmen. Da das Land seine hergestellten Güter nur im Inland verkaufen kann, wird kaum jemand (weil keine Arbeit) diese erwerben können.

Nein, in Griechenland hat sich die Lage nicht gebessert und wird sie wohl auch nicht. Trotz aller Jubelmeldungen der Politik will so recht keine positive Laune aufkommen. Spätestens, wenn Griechenland einen neuen Schuldenschnitt verkünden muss, werden alle wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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