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Aktien: Steigen Kurse, weil Geld weniger wert wird?

Gepostet von am 14 Feb, 2014 in Börse | Keine Kommentare

Aktien: Steigen Kurse, weil Geld weniger wert wird?

Wenn Produkte im Preis steigen, ohne dass sich an der Ware etwas verändert, dann ist das eine Teuerung, auch Inflation genannt. Wenn Aktienkurse steigen, ohne dass sich an der fundamentalen Lage einer Aktiengesellschaft etwas verändert, dann haben wir die gleiche Ausgangslage. Es muss mehr Geld für eine Aktie auf den Tisch gelegt werden, um das gleiche Wertpapier zu erwerben. Wenn die Mehrheit der Aktienkurse auf diese Weise steigt, spricht man von einer Inflationshausse.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Börsen vom Wohl und Leid des billigen Geldes abhängen. Schon allein die (positive) Ankündigung von geldpolitischen Maßnahmen lässt Anleger vor Freude strahlen und Aktien kaufen. Solange neues Geld nachkommt, ist genug Kapital vorhanden, um jeden geforderten Preis am Markt zu bezahlen. Dabei wird nicht die Aktie mehr wert, sondern das Geld weniger.

Die Hausse an den Börsen trägt sich selbst. Jeder Anstieg wird durch einen neuen abgelöst. Das führt zur selbsterfüllenden Prophezeiung, nämlich, dass ein Kauf von Aktien gut ausgeht. Also kaufen immer weitere Anleger immer mehr Aktien mit der immer derselben Hoffnung, die Kurse mögen weiter steigen. Diese Käufer bekamen in der Vergangenheit recht, denn die Kurse sind gestiegen.

Jetzt glauben viele Anleger, sie hätten mit einer Aktie etwas Werthaltiges in der Hand. Etwas, was im Preis gestiegen ist. Nur weil der Preis höher ist, ist jedoch der Wert der Aktie nicht gestiegen. Wenn morgen die Anleger dieses Wertpapier nicht mehr haben wollen, dann ist es schnell vorüber mit „hohen“ Depotvolumen.

Die Aktionäre haben es sich an der Börse gemütlich gemacht. Aktienkurse steigen wie von selbst, man braucht nicht mal mehr etwas zu tun. Kaum jemand interessiert sich noch für die Geschäftsentwicklung einer Aktiengesellschaft. Es findet sich immer jemand, der bereit ist, auf dem aktuellen Niveau Aktien zu kaufen und das führt schlussendlich zu mehr Nachfrage und damit zu höheren Kursen.

Es ist nicht neu, dass sich die Aktienkurse von der Realität abgekoppelt haben. Es ist auch nicht neu, dass keine wirklichen Korrekturen an der Börse zugelassen werden. Die Kurse wirken wie abgehoben, wie fremd. Solange die Käufer recht behalten, dass ein Aktienkauf richtig war, solange werden sie weiter kaufen.

Im Moment ist das Geld bei den kapitalstarken Investoren vorhanden. Dabei macht es dieser Anlegergruppe nichts aus, ob das Geld eigenes oder kreditfinanziert ist. In den USA haben die Wertpapierkäufe auf Kredit einen neuen Rekordstand erreicht. Am Ende zählt nur noch der Preisanstieg der Aktie, alles andere wird ignoriert. Auch Risiken.

Die Anleger haben sich mit den inflationären Tendenzen der Preisentwicklung an den Börsen abgefunden. Sie kaufen, weil sie sowieso nichts dagegen tun können. Und wenn der Aktienkurs dann tatsächlich steigt, dann haben sie richtig investiert.

Stören könnte die Börsen jetzt nur ein Crash, der das abgehobene Niveau auf ein faires senken würde.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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  1. Lesenswert 7 Kw 2014 - Kumo-Trading - […] schwer zu erklären. Eine mögliche Erklärung für die steigenden Kurse hat der Autor im Artikel: “Aktien: Steigende Kurse…” gefunden,…

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