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Bonuszahlungen: Jemand muss das Geld erarbeiten

Gepostet von am 9 Feb, 2014 in Wirtschaft | Keine Kommentare

Bonuszahlungen: Jemand muss das Geld erarbeiten

Erneut dominieren hohe Bonuszahlungen die Nachrichten. Dabei werden an Firmenlenker Millionen verteilt, dass dem einfachen Angestellten die Sprache wegbleibt. Schnell erreichen Bonuszahlungen zweistellige Millionenbeträge. Bei all der Euphorie geht jedoch unter, dass dieses Geld nicht vom Himmel gefallen ist, sondern irgendwer anders dafür schuften musste.

Dass die Finanzindustrie wieder als Erstes zweistellige Millionenboni auszahlt, war zu erwarten, aber auch Internetunternehmen wie Google greifen großzügig in die Bonuskasse, um ihre Leute für gute Leistungen zu belohnen. Ist es nicht die Aufgabe von Führungskräften, für ihr Millionengehalt außergewöhnliche Leistungen zu erbringen? Warum brauchen sie einen Extrabonus?

Eigentlich sollte doch mit dem exzessiven Verteilen von Bonuszahlungen Schluss sein. Spätestens nach dem Ausbruch der Finanzkrise hatte man angenommen, dass dieser Weg falsche Anreize schafft und nicht dem Wohle der Mehrheit dient. Doch weit gefehlt. Die Medien verkünden laut die Summen, welche ausgegeben werden. Gleichzeitig ist es still um die Politik, die diesem Treiben eigentlich ein Ende setzen wollte.

Es ist oft nicht ganz klar, wofür Bonuszahlungen gezahlt werden. Wenn ein Unternehmen an der Börse mehr wert ist, weil z. B. der Aktienkurs gestiegen ist, dann ist das wahrlich nicht vom Firmenlenker zu verantworten.

Ein Unternehmen entlässt tausende Mitarbeiter und kann am Ende des Jahres ein gutes Ergebnis ausweisen. Ist das dann ein Grund, die Führungsriege oder den Personalleiter mit einem Bonus zu beglücken?

Immer wieder versuchen Industrieunternehmen, ihre Zulieferer auszupressen. Sie drücken die Preise im Einkauf, um dann die eigene Profitabilität zu steigern. Das wird nicht selten mit einem Bonus belohnt. Dabei ist der Profit nur deshalb zustande gekommen, weil der Zulieferer auf seinen Gewinnanteil verzichtet hat.

Das gilt auch für die vielen Mitarbeiter, die keine Gehaltserhöhung erhalten oder mit Zeitverträgen bei der Stange gehalten werden. Alle müssen verzichten, damit der Konzern hohe Gewinne erwirtschaften und Dividende an seine Aktionäre zahlen können.

Wenn eine Bank Aktien eines Unternehmen (IPO) unter die Leute bringt und weit mehr Aktien platziert, als es sollte, oder zu einem höheren Preis, als ursprünglich veranschlagt, dann freut sich die entsprechende Division. Und erhält dafür einen satten Bonus. Ob dieses Geschäft für diejenigen, denen die Aktien angepriesen wurden, gut ausgeht, ist unerheblich. Es zählt der nur der schnelle Erfolg.

Die Profite der Unternehmen kommen zustande, weil jemand anderes dafür ins Gras beißt. Das heißt dann Wettbewerb und wird so hingestellt, als sei ein gieriges Renditeverhalten etwas Erstrebenswertes. Schlussendlich werden diejenigen, die am gierigsten sind und manchmal auch über Leichen gehen, dafür am meisten belohnt. Das ist eine verkehrte Entwicklung.

Kein Mensch sollte 10,20 oder 100 Millionen Bonus erhalten. Das Geld wäre bei den Mitarbeitern viel besser aufgehoben. Diese hätten mehr in der Tasche und könnten von diesem Geld konsumieren und damit die Wirtschaft stärken. Das wäre gut für die Allgemeinheit. Ein Einzelner wird 20 Millionen nicht ausgeben können. Das Geld hat keinen Mehrwert für die Gesellschaft. Ganz im Gegenteil. Dieses Geld wird dann wieder in Fonds, Aktien und anderen Kapitalprodukte investiert und will natürlich wieder Rendite und Dividende sehen, das verschlimmert die verkehrte Entwicklung.

Bonuszahlungen in diesen Dimensionen sind nachteilig für alle Beteiligten. Nur der Einzelne profitiert, die Mehrheit verliert. Daher sind Bonuszahlungen entweder nur im Gießkannenprinzip zu verteilen, nämlich für alle, oder gar nicht.

Niemand braucht sich bei den riesigen Summen Sand in die Augen streuen zu lassen, wenn er den Einzelnen in den Medien sieht. Der hat das Geld nicht durch mühsame Arbeit verdient, sondern das Geld wurde vom Anteil der anderen weggenommen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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