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EZB: Anleger erwarten mehr Hilfen von Draghi

Gepostet von am 6 Feb, 2014 in Europa | Keine Kommentare

EZB: Anleger erwarten mehr Hilfen von Draghi

An Tagen, an denen der EZB-Chef Mario Draghi vor die Kameras tritt, seine Brille zurechtrückt und die Entscheidung der Europäischen Zentralbank verkündet, an solchen Tagen steigen die Börsen. Scheinbar ist da eine unsichtbare Verbindung zwischen den Anlegern und dem EZB-Chef. Die Anleger glauben vermutlich, dass die EZB nicht anders kann, als erneut auf sie zuzugehen. Das weckt Hoffnungen.

Der Börsenindex DAX fühlt sich wohl an Tagen, an denen die EZB ihre Entscheidungen fällt und dann in einer Pressekonferenz vorstellt. In der Regel hat Mario Draghi auch immer ein Bonbon für die Anleger. Er lässt nämlich nichts auf seine Anhänger aus den Börsensälen kommen. Er ist immer bereit, alles zu tun, um den Euro und die Eurozone zu verteidigen. Über seinen Schutz freuen sich die Anleger am meisten.

So ist auch heute wieder ein Donnerstag, an dem eine Pressekonferenz der EZB ansteht. Im Vorfeld wird schon getuschelt, was denn so gesagt werden könnte. Der Konsens der Anleger geht von keiner Änderung aus. Das reicht schon, um sich zu freuen, da die Leitzinsen bereits sehr niedrig sind.

Aber die Anleger hoffen auf mehr. Seit der letzten Pressekonferenz hat sich in der Welt so manches Problem vergrößert. Vor allem die Kapitalflucht aus Europa und besonders aus den Schwellenländern lässt die Welt im Ungewissen zurück. In diesen außergewöhnlichen Zeiten braucht jeder Kontinent Geld, sehr viel Geld. Und da kann man sich abfließendes Kapital nicht leisten.

Da wäre noch die Unbekannte genannt Deflation. Seit Jahren hat man sie nicht beachtet, doch sie war immer da. In letzter Zeit hört man immer öfter von ihr. Sie dient den Zentralbanken als ein wichtiger Grund, die Leitzinsen niedrig zu halten oder weiter zu senken. Also schürt man die Deflationsangst, so wie man die Inflationsangst oder die Angst vor einer Rezession/Depression zu nutzen weiß. Es gibt für die EZB immer einen Grund für geldpolitische Maßnahmen, die den Markt mit Geld fluten.

Vielleicht, so die Hoffnung der Anleger, kann Herr Draghi gnädig mit den Börsianern sein (diese mussten die letzten Wochen Verluste einstecken) und unter diesen Umständen (Kapitalflucht, Deflationssorgen) erneut an der Zinsschraube drehen. Dann hätte die Eurozone anstatt niedriger Zinsen sehr niedrige Zinsen und der Aktienmarkt wieder einen Grund zu steigen. Billiges Geld ist gut für die Börse. Das haben die Anleger in den letzten Jahren verstanden. Und deshalb kaufen die Anleger schon, bevor der EZB-Chef spricht. Man handelt an der Börse bekanntlich die Zukunft.

Um 13:45 Uhr wird die EZB-Entscheidung bekanntgegeben, dann um 14:30 Uhr wird die Brille zurechtgerückt und es wird um Ruhe im Saal gebeten. Die Pressekonferenz beginnt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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