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Börse: So schnell kann die Stimmung drehen

Gepostet von am 6 Feb, 2014 in Börse | Keine Kommentare

Börse: So schnell kann die Stimmung drehen

An der Börse kann das Gehirn manchmal nicht glauben, was das Auge sieht. Fallende Kurse, soweit der Blick reicht. Von Asien über Europa bis nach Amerika. Der Anleger schüttelt verwundert den Kopf. Noch vor sehr kurzer Zeit freuten sich die Marktteilnehmer über steigende Kurse. Niemals hätten sie solch einen Einbruch am Aktienmarkt für möglich gehalten. Jetzt ist plötzlich die Stimmung dahin, für manche viel zu schnell.

Viele Anleger hatten mit so einem abrupten Ende der Börsenparty nicht gerechnet. Warum sollte etwas, was seit zwei Jahren unentwegt gestiegen ist, plötzlich damit aufhören? Das konnten sich die Anleger einfach nicht vorstellen. Zudem haben viele auch auf eine Art Warnung gewartet, damit sie rechtzeitig aussteigen können. Die kam aber nicht.

Dass an der Börse nicht zum Ausstieg geklingelt wird, war schon ein Thema in unserem Artikel „DAX-Anstieg: Das endet noch böse

Als beim Anstieg der Preise im Neuen Markt  Höchstkurse erklommen wurden, konnte wirklich niemand, gefühlt kein einziger Anleger, etwas Negatives am Anstieg finden. Es ging nur noch darum, höhere Kursziele zu erreichen, unentdeckte Perlen zu finden und eben noch Geld lockerzumachen, damit man auch am zu erwartenden Anstieg partizipieren konnte. Klingt diese Beschreibung ähnlich der Situation von heute? Für die Gedankenwelt der Anleger trifft das zu.

Die letzten Wochen sind für unerfahrene Anleger sehr lehrreich gewesen. Wieder einmal zeigt die Börse, wie unnachgiebig sie ist. Vor allem zeigt sie, dass der Blick in die Vergangenheit für die Finanzmärkte uninteressant ist. Was vor wenigen Wochen noch ganz toll war, muss heute nicht mehr gültig sein.

Diese Denkweise passt nicht zum Trendgedanken, welcher an der Börse sehr verbreitet ist. Sie passt auch nicht zum Herdenverhalten, dass Anleger nämlich gerne in der Gemeinschaft agieren. Jeder macht das, was die anderen auch machen, nämlich Aktien kaufen. Die Käufer glauben an die positive Zukunft des Marktes, weil das die anderen auch glauben.

Wenn der zuvor beschriebene Weg zum Erfolg führen würde, warum verliert dann die Mehrheit der Anleger ihr Geld an der Börse? Weil es immer andere Marktteilnehmer gibt, die andere Absichten verfolgen. Wer Ihnen ein Wertpapier besonders lobend preist, der will dieses zu einem guten Preis loswerden. Wenn jemand den Markt als besonders aussichtsreich präsentiert, dann nur deshalb, weil er schon investiert ist und andere Anleger zum Aktienkauf animieren will.

Die Stimmung ist also nicht konstant, sondern unterliegt Schwankungen. Besonders die plötzliche Dominanz der negativen Nachrichten zeigt vortrefflich, wie sehr die Marktteilnehmer Risiken bisher ausgeblendet haben. Die Anleger wussten schon länger, dass die FED die Stützungsmaßnahmen reduzieren würde, dass China schwächelt und auch dass die Schwellenländer an den Grenzen ihres Wachstums angekommen waren. Wer wollte, hätte also rechtzeitig seine Aktien verkaufen können.

Doch da ist die Gier in den Köpfen der Börsianer. Wer will schon eine Party verlassen, wenn sie auf dem Höhepunkt ist? Eben niemand. Der Investor will noch das letzte Prozent Rendite herausholen, anstatt Gewinne mitzunehmen. Genau an diesem Moment ist die Stimmung besonders berauschend und gleichzeitig am gefährlichsten.

Wie man an den letzten Tagen und Wochen erkennen konnte, findet der Stimmungswandel plötzlich statt, ohne dass die Anleger ihn ernst nehmen. Nicht wenige glauben noch an das Gute und an bald bessere Zeiten.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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