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Fehlinvestition: Wer ist Schuld am Verlust?

Gepostet von am 2 Feb, 2014 in Wirtschaft | Keine Kommentare

Fehlinvestition: Wer ist Schuld am Verlust?

Natürlich ist es schmerzhaft, wenn ein Anleger sein Geld verliert. Und wenn er eine Investition eingegangen ist, die er mit bestem Wissen und Gewissen getätigt hat, ist der Schmerz umso größer. Ist das angelegte Geld erst mal verloren und das Tischtuch zerschnitten, beginnen die Anschuldigungen, wer die Verantwortung tragen soll. Keiner will Schuld sein und doch muss sich der Anleger an die eigene Nase fassen.

Jeder Anleger kennt den Moment, wenn ein Investment nicht so ausgeht, wie er es sich erhofft hat. Die Wut ist dann am größten, wenn der Verlust eintritt und nicht mehr abzuwenden ist. Das ist z. B. bei Aktien der Fall, die einem einen Totalverlust bescheren, bei Fonds, die nicht die versprochene Wertentwicklung abliefen oder bei anderen Wertpapieren, wo von Rendite nichts zu sehen ist. So auch z. B. bei der Prokon-Pleite.

Schnell zeigt der Anleger bei Unternehmensanleihen auf das Unternehmen und das Verkaufsprospekt. Dieses zeigt auf den Anleger und meint, dieser hätte wissen müssen, was er macht. Bei Aktien wird die Bank oder der Berater beschuldigt, dem Risikowunsch des Kunden nicht nachgegangen zu sein bzw., dass der Berater bestimmte Aktien empfohlen hat, die man jetzt so nie haben wollte.

Immer wieder ist die Entrüstung unter den Anlegern dann besonders groß, wenn ein Investment schief geht. Niemals gibt es einen Widerspruch, wenn eine Aktie frisch ins Depot gebucht wurde oder wenn man jährlich Zinsen in Höhe von 6-8 % erhält, obwohl das Tagesgeldkonto nur 1 % hergibt. Solange das angelegte Geld also Rendite abwirft, will der Anleger nichts von Risiken hören. Erst wenn es zu spät ist.

Jeder Anleger, egal, wie sicher eine Anlagemöglichkeit auch klingen mag, muss sich im Klaren sein, dass Investitionen auch nicht so ausgehen können, wie man sich das erhofft hat. Das muss nicht einmal Abzocke sein, das kann eine unerwartete Marktentwicklung sein oder ein schlechtes Management. Und je höher ein Renditeversprechen ist, umso höher ist auch das Risiko, das muss ein Investor wissen. Der Investor ist bereit, einem weniger stabilen Unternehmen sein Geld zu leihen, wenn dieses eine höhere Rendite in Aussicht stellt. Im positiven Fall erhält er eine gute Verzinsung seines Einsatzes und im negativen Fall verliert er einen Teil oder den gesamten Einsatz. Auf diesem Grundsatz beruht jede Investition.

Oft ist die Wut über eine Pleite bzw. über eine schlechte Wertentwicklung ein Ausdruck von Hilflosigkeit. Warum hat man die Risiken seinerseits nicht bedacht, warum hat man sein Geld in solch ein gefährliches Vehikel investiert, fragt sich der Investor erst dann, wenn es zu spät ist.

Jeder Anleger muss sich über die Gefahren seines Investments selbst Gedanken machen. Versteht er nicht, worin er investiert, muss er vielleicht die Finger von diesem Investment lassen. Die Ankündigung z. B. mit Windrädern Geld zu verdienen und dass das die Energie der Zukunft ist, ist deutlich zu wenig, um hierauf eine Investition einzugehen. Viel wichtiger ist, womit das Unternehmen sein Geld verdient, wie es geführt wird und welche fundamentalen Daten diesem Unternehmen zugrunde liegen.

Sicher, es gibt immer schwarze Schafe, die die Anleger um ihr Geld bringen. Es gibt jedoch viel mehr Anleger, die unbedarft ihr Geld in irgendwelche Geschäfte investieren, dessen Grundlage und deren Risiken sie nicht verstehen. In so einem Fall liegt die Schuld bei dem Anleger selbst.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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