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Krise: Schwache Währungen sind nicht gut

Gepostet von am 28 Jan, 2014 in Finanzkrise | Keine Kommentare

Krise: Schwache Währungen sind nicht gut

Den BRIC-Staaten hatten man blühende Landschaften versprochen. Mit frisch gedruckten Dollars begann ein Scheinwachstum, das jetzt jäh sein Ende findet. So auch in der Türkei. Die Konjunktur  sinkt dahin, die Währung schmiert ab und die Hoffnung auf Besserung schwindet. Wenn Investoren ihr Geld abziehen und damit lokale Währungen in den freien Fall übergehen lassen, dann hilft auch die ewige Wiederholung nicht, eine schwache Währung sei etwas Gutes. Das stimmt nämlich nicht.

Rein schon von der Wortwahl aus betrachtet, ist etwas, was gut ist, stark und etwas was nichts taugt, schwach. Warum also sollen sich Argentinien oder die Türkei freuen, dass ihr Geld ihnen in den Händen wegschmilzt. In der Türkei ist die Währung Lira (TRY) mit 2,95 TL in das Jahr gestartet. Das ist erst vier Wochen her. Gestern (27.01.2014) notierte die türkische Währung zum Euro bei einem Kurs von 3,25. Das sind knapp 12% Wertverlust in so kurzer Zeit.

Und nun? Niemand freut sich über diesen Währungsabsturz. Wo sind eigentlich die Fachleute, die eine schwache Währung propagieren? Den Leuten schmilzt das Geld in den Händen weg. Was soll daran toll sein? Güter aus dem Ausland werden teurer. Für Rohstoffe aus dem Ausland, die für die Herstellung nationaler Produkte importiert werden müssen, muss mehr türkisches Geld aufgebracht werden. Die Menschen jedoch haben die gleichen Geldscheine in der Hand. So toll kann das mit der schwachen Währung nicht sein, wie man es auch schon während der Eurokrise immer wiederholt hat.

Im Moment ziehen Investoren ihr Geld aus den angeblich aufstrebenden Ländern ab. Auch so in der Türkei. Sie tauschen türkisches Geld (Lira) gegen Dollar und Euro. Der Abwärtsdruck nimmt zu. Solange Geld in die Türkei geflossen ist, war der Wechselkurs zum Euro bei ca. 2 TRY. Es ist jedoch zweifelhaft, wann ein Wachstum ein wirkliches Wachstum ist und wann ein Wachstum nur initiiert ist (aufgeblasen wurde).

Immer wieder sieht man, dass Menschen nicht sparen, sich das Geld für einen Einkauf nicht erarbeiten, sondern “fremdes Geld” in Anspruch nehmen. Das kann z. B. ein Kredit sein. Ist das dann wirkliches Wachstum (Konjunktur wird belebt) oder ist das ein Scheinwachstum? In Zeiten, in denen Zentralbanken immer weiter Geld drucken, muss dieser Prozess mit dem „nicht erarbeiteten“ Geld hinterfragt werden.

Bei der Rettung Griechenlands hieß es bereits, wenn die Griechen doch nur ihre eigene Währung hätten, ja, dann könnten sie diese abwerten. Blühenden Landschaften wären die Folge für das hellenische Land. Wie man mit wertlosen Drachmen zu blühenden Wachstum kommen soll, ist in Zweifel zu ziehen. Aber ein paar exportorientierte Unternehmen könnten sich freuen, weil sie dann ihr Olivenöl und ihren Ouzo auf dem Weltmarkt billiger anbieten können. Nur ist Griechenland keine Weltmacht und auch keine Exportnation. Der volkswirtschaftliche Nutzen einer schwachen Währung ist für sie nicht gegeben.

In Argentinien, in den BRIC Staaten und auch in der Türkei freut man sich keinesfalls, dass die jeweiligen Währungen abstürzen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading.de

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