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Sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage?

Gepostet von am 26 Jan, 2014 in Börse | 1 Kommentar

Sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage?

Wer ein Vermögen anhäufen will, der soll es an der Börse anlegen. So oder so ähnlich hört man es immer wieder in den Medien. Auch der Berater der Bank lobt das Engagement in Aktien. Und wenn dann auch noch der DAX Jahr für Jahr zweistellige Renditen verspricht, dann fragt sich der Otto-Normalverbraucher, ob sein bisheriges Zögern vor dem Aktienmarkt etwa falsch war. Über Sinn und Unsinn dieser Anlage.

Wer sich bisher von der Börse ferngehalten hat, der wird seine Gründe gehabt haben. Daher hat er erst mal nichts falsch gemacht, auch wenn die Aktienkurse gestiegen sind. Viel wichtiger als Rendite ist nämlich, ob man mit einer Anlage gut schlafen kann. Wer das ganze Hin und Her am Aktienmarkt nicht verkraftet, der braucht solch eine Investition auch nicht. Vor allem ist sehr Vieles undurchsichtig an der Börse. Darum ist Vorsicht gar nicht falsch.

Vielleicht haben Sie sich schon mal gefragt, warum die Deutschen keine Lust auf Aktien haben? Eine Investition des Ersparten erfordert nämlich Vertrauen und da ist man an der Börse ganz und gar nicht an der richtigen Stelle. Niemand weiß, wie die Kurse zustande kommen, woher Nachfrage und Angebot auftauchen oder wie Unternehmensergebnisse berechnet werden. Es ist ihnen also nicht zu verdenken, wenn viele Menschen lieber ihr Geld horten, als es an die Börse zu bringen.

Gleichzeitig werden die Medien nicht müde, von den Vorteilen dieser Anlageart zu sprechen. Je deutlicher der DAX steigt, umso lauter die Rufe. Dabei soll der Anleger langfristig investieren, Ausdauer haben und regelmäßig einzahlen. Das geht dann solange gut, solange die Investition im Plus ist. Verkauft wird die Idee, wie schön das Depot bis zum Alter anwächst.

Was passiert aber, wenn die Kurse fallen? Da wird man hören, man solle weiter dran bleiben, sich nicht verunsichern lassen. Im Grunde wird man zum Warten animiert. Diese Haltung ist an der Börse falsch. Verluste sollte man keinesfalls aussitzen, da hilft auch die langfristige Betrachtung nicht. Es gibt unzählige Leichen im Depot oder Aktien, die weit weg von ihrem Einkaufskurs sind. Darüber wird aber nicht berichtet.

Die Politik drängt den Bürger auch, weil sich dieser Gedanken über seine Altersvorsorge machen soll. Er soll aber nicht nur nachdenken, sondern auch handeln. Er soll sein Geld in Aktien anlegen, damit er etwas im Alter hat. Ob er dann wirklich etwas aus diesem Investment herausbekommt, ist heute noch nicht geklärt. Hauptsache, er bringt es in den Aktienmarkt. Das hat auch seinen Grund.

Man muss verstehen, dass die Börse vom Geld der anderen Leute lebt. Würde niemand sein Geld dorthin bringen, würde der Markt austrocknen. Also muss regelmäßig für Nachschub gesorgt werden, indem Menschen ihr Geld „dauerhaft“ und „langfristig“ anlegen. Das bedeutet auch, dass Sie dann ewig bezahlen und ihr Geld bloß nicht wieder abziehen sollen.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet macht es auch Sinn, warum der Bankberater Aktien ganz toll findet. Mit jeder Transaktion, die Sie machen, verdient sein Haus mit. Er muss also von Natur aus das Investment in Wertpapiere toll finden.

Und der Mensch? Der ist umzingelt von den vielen Anforderungen, die an ihn herangetragen werden. Alle wollen sein bestes, nämlich sein Geld. Sicher, es gibt auch Aktien, die gut gelaufen sind und gute Profite erwirtschaftet haben. Ob das genau diese sind, die er für seine Altersvorsorge ausgewählt hat, ist nicht gesagt. Denn bei all der Euphorie um DAX und Co, es sind ja nicht dieselben Aktien, die den DAX steigen lassen. Viele Aktien kamen und gingen. Viele haben Höchstkurse gesehen, wo heute niemand mehr glaubt, dass diese je wieder erreicht werden.

Unser Rat: Seien Sie achtsam. Vorsicht ist ein guter Ratgeber, besonders an der Börse und bei der Altersvorsorge.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

1 Kommentar

  1. Obwohl ich Ihr Portal sehr schätze, muss ich hier anmerken, dass dieser Artikel sehr wahrscheinlich eine kognitive Verzerrung enthält. Hier werden seltene (unwahrscheinlichere) Ereignisse, nämlich negative Börsenjahre, übergewichtet. Zurückblickend auf die letzten 100 Jahre liegt bei rollierenden 20-Jahres-Zeiträumen die Wahrscheinlichkeit, dass man bei marktbreiter (also gut diversifizierter) Aktienanlage einen Verlust eingefahren hat, bei genau: 0%!

    Es gibt also KEINEN einzigen Anlagezeitraum, in dem man seine Aktien 20 Jahre liegen gelassen hat, bei dem man einen Verlust gemacht hätte. Und das unabhängig vom Kaufzeitpunkt. Dieser Zeitpunkt hätte aber natürlich die Rendite verändert. Wer jedoch mit Sparplänen agiert, reduziert das Timing-Risiko sehr stark.

    Der einzige Punkt, den ich jetzt nicht mehr im Kopf habe, ist, ob diese Betrachtungsweise auch inflationsbereinigt gilt. Dazu empfehle ich aber einmal nach Ken Fisher zu googeln. Dann müsste man dazu entsprechende Statistiken finden.

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