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Börse: Schwache Unternehmenszahlen werden ignoriert

Gepostet von am 23 Jan, 2014 in Wirtschaft | Keine Kommentare

Börse: Schwache Unternehmenszahlen werden ignoriert

Da ist sie nun, die laufende Berichtssaison der Unternehmen. Begonnen hat sie vor wenigen Wochen mit den Zahlen von Alcoa. Diese waren überraschend schlecht ausgefallen. Das hat die Anleger zunächst nicht abgeschreckt, weiter in Optimismus zu schwelgen. Jetzt haben schon viele Unternehmen berichtet und so richtig überzeugt haben nur wenige. Die Mehrheit der Unternehmen schwächelt nämlich.

Oft werden Quartals- oder Jahresergebnisse, die schlecht ausfallen, mit dem Wort „überraschend“ gekennzeichnet. Das zieht sich dann wie ein roter Faden durch die Ad-hoc Meldungen und durch die Medien. Überall wird dann dieses Wort wiederholt, um ja deutlich zu machen, dass niemand von schlechten Geschäften ausgegangen ist und ausgehen konnte. Man wäscht sich die Hände in Unschuld. Wo waren die Unternehmenslenker und Manager, als sich schwere Zeiten angekündigt haben, will man da fragen.

Manche Aktiengesellschaften haben die sogenannten Analystenerwartungen übertroffen. Das führt regelmäßig zu Freudensprüngen. Ob dadurch die Geschäftsentwicklung besser wird, ist zu bezweifeln. Machen wir uns nichts vor. Wenn die Geschäfte schlechter laufen, dann wird man den Analysten das entsprechend signalisiert haben. Diese werden dann im Vorfeld der Zahlen ihre Erwartungen herunterschrauben, bei Bekanntgabe der Zahlen werden dann plötzlich aus schlechten (bzw. durchschnittlichen) Zahlen gute Zahlen. Schnell freuen sich Aktionäre und Börsen.

Überhaupt ist die Buchhaltung ein Thema für sich. Wer weiß schon, wie welche Position verbucht wurde. An kreativer Buchführung ist bisher noch kein Unternehmen vorbeigekommen. So ist der Ausweis eines Verlustes meist das Eingeständnis, dass man bilanztechnisch den Verlust nicht hat vermeiden können. Sonst hätte man es ja irgendwie geschafft.

Noch ist es nicht soweit, doch so langsam könnte es den Anlegern dämmern, dass sie zu viel von den Unternehmen fordern. Wer in der Vergangenheit viel Gewinn gemacht hat, wird das nicht immer so weiterführen können. Manchmal signalisiert das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) eine zu hohe Markterwartung. Leider ist diese Kennzahl dehn- und interpretierbar und damit kein Schlüssel, um das Handeln der Aktionäre direkt zu beeinflussen.

Gestern erst waren die Anleger enttäuscht von den Zahlen vom IBM und AMD. Zuvor hatten auch Intel und General Electric schwache Zahlen herausgegeben. Auch die Banken schwächeln, wie die Zahlen von Morgen Stanley und der Deutschen Bank gezeigt haben. Quer durch alle Branchen zeigt sich eine Schwäche im Markt, die die Aktionäre nicht ewig ignorieren können. Noch hält sich der Verkaufsdruck an der Börse in Grenzen. Doch viele Anleger haben das Gewinnpotential der Unternehmen schlichtweg überschätzt. Diese Erkenntnis wird sich bald durchsetzen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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