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Deutsche Bank: Kein Grund zum Heulen

Gepostet von am 20 Jan, 2014 in Wirtschaft | Keine Kommentare

Deutsche Bank: Kein Grund zum Heulen

Die Gewinnwarnung der Deutschen Bank hatte sich letzten Freitag bereits angekündigt. Nun folgen die Fakten. Die deutsche Vorzeigebank hat im abgelaufenen Quartal einen Milliardenverlust erarbeitet, angehäuft oder ausgewiesen. Das passende Verb kann sich jeder selbst aussuchen. Plötzlich ist der Schrecken groß. Dafür gibt es aber gar keinen Grund. Hat doch das Unternehmen genau gewusst, was es tat.

Den Medien muss man erneut die gelbe Karte zeigen, weil sie an dem wirklichen Thema vorbeischreiben. Sie melden einen überraschenden Verlust der Großbank und reden dabei von einem Einbruch der Gewinne im Investmentbanking, vom Abbau der Risiken und vor allem von hohen Prozesskosten, für die Rückstellungen gebildet werden müssen. Es klingt alles so beschwichtigend.

Manch einem Leser könnten jetzt die Tränen kommen. Das ist jedoch gar nicht nötig. Eine einfache Schlussfolgerung wäre auch, dass die Geschäfte im Investmentbanking deshalb schwächeln, weil man wohl aufs falsche Pferd gesetzt, das falsche Wertpapier gekauft oder in die falsche Richtung spekuliert hat. Klingt logisch. Laufen die Investitionen nicht gut, hagelt es Verluste. Spekuliert man mit kleinem Geld, ergeben sich kleine Verluste, spekuliert man mit großem Geld, eben große.

Wenn vom Abbau der Risiken die Rede ist, dann ist man als Leser geneigt zu fragen, wer denn die Risiken in die Bücher genommen hat. Wer ist das risikobehaftete Geschäft eingegangen? Eben, das Unternehmen selbst. Daher ist es mehr als richtig, dass es jetzt diese Risiken abbaut. Und wenn das zum Nachteil der Gewinnentwicklung geht, ja, dann ist es das eben so.

Auch der dritte Punkt, welcher in den Medien herumgereicht wird, geht am wirklichen Thema vorbei. Es geht darum, dass die Deutsche Bank hohe Rückstellungen in Milliardenhöhe vornehmen muss, weil sie in mehreren Fällen in Manipulationen verstrickt sein soll. Die BaFin untersucht das bereits fleißig und im Ausland laufen Prozesse. Weitere sind noch in Aussicht. Auch hier gilt, dass die Bank Verantwortung übernehmen muss. Die Wehmut, die in manchen Artikeln durchklingt, dass das Unternehmen unter den Prozesskosten leidet, ist gar nicht nötig und erschließt sich auch nicht.

Gelegentlich verliert der Leser bei der kurzfristigen Betrachtung den Blick für das große Ganze. Daher lohnt es sich, auch einen Blick auf den Jahresgewinn zu werfen. Denn für das abgelaufene Gesamtjahr 2013 sind immer noch eine Milliarde Euro (nach Steuern) erwirtschaftet worden. Ob Analysten das als gut oder schlecht bewerten und ob sie mit anderen Zahlen gerechnet haben, ist zunächst irrelevant.

Für den Moment überschlagen sich die Schreckensmeldungen in den Medien. Das muss aber nicht gleich so heiß verdaut werden, wie die Meldungen serviert werden. Einen Grund zum Heulen gibt es jedenfalls nicht. Mal laufen die Geschäfte besser und manchmal eben nicht so gut. Das ist bei der Deutschen Bank nicht anders als bei jedem anderen Unternehmen auch.

Vielleicht kann das Unternehmen ja für die Zukunft aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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