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Börsenanstieg: Privatanleger fühlen sich in Sicherheit

Gepostet von am 12 Jan, 2014 in Börse | Keine Kommentare

Börsenanstieg: Privatanleger fühlen sich in Sicherheit

Scheinbar kann man an der Börse spielend reich werden. Dieses Gefühl übermannt nun immer mehr Investoren. Nachdem der DAX in den letzen beiden Jahren 50 % Prozent gewonnen hat und die Zentralbanken für ewig ihre Unterstützung für den Finanzmarkt zugesagt haben, fragt sich der private Anleger, ob er denn dann nicht auch Aktien kaufen sollte. So wie es aussieht, kann ihm ja nichts passieren, denkt er sich.

Juckt es Ihnen auch in den Fingern? Überlegen Sie krampfhaft, ob der DAX wieder ein tolles Jahr hinlegen wird? Viele Investoren, die dem Börsenanstieg bisher kritisch gegenüberstanden, zweifeln immer deutlicher an ihrer bisherigen Haltung. Das liegt auch daran, dass der DAX einfach keine Müdigkeit an den Tag legen will. Wenn der deutsche Index so stark ist, warum also weiter zögern, so der Gedanke vieler Anleger, die mit dem Gedanken spielen, endlich auch mal Aktien zu kaufen.

Zudem sind sich die Zentralbanken FED und EZB einig, dass sie für alle Eventualitäten gerüstet sind. Sie verkaufen die Sicherheit an die Marktteilnehmer, dass sie auf alles eine Antwort parat haben. Sie wollen in der Lage sein, auf Inflation genauso gut reagieren zu können, wie auf Deflation. Sie haben sich im Laufe der Finanzkrise als die stillen Retter profiliert und stehen nun jederzeit am Spielfeldrand bereit, um helfend einzugreifen.

Und auch die Politik macht ihre Arbeit angeblich gut. Sie ist sich sicher, die Eurokrise gehöre der Vergangenheit an. Wer es nicht glauben will, darf sich entsprechende Konjunkturstatistiken ansehen oder einen Blick auf die Anleiheemissionen z. B. von Portugal und Spanien werfen. Die gingen kürzlich nämlich weg wie warme Semmeln und das will ja was heißen, jedenfalls denkt so die Politik.

Der Anleger ist jetzt mit seiner Ausgangssituation überfordert. Er war bisher zurückhaltend, was die Börse und was Aktien angeht, doch noch ein Jahr verpassen, das will er nicht mehr. Also wird er unruhig. Er will, was die ganze Welt scheinbar auch macht. An der Börse verdienen. Und dafür finden sich nun Argumente.

Vor allem scheint eine Besserung der wirtschaftlichen Rahmendaten einzutreten, ist das subjektive Gefühl, was ihn übermannt. Zudem scheint die EZB die Lage am Finanzmarkt unter Kontrolle zu haben. Sie will helfen, wo immer es nötig ist. Das schafft Vertrauen, jedenfalls für die, die den Worten des EZB-Chefs Draghi Glauben schenken wollen. Der Privatanleger gewinnt Sicherheit.

Ist der Gedanke, Aktien zu erwerben, schon mal angedacht, dann ist ein wesentliches gedankliches Hemmnis bereits aus dem Weg geräumt. Ab dem Moment, wo man sich vorstellen könnte, auch Aktien zu besitzen, um am Börsenanstieg zu partizipieren, ist man als Mensch den Verlockungen des Marktes erlegen.

Also werden weiter Informationen gesammelt, warum ein Einstieg bzw. ein Ausbau bestehender Positionen sinnvoll sein könnte. Der Privatanleger will sich selbst recht geben, er will sich selbst bestätigen, dass das, was er tun will, richtig und sinnvoll ist. Er redet sich Sicherheit ein.

Er vergisst jedoch, warum er bisher nicht auf die Börse und auf Aktien gesetzt hat. Was hat ihn bisher abgehalten und warum wird er jetzt plötzlich schwach? Die eigene kritische Haltung wird unter dem Druck der „guten“ Lage über Bord geworfen.

Die Börse hat aber gar keinen Platz für Sicherheit. Für niemanden. Die Performance, die in den letzten Jahren erwirtschaftet werden konnte, ist mit dem Risiko erkauft worden, dass es jederzeit auch hätte anders laufen können. Wenn die Börse eine Einbahnstraße wäre und dort jeder Gewinne einfahren könnte, dann bräuchte auch niemand mehr arbeiten. Da aber viele Menschen arbeiten, muss das einen Grund haben.

Die Börse lädt zum Investieren ein. Sie gibt aber keine Sicherheit, ob aus den erhofften Gewinnen nicht unverhofft Verluste werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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