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FED: Die Politik des Nichtssagens geht weiter

Gepostet von am 9 Jan, 2014 in Finanzkrise | Keine Kommentare

FED: Die Politik des Nichtssagens geht weiter

Gestern war es wieder einmal soweit. Die Anleger warteten gespannt auf die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle vom Dienstag. Das ist nicht ungewöhnlich, ist man ja von den Investoren gewöhnt, dass sie vor solchen Terminen munkeln, Vermutungen anstellen und Ängste streuen. Sobald der Moment der Veröffentlichung gekommen ist, weiß der Anleger, dass er nichts weiß. Denn die FED sagt nichts.

Meistens ist ja laut Volksmund der Inhalt nicht das Papier wert, auf dem er steht. Gestern Abend jedenfalls konnten die Anleger auch nichts Besonderes aus den Sitzungsunterlagen erfahren. Einige der FED-Mitglieder hätten sich für eine Drosselung der Stützungsmaßnahmen ausgesprochen und einige für die Beibehaltung. Das ist mal eine Erkenntnis, mit der die Investoren nichts anfangen können.

Es ist leider üblich, dass die FED sich nicht zu einer wirklichen Aussage hinreißen lässt. Konkretes hört man von ihr selten. Manche nennen das: Sich nicht in die Karten gucken lassen. Andere meinen, die Notenbank will sich alle Optionen freihalten. Wenn die Erwartungshaltung allerdings so ist, dann muss man sich auch fragen, warum so viel Wind um die Sitzungen gemacht wird, wenn eh nichts dabei herauskommt.

Mit Vorsicht zu genießen ist die Aussage um die Anhebung der Zinsen, sobald die Arbeitslosenrate der USA auf 6,5 % sinkt. Das war wohl die einzige handfeste Aussage in den letzen fünf Jahren, die die FED den Anlegern kommuniziert hat. Darauf hatte man sich bisher verlassen, doch jetzt kommt die Wendung. Es wurde auch darüber gesprochen, ob man den Schwellenwert nicht auf 6 % senken sollte.

Allein schon, dass einige Mitglieder darüber nachdenken, eine schon kommunizierte Zusage zu verändern, zeigt ein erschreckendes Bild von der Art und Weise, wie man zur eigenen Haltung steht. Worauf sollen sich die Investoren, die Bürger und die Staaten verlassen, wenn die FED sich nachträglich nicht mehr an ihr Wort hält?

Nach der Sitzung ist wie gewöhnlich vor der Sitzung. Der Erkenntnisgewinn aus der gestrigen Veröffentlichung ist gleich null. Die FED hat alle Möglichkeiten erwogen und sich für keine entschieden. Daraus schließt sie, dass sowohl Deflation und Inflation möglich seien, dass die Wirtschaft sich gut entwickle, jedoch noch nicht über den Berg sei und daher weiter unter Beobachtung stehe. Die FED sieht keine Veranlassung, ihre lockere Geldpolitik zu straffen und belässt alles so, wie es ist.

Da haben sich die Anleger im Vorfeld so viele Gedanken gemacht über das Wenn und Aber, über das Ob und Wie, und am Ende ist rein gar nichts dabei herausgekommen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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