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Anlegerstimmung: Sorglos bis zum bitteren Ende?

Gepostet von am 12 Dez, 2013 in Börse | Keine Kommentare

Anlegerstimmung: Sorglos bis zum bitteren Ende?

Obwohl die Börse derzeit kein gutes Bild abgibt, scheint das die Anleger nicht sonderlich zu stören. Sie sprechen von einer „überfälligen Korrektur“ und von einem „Luftholen der Kurse“. Manche nennen die Minuszeichen an der DAX-Tafel auch “Verschnaufpause”. Alle Formulierungen haben eines immer gemein: Sie sind verharmlosend. Kaum jemand redet von einer Trendwende, niemand von noch drohenden Verlusten. Die Marktteilnehmer geben sich weiter sorglos.

Ein paar Tage hat das Tapering die Anleger erschreckt. Jetzt plötzlich gewöhnt sich die Menge an die Unsicherheit, wie die zukünftige Politik der amerikanischen Notenbank aussehen könnte. Die Anleger haben gelernt, mit dieser Unbekannten zu leben. Auch die vielen roten Kurse auf den vielen Computerbildschirmen scheinen bisher niemanden sonderlich zu beunruhigen. So viele rote Kursnotierungen wie in den letzten paar Wochen hat der Anleger vielleicht die letzten Monate nicht gesehen. Und dennoch, viele haben die Ruhe weg. Sie hoffen auf ein nur kurzes Gewitter an der Börse.

Doch irgendetwas muss sich in den Köpfen der Anleger getan haben, denn offensichtlich sind Investoren bereit, ihre Aktien zu verkaufen. Der Verkaufsdruck auf den Aktienmarkt kommt von den Verkaufswilligen, die ihre Wertpapiere noch dieses Jahr veräußern wollen. Unsere Vermutung für den Dezember war, dass sich die Investoren rechtzeitig von ihren Aktien trennen werden, um ihre Buchgewinne in echte Gewinne umzuwandeln. Es müssen nur wenige starke Adressen mit dem Verkaufsprozess anfangen und andere Teilnehmer kommen sofort in Zugzwang. Auch sie müssen dann um ihrer Performance willen, ihre laufenden Positionen schließen.

Anfang Dezember schrieben wir über diese Unsicherheit in dem Artikel: „DAX: Jahresendrally in Gefahr“.

Der Markt ist einfach schon sehr weit gelaufen. Die erreichte Höhe ist schwindelerregend und für wirkliche Investoren nicht mehr einladend. Niemand will das nächste Jahr mit einer Überraschung beginnen, also lohnt es sich, seine offenen Positionen dieses Jahr glattzustellen.

Die Hoffnung auf eine Jahresendrally an der Börse hat man den Kleinanlegern lange genug eingebläut. Sie können jetzt gar nicht anders, als fest an diese erhoffte positive Schlussbewegung zu glauben. Dabei gibt es gar kein Gesetz, das irgendeine Bewegung garantieren würde.

Das aktuelle Marktumfeld ist von Blauäugigkeit gekennzeichnet. Viele private Teilnehmer machen sich immer noch keine Gedanken um eine Absicherung ihrer Positionen, damit Verluste begrenzt werden. Sie glauben noch fest an die Wiederaufnahme des alten Trends, der ja bekanntlich nach Norden ist. Sie haben den Wunsch nach den guten alten Zeiten nicht aufgegeben. Dabei ist der Aktienmarkt immer für eine Überraschung gut. Auch für eine negative.

An der Börse ist Sorglosigkeit kein guter Begleiter. Sollte sich unsere letzte DAX-Analyse bewahrheiten (siehe: DAX: Jahresendrally in Gefahr), dann werden die Kursverluste noch andauern.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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