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Börsengrundsätze sind außer Kraft

Gepostet von am 27 Nov, 2013 in Börse | Keine Kommentare

Börsengrundsätze sind außer Kraft

Wer weiß noch, was Gewinnmitnahmen sind? Oder Widerstände im Chart? Wer weiß, was wichtige Konjunkturdaten sind und wie sie sich auf die Kurse auswirken? Das sind alles Dinge, die früher an der Börse eine Rolle gespielt haben. Seitdem die Zentralbanken ihre Finger im Spiel haben, ist das alles nicht mehr der Fall. Die Börsen steigen einfach nur, egal, was die Anleger denken.

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass es dieses Jahr gar keine Herbstkorrektur gab? Es gab auch keinen schwachen Mai, wie die Börsenweisheit „sell in may and go away“ besagt. Nein, die Börsenkurse haben sich von allem, was der Investor als Entscheidungsgrundlage bisher annahm, abgekoppelt. Dieser Tage ist es für viele Anleger schwer, die Denkweisen der Marktteilnehmer zu verstehen. Der Grund: Diejenigen, die sich am Markt tummeln, denken gar nicht.

Kaum ist ein neues Hoch erreicht, folgt schon das nächste. Es gibt kein Ausruhen, keine Korrektur, wie man es früher nannte. Gute Daten sind gut für steigende Kurse, schlechte sind auch gut. Offensichtlich bewegen sich die Märkte in Bahnen, die die großen Spieler benutzen, die Kleinen jedoch nicht akzeptieren wollen. Keine Börse kann immer ins Unendliche steigen. Die Anleger können einfach nicht glauben, was sie an den Kurstafeln sehen. Sollte das Paradies an der Börse eingekehrt sein?

Jeder, der sich mit der Börse beschäftigt hat, weiß, dass es gewisse Grundlagen gibt, an denen sich Analysten orientieren wollen. Das sind charttechnische Grundlagen oder fundamentale Daten wie das KGV oder andere. Wirkliche Anleger wollen auch wissen, was die Unternehmen machen und wie es um deren Geschäfte steht. Schlecht geführte Unternehmen sollten schwächere Kurse zur Folge haben und gute umgekehrt. In der Vergangenheit wurde an der Börse auf Unternehmen geschaut und sich gute Firmen zwecks einer Investition ausgesucht. Heute schaut niemand mehr auf das, was ein Unternehmen herstellt. Es interessiert niemanden mehr.

Die meisten Menschen können mit den Kursbewegungen an den Börsen zu Recht nichts mehr anfangen. Kein Wunder, dass die Deutschen keine Aktien kaufen wollen. Es ist absurd, warum jemand nach vielen hundert Punkten direktem Anstieg noch Wertpapiere kaufen soll. Ebenso verhält es sich mit Aktien, die sich im Preis bereits verdoppelt und verdreifacht haben. Niemand würde diese Aktien kaufen. Anleger aus Fleisch und Blut wollen unter solchen Umständen nicht mehr zugreifen, elektronische Marktteilnehmer jedoch können ein Blatt ausreizen oder gar überreizen. Verstehen muss man das nicht.

Gleichzeitig sehen Anleger die Kurse davonrennen. Immer weiter und immer höher. Es ist nicht mehr Börse, wo Börse draufsteht. Nein, die Börse ist den Anlegern fremd geworden. Es gibt keine Gemeinsamkeiten und keine Grundlagen mehr, als seien die Spielregeln der Börse außer Kraft gesetzt. Um die Unternehmen, den Kernfaktor der Börse, geht es schon lange nicht mehr.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

 

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