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Zinssenkung: Wer glaubt noch die Märchen der EZB?

Gepostet von am 3 Mai, 2013 in Europa | Keine Kommentare

Zinssenkung: Wer glaubt noch die Märchen der EZB?

Gestern hat die EZB die Leitzinsen gesenkt. Das war schon fast erwartet worden, da die bisherigen Maßnahmen fruchtlos geblieben sind. Die Eurozone siecht dahin. Die Politik hat die Zügel bereits aus den Händen gegeben, so dass nun die EZB als letzte Instanz handeln musste. Während also die Zinssenkung nicht außergewöhnlich war, wurde die positive Wirkung solch eines Schrittes besonders hervorgehoben. Doch dieses Märchen der EZB glaubt kaum noch jemand.

Anleger und Bürger können es nicht mehr hören, was Herr Draghi so von sich gibt. Durch das Senken der Zinsen soll die Wirtschaft in der Eurozone angekurbelt werden. Ein stimulierender Effekt soll dadurch entstehen. Dieses Märchen glaubt doch heute niemand mehr. Die Zinsen waren zuvor bei 0,75%. Das war schon tief und was hat es bisher gebracht? Nichts. Die Wirtschaft in der Eurozone kränkelt weiterhin. Warum nun der nächste Schritt, die Zinsen auf 0,5% zu senken, eine Besserung hervorrufen soll, dass weiß nur die Europäische Zentralbank.

Viel wahrscheinlicher ist, dass diese Maßnahme gar keine Wirkung entwickeln wird. Das ist auch naheliegend, da kein Unternehmen billiges Geld nachfragen wird, um zum Beispiel zu investieren, wenn es keine Aussicht auf Verkäufe ihrer Produkte hat. Kein Konsument wird sich ein Auto oder andere Güter kaufen, wenn er Sorge um seinen Arbeitsplatz hat. Das billige Geld wird also wieder einmal nur bis zu den Banken gelangen, die die Vorteile für sich selbst nutzen werden. Der Nutzen für die Bevölkerung ist gleich null.

Der Effekt einer Stimulierung würde nur funktionieren, wenn der kränkelnde Patient nicht todkrank wäre. So aber verpufft er. Man kann auch an der Entwicklung der Null-Zins-Politik der amerikanischen Notenbank FED verfolgen, dass auch ultrabilliges Geld den Patienten nicht heilen wird. Die Lösung heißt also nicht billiges Geld.

Daher ist es unerklärlich, wieso die Europäische Zentralbank dieses Märchen immer wieder hervorholt? Was soll die Formulierung, dass man nun eine Besserung der wirtschaftlichen Lage erwarte? Woher soll die kommen? Es ist Zeit, dass die EZB nicht die Zinsen senkt, sondern ihr Haupt, und zugibt, dass auch sie versagt hat. Sie hat mit ihrer Politik zwar einen plötzlichen unkontrollierten Ausbruch der Krise verhindert, doch sie hat jedes der bestehenden Probleme vergrößert und das Bereinigen des Marktes verhindert.

Die EZB hat gestern die Zinsen nicht wegen ihrer positiven Wirkung gesenkt, sondern weil sie in Zugzwang ist. Die anderen großen Zentralbanken haben vorgelegt und pumpen immer weiter Geld ins System, da kann die EZB nicht zurückstehen. Der Wettlauf, wer das meiste und billigste Geld zur Verfügung stellen kann, hat schon längst begonnen, gewinnt jetzt jedoch an Dynamik.

Eine Leitzinssenkung zu diesem Zeitpunkt hat jedoch keine positive Wirkung auf die europäische Wirtschaft. Das ist ein Märchen der EZB.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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