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Trading: Abwarten ist schwieriger als Handeln

Gepostet von am 11 Mrz, 2013 in Trading | Keine Kommentare

Trading: Abwarten ist schwieriger als Handeln

An der Börse finden sich sehr oft kindliche Verhaltensmuster. Über die Angst beim Trading wurde schon oft geschrieben. Über das Haben-Wollen auch, vor allem das Noch-Mehr-Haben-Wollen. Eine elementare Handlung beim Trading ist das Abwarten. Die meiste Zeit passiert wenig und wird beobachtet. Der Trader muss sich zurückhalten. Das ist genau die Komplexität. Genauso, wie ein Kind es kaum schafft, seinen Drang zu kontrollieren, schaffen das die meisten Trader auch nicht.

Die Eigenschaft des Traders (handeln) steht im Gegensatz zu seiner Tagesarbeit. Während vom Trader Aktionen erwartet werden, wie das Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren, soll sich diese Person gleichzeitig in Geduld üben. Er soll Chancen und Möglichkeiten auch mal an sich vorbeiziehen lassen. Soll auf wichtige Handelsmarken achten und nicht voreilig handeln, sondern erst dann, wenn es (z. B. charttechnisch) Sinn macht.

Ein entsprechendes Beispiel präsentieren wir aus unserer letzten Silberpreisanalyse. Unter dem Titel "Finger weg unter 35$", rieten wir vom Kauf ab. Das war bei einem Kursstand von 31,45$. Heute notiert der Silberpreis bei 29$. Das ist ein Minus von knapp 8%. Dieses Beispiel ist insofern vorbildlich, da das Abwarten hier wichtig und richtig war. Das fällt den Anlegern jedoch schwer.

Stellen Sie sich vor, jemand möchte in Silber Long gehen, also auf steigende Kurse setzen. Dann sitzt diese Person zunächst auf Cash und ist bereit zu investieren. Diese Situation nötigt unseren Trader bereits, etwas mit dem Geld anzufangen. Er ist ja Trader, er muss also aus "beruflichen Gründen" schon irgendwas machen. Den meisten Tradern fällt es schwer, Cash liegenzulassen.

Dann kommt der Fakt hinzu, dass zu Beginn des Jahres der Silberpreis zunächst stieg. Gleichzeitig sieht unser Trader jedoch nur zu, obwohl er Long gehen wollte. Jeder Kurs, der jetzt höher notiert, ist ein mentales Minus für unseren Trader. Er hätte ja günstiger in den Markt kommen können, wenn er früher gehandelt hätte. Laut der obigen Silberanalyse sollte man die Füße bis zu Kursen über 35$ stillhalten. Dieses Warten ist oftmals eine innerliche Zerreißprobe, denn der Trader sieht seine Chancen davonziehen, weil er zu günstigeren Preisen nicht kauft und erst "spät" (aber sicherer) kaufen soll.

Zudem kommt der mentale Druck hinzu, dass der Trader glaubt, jetzt geht die Silberrally ohne ihn los. Alle kaufen ihre Positionen, nur er nicht. Und er glaubt, dass der Preis durch die Decke gehen wird, dass genau diese jetzige Bewegung den Silberpreis aus dem Seitwärtskanal nach oben herausdrücken wird. Dann wird es schnell gehen und schwierig sein, noch vernünftig in den Markt zu kommen. So malt er sich das aus. Der Trader redet sich ein, er verpasse etwas.

Das ist jedoch falsch. Dieser Druck ist nur selbst erzeugt und zwingt den Trader Dinge zu tun, die er rationell betrachtet nicht tun würde. Das Abwarten ist nichts Schlechtes. Leider wird das nicht so gesehen. Oftmals bezeichnen die Trader das Warten als langweilig oder Zeitverschwendung. Das ist es mitnichten. Jeder kann die Zeit nutzen, alternative Chartverläufe zu erstellen oder alternative Investments zu recherchieren. Er darf sich nur nicht zu unüberlegten Handlungen verleiten lassen.

In den Markt kommt jeder Trader irgendwie. Jeder der Geld hat, kann kaufen und ist erst mal drin. Das Abwarten bereitet Kopfschmerzen. Der Trader muss an sich arbeiten, um sich zurückzunehmen. Erst wenn das gelingt, ist er ein gutes Stück weiter als seine Konkurrenten.

Einfach ist das bekanntlich nicht, aber einfach kann jeder.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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