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Medien: Eurokrise hatte sich in Italien versteckt

Gepostet von am 27 Feb, 2013 in Europa | Keine Kommentare

Medien: Eurokrise hatte sich in Italien versteckt

Sofern Sie die Medien verfolgen, wird Ihnen bereits aufgefallen sein, dass plötzlich die Eurokrise wieder da sein soll. Wo war sie nur all die vielen Monate zuvor, fragt sich der besorgte Leser. Nach Meinung der Medien war die Eurokrise endgültig auf Nimmerwiedersehen vorbei. Und just am Montagabend, als scheinbar in Italien die falsche Partei gewonnen hat, just in diesem Moment ist die Eurokrise wieder aufgetaucht. Dieses Märchen glaubt doch niemand.

Es klingt unglaublich und zeigt, wie dreist man heute dem Bürger Nachrichten eintrichtert, die so nicht stimmen. Hätte Italien die richtige Partei gewählt, solch ein Eindruck wird erzeugt, ja dann wäre nichts von Eurokrise zu hören und zu lesen gewesen. Dann wäre nicht nur Italien auf dem Weg der Besserung, sondern auch die ganze Eurozone gleich mit. Aber so, mit einer unregierbaren Parteien-Konstellation, da ist es nur natürlich, dass die Eurokrise zum Vorschein kommt. So sagt man es uns.

Sie merken schon, die Eurokrise ist scheinbar nicht die Schuld oder im Verantwortungsbereich der Brüsseler Eurokraten. Die weisen jegliche Schuld von sich und zeigen in den Süden nach Italien. Erst mit der Wahl in Italien, erst dann loderte die Krise wieder auf, fielen die Aktienkurse, forderten die Gläubiger höhere Zinsen. Schuld sind immer die anderen, in diesem Fall die italienischen Bürger, die ihr Kreuz an der falschen Stelle gemacht haben sollen.

Nichts wird in den Medien vom Zustand der Eurozone vor den Wahlen erwähnt, dass nämlich die Eurozone schrumpft, die Aussichten düster sind, die Automobilwirtschaft rapide Absatzeinbrüche verzeichnet, die Arbeitslosigkeit auf Rekordhöhe steht, die Jugendarbeitslosigkeit noch unerträglicher ist, dass die Banken noch immer kein solides Fundament haben und weiter Geld benötigen, dass die Immobilienkrise nicht ausgestanden ist, dass es in Griechenland keine Besserung gibt und in Spanien die Bürger ihrer Wut freien Lauf lassen.

Nicht, dass Frankreich in einer Strukturkrise stecken würde, nicht, dass die Wirtschaft in Deutschland im letzten Quartal geschrumpft ist, nicht, dass es einen Währungskrieg gibt, den die Zentralbanken gerade austragen.

Es waren auch die großen Medien, die diese Krisenherde totgeschwiegen haben und nun, von einem Tag auf den anderen, ist die Eurokrise zurück. Wer es glaubt, wird selig. Und der Grund wird auch mitgenannt: Weil in Italien nicht die Finanz-Marionette an die Macht gelangt ist, sondern ein demokratisch gewählter Kandidat.

Lassen Sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Die Eurokrise hat rein gar nichts mit der Wahl in Italien zu tun. Sie war vor der Wahl genauso da wie nach der Wahl. Erst mit dem Verlust von Mario Monti (das ist der Mann, der die Regierungsgeschäfte in Italien in den letzten Monaten geleitet hat, der nicht vom italienischen Volk gewählt wurde und der sein Handwerk bei Goldman Sachs erlernt hat), erst nachdem feststand, dass der Handlanger der Finanzindustrie die Regierungsgeschäfte nicht mehr beeinflussen konnte, erst dann wandte sich das Blatt.

Es ist natürlich für Brüssel und die Euroretter einfach, die Schuld bei anderen zu suchen, als sich selbst einen Fehler einzugestehen. Trotz anderslautender Formulierungen: Die Eurokrise war nie weg und die Probleme sind größer als je zuvor.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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