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Italien wählt: Europa in Sorge wegen Berlusconi

Gepostet von am 24 Feb, 2013 in Europa | Keine Kommentare

Italien wählt: Europa in Sorge wegen Berlusconi

Heute wählt Italien ein neues Parlament. Ist das ein Tag der Abrechnung mit Mario Monti vielleicht? Ein Tag der Entscheidung über die Zukunft des Landes? Die Italiener haben die Zukunft Europas in der Hand. Sie können zwischen dem bisherigen nicht gewählten und allzeit blassen Präsidenten Monti und ihrem temperamentvollen Liebling Silvio Berlusconi wählen, der die Mentalität seiner Landsleute wie kein anderer versteht. Während die Italiener ihre Zukunft vor Augen haben, ist das in Europa anders. Hier hat man Sorge, dass Berlusconi die Brüsseler Pläne durchkreuzen könnte. Das wäre gar nicht so schlecht.

Berlusconi ist eine ganz eigene Persönlichkeit in der Politik. Er macht, was er für richtig hält. Er macht, was Spaß macht und er lügt, dass sich die Balken biegen. Die Medien versuchen, das als unqualifiziert hinzustellen. Als jemand, der eines politischen Amtes nicht würdig ist. Das ist alles Heuchelei, denn Berlusconi repräsentiert die Gesellschaft ohne die Maske der Seriosität. Die Gesellschaft will Spaß haben und sich nicht um die Sorgen des Alltags kümmern. Im Grunde haben die italienischen Bürger ihren ehemaligen Präsidenten beneidet, eben dass er diese Dinge machen kann (z. B. Bunga Bunga Partys), wovon viele nur träumen können. Das machen andere auch: Wie war das mit den Partys der ERGO Versicherung? Vor allem macht Berlusconi das, ohne sich um die Meinung der anderen zu kümmern. Das imponiert nicht nur dem italienischen Volk.

Ebenso werden die Medien nicht müde, die Wahlversprechen von Berlusconi als haltlos und als Lüge hinzustellen. Das sind sie ohne Zweifel, aber ist das in unserer politischen Landschaft nicht überall so? Jede Partei, egal ob in Spanien, in Frankreich oder in Deutschland, verspricht vor der Wahl das Blaue vom Himmel. Vielleicht tragen sie in anderen Ländern nicht so übertreiben auf wie in Italien, jedoch das Prinzip ist das Gleiche. Berlusconi muss nun viel versprechen, denn er hat keine Zeit mehr, also klotzt er, anstatt zu kleckern.

Dass der Cavaliere dabei flunkert, mag nur die Medien stören. Die Gesellschaft flunkert jedoch ständig, sie scheint das nicht zu stören. Egal ob im großen Rahmen, man denke nur an den Libor Skandal, oder im Kleinen, wie bei der Steuererklärung, bei der letzten Krankmeldung oder ob das Essen von Mama gut geschmeckt hat. Die Menschen flunkern sich halt durchs Leben. Der Berlusconi hat das verstanden und schämt sich nicht für seine Versprechen. Er trifft eben das Gemüt der Menschen.

Die Lüge gehört zur Politik und Berlusconi bedient sich dieser mit vollen Händen. Er erzählt, was das Volk hören will. Das Volk liebt ihn dafür. Scheinbar versteht er seine Bürger, sonst würden sie ihn nicht wieder wählen wollen. Das kann man vom steifen Monti nicht sagen. Den haben nur die Finanzmärkte geliebt, jedoch das Volk nicht. Die Finanzmärkte sind es jetzt, die in Sorge geraten. Sie haben Angst, dass Berlusconi ihre Pläne durchkreuzen könnte.

Auch die EU ist in Sorge, da sie mit Berlusconi nicht verhandeln können. Vor allem lässt sich Berlusconi von den Brüsseler Bürokraten nichts diktieren. Das ist aber das liebste Mittel der Eurokraten. Sie wollen mit der Peitsche in der Hand die hilfesuchenden Staaten tanzen und betteln lassen. Mit einem temperamentvollen Cavalieri wird die EU zu kämpfen haben. Da auch das italienische Volk temperamentvoll ist, ist die Zuneigung der Bürger zu Berlusconi verständlich. Beide wollen sich nichts von der EU sagen lassen.

Italien kann heute und morgen wählen, ob sie den Schein des „alles ist in Ordnung“ aufrechterhalten wollen, oder ob sie den Kandidaten Berlusconi wählen und damit diese Maske fallenlassen. Mit einem Schlag wäre die Eurokrise zurück, die Anleihezinsen für Italien wären sofort bei 7%, die Aktienmärkte würden in den Keller rauschen und die EZB wäre in Zugzwang.

Die Wahl Berlusconis könnte auch als Aufrütteln, als ein Weckruf verstanden werden. Wir werden sehen, wie sich das italienische Volk entscheidet.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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