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Euro: Was passiert vor dem Ende einer Währung?

Gepostet von am 15 Jan, 2013 in Inflation | Keine Kommentare

Euro: Was passiert vor dem Ende einer Währung?

Menschen gehen meist davon aus, dass Dinge beständig sind. Diese allgemeine Annahme ist falsch, denn die Dinge sind im stetigen Wandel. Das gilt auch für die Währungen, mit denen man bezahlen kann. Wer zurückdenkt, der erinnert sich an die vielen Währungen, die er schon in seinem Leben benutzt hat. Auch der Euro ist nur ein Lebensabschnittspartner und seine Tage sind bereits gezählt. Bevor jedoch eine Währung abgelöst wird, wird sie panisch verteidigt. Diese Phase erleben wir gerade, danach folgt das Ende.

Blickt man in die Vergangenheit, dann sind allein in Deutschland in den letzten 100 Jahren laut Wikipedia folgende Währungen zum Einsatz gekommen.

  • Mark (1873–1923)
  • Rentenmark (1923–1924)
  • Reichsmark (1924–1948)
  • Alliierte Militärmark (1944–1948)
  • Deutsche Mark (1948–2001)
  • Währung der DDR (1948–1990)
  • Euro (seit 1999)

Allein für Westdeutschland handelt es sich um sechs Währungen innerhalb eines Lebens. Das ist in keiner Weise ein Ausdruck von Beständigkeit. In dem Artikel von Wikipedia kommt immer wieder das Wort Inflation vor, die zu einem Vertrauensverlust und zu einem Ende einer Währung geführt hat. Diese Sorge ist auch heute nicht unbegründet, wenn man verfolgt, wie die Zentralbanken und Staaten mit ihren Währungen umgehen.

  • Die EZB druckt massiv Geld. Sie will den Euro auf jeden Fall retten (unausgesprochen bedeutete die Nachricht: "koste es, was es wolle").
  • Die FED druckt Geld und kauft Anleihen und andere Wertpapiere (aktuell für 85 Milliarden Dollar im Monat). Sie vergibt schon länger Geld zu Nullzinsen. Diese wird sie erst wieder erhöhen, wenn die Arbeitslosenrate in den USA unter 6,5 % fällt. Solange wird die Geldflutung weitergehen, hat sie verkündet.
  • Die japanische Regierung will der dahinsiechenden im Dauerrezessionszustand befindlichen japanischen Wirtschaft mit 87 Milliarden Euro, das sind 10 Billionen Yen, unter die Arme greifen. Die wichtigste Aussage aus dieser Aktion: Der Yen soll inflationiert werden. Er soll im Wert sinken.

Da ist wieder das geheimnisvolle Wort der Inflation. Diesmal aus Japan. Während Japan sich auf Investitionen im eigenen Land freut (jedenfalls erhofft es sich das) sind sich Europa und Amerika einig, dass sie mit der Inflation keine Probleme bekommen werden. Das klingt eher nach einer Schutzbehauptung, um das Gelddrucken zu legitimieren.

Wie wir zu Beginn des Artikels feststellen konnten, ist die Inflation immer ein wesentlicher Teil einer Währung. Jede Währung gibt im Laufe der Zeit einen Teil ihrer Kaufkraft ab. Fast immer wird das Ende einer Währung mit einer panischen Reaktion beantwortet, die auch immer gleich ist. Man versucht noch mehr zu drucken (inflationäre Wirkung), um das Unausweichliche zu umgehen. Es funktioniert aber nicht.

Jede Währung findet ihr Ende. Auch wir in Europa befinden uns in einer außergewöhnlichen Zeit, in der panisch reagiert wird. Wild wird versucht, Staaten und Banken zu retten. Wild werden Gesetze und Regulierungsvorhaben (z.B. Bargeldverbot) umgesetzt, um kurzfristig die Beulen und Wunden unsichtbar zu machen. Ängstlich wird auf eine Erholung der Wirtschaft gewartet, die sich einfach nicht einstellen will.

In Amerika und in Europa wird schon seit fünf Jahren auf eine Besserung der konjunkturellen Lage gewartet. In Japan bekommt die Wirtschaft schon seit 20 Jahren immense Kapitalspritzen. Und hat sich etwas gebessert? Hat man mit den ganzen Leitzinssenkungen und den geldpolitischen Maßnahmen etwas bewirken können?

Nein, mit der panischen Aktion, Geld in unbegrenzten Mengen zur Verfügung zu stellen, ruiniert man nur die eigene Währung. Als Folge der überbordenden Geldmenge wird es zur Inflation kommen, danach folgt das Ende der Währung.

Keine Währung ist beständig. Das ist sie von Natur aus nicht. Das sollte der Mensch wissen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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  1. Aus anderen Blogs – KW 3 / 2013 | Kapitalmarktexperten.de - [...] Nichts ist beständiger als der Wandel. Dass das auch für unsere (aktuelle) Einheitswährung, dem Euro gelten könnte, schreibt start-trading…

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