Investition: Risiko JA, Verlust NEIN?

Gepostet von am 4 Dez, 2012 in Börse | Keine Kommentare

Investition: Risiko JA, Verlust NEIN?

Eine einfache Grundregel der Investition ist es, dass sich derjenige, der etwas investiert, der Gefahren seines Handelns bewusst sein muss. Der Anleger setzt etwas ein und riskiert den Verlust des eingesetzten Kapitals, um dadurch einen Gewinn zu erzielen. Wenn die Investition aufgeht, dann kann sich der Anleger freuen. Geht das Investment schief, muss er seine Wunden lecken, seinen Fehler beklagen und den Verlust abschreiben. Was einfach logisch klingt, ist leider nur für den kleinen Anleger gültig.

Das hier Geschriebene sind die Gesetze des Marktes. Das heißt, sie sind für alle gleich und finden zu jeder Zeit Anwendung. Scheinbar hapert es in der Ausführung, denn für große Anleger scheint diese Regel nicht zu gelten, wie wir in den letzten Jahren schmerzhaft erfahren mussten. Große Anleger investieren und verdienen gut, wenn sich die Spekulation als profitabel herausstellt. Investieren sie und das Geschäft endet mit einem Verlust, dann wird ihr Verlust sozialisiert und durch den Steuerzahler ausgeglichen, gelegentlich in eine Bad Bank ausgelagert oder es finden sonstige Trickbuchungen Anwendung, damit der Verlust ja nicht vom demjenigen getragen wird, der das Risiko auch einging.

Diese Unlogik im System erstreckt sich über viele Bereiche. An den Banken konnte man diese Aushebelung der Marktgesetze besonders deutlich sehen. Noch heute werden Rettungsmilliarden, welche an Staaten ausgezahlt werden, an die Bankenwelt weitergeleitet um ja keinen Verlust zuzulassen. Anleihe Spekulanten können sich ebenso in diese Aufzählung einreihen. Solange man mit griechischen Staatsanleihen gut verdienen konnte, war die Welt noch in Ordnung. Jetzt, wo man mit Oliven gehandelt hat und diese im Depot schlecht werden, wehrt man sich gegen jeden Schuldenschnitt und jedes andere Weh einer Rettung für die Hellenen, um sich selbst die Fehlinvestition nur nicht einzugestehen.

Es läuft etwas gehörig schief im Gebälk, wenn ein Investor für seinen Verlust nicht gerade stehen muss. Das bringt die Finanzgesetze, die in der Vergangenheit so vehement verteidigt wurden, ganz gehörig durcheinander. Die Zeit, in der Verluste wie das Natürlichste der Welt auf die Allgemeinheit umgewälzt werden, ist traurig und sogleich spannend.

Traurig, weil die Menschen hilflos den Machenschaften der Finanzelite zusehen müssen. Kanzlerin Merkel sagt dazu: "alternativlos". Spannend jedoch ist, dass niemand die Marktgesetze dauerhaft außer Kraft setzen kann. So wie ein Ball, der nach oben geworfen wird, auch wieder herunterfällt oder wie der Mensch aus Fleisch und Blut ist, so kann der Investor seinen Verlusten nicht entkommen.

Ein Systemcrash wird zur Bereinigung dieser, zur Zeit gänzlich irrationalen Lage, führen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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