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Aktienmarkt: Ist das die Inflations-Hausse?

Gepostet von am 8 Aug, 2012 in Börse | Keine Kommentare

Aktienmarkt: Ist das die Inflations-Hausse?

Der DAX steigt täglich. Damit auch die Gemütslage der Anleger. Doch was steckt hinter dem Anstieg? Sind es die Supercomputer in den Handelsräumen, die nimmermüde werden zu kaufen, oder ist es die unendliche Liquidität im Markt, die nicht weiß wohin, außer mangels Alternativen in Aktien? Ungläubig betrachteten diejenigen, die den Anstieg verfolgen, die Geschehnisse. Da es keinen echten Grund gibt, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass hier das billige Geld die Richtung vorgibt. Kaufen, bis der Arzt kommt?

Die Euro Schuldenkrise geht immer weiter auf ihren Höhepunkt zu. Der Austritt Griechenlands wird offen diskutiert und über den Sommer ausgeschlossen, nicht aber danach. Die Rezession erreicht Europa, die Industrieaufträge in Deutschland gehen zurück. Inmitten all dieser für den Aktienmarkt negativen Nachrichten steigt der DAX, als gäbe es morgen keine Aktien mehr. Unverständnis ist die Reaktion derer, die nicht glauben können, was sie sehen. Schulterzucken kommt von denen, die investiert sind und für die der Grund für den Anstieg egal ist.

Der Grund für den Anstieg, nach ihm wurde schon lange gesucht. Es ist wie die Suche nach dem heiligen Gral. Wenn man nur wüsste, warum die Kurse so plötzlich angesprungen sind und jetzt kein Halten mehr kennen. Die Sorgen der Anleger scheinen plötzlich wie Staub von einem alten Wintermantel abgefallen zu sein. Negative Meldungen werden ignoriert, positive werden zur Kenntnis genommen. Das klingt alles nach Übertreibung, das ist es wohl auch.

Doch das warum ist noch nicht geklärt. Warum steigt der Aktienmarkt so vehement? Die Antwort könnte sein, dass der Crack up Boom auch den Aktienmarkt erreicht hat. Das Geld muss sinvoll ausgegeben werden  und das so schnell wie möglich. Der Immobilienmarkt boomt ebenso. Das Geld der Leute muss und will in Sicherheit, wie schon gesagt, die Eurokrise nähert sich dem Höhepunkt. Also werden jetzt Aktien gekauft, ganz unabhängig davon, ob diese billig sind oder nicht. Aktien sind besser als Papiergeld, so die Annahme der Käufer.

Außerdem sind Aktien handelbar. Man kann während und nach der Krise Aktien schneller und einfacher wieder in eine neue Währung tauschen. Die Flucht des vielen Geldes hat auch den Aktienmarkt erfasst.

Hinzu kommt die Angst vor der Inflation. Während man kurzfristig Angst um Verwerfungen in Europa hat, fürchtet sich der Anleger mittelfristig vor einer Inflation. Das geht in die gleiche Richtung wie der Crack up Boom. Beim ersteren wird vorhandenes Geld ausgegeben bevor es wertlos wird, beim zweiten verwässert immer neu hinzukommendes Geld den Geldwert. Bei der Inflation ist die Sorge vor einer schleichenden oder offensichtlichen Geldentwertung dominierend. Der Antrieb der Menschen, jetzt Aktien zu kaufen, ist sich mit einem Sachwert einzudecken.

Der Preis einer Aktie spielt offensichtlich keine Rolle, wie man im Chartverlauf des DAX sehen kann. Wenn die Rahmendaten eines Börsenanstiegs so weit weg von der Realität sind, dann liegt die Annahme nahe, dass es hier nicht um die Aktiengesellschaft und um deren Produkte geht, sondern Angst ist der Antreiber, die Angst vor der kommenden Inflation.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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