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Das mulmige Gefühl der Anleger

Gepostet von am 11 Jun, 2012 in Börse | Keine Kommentare

Das mulmige Gefühl der Anleger

Manchmal überkommt den Anleger ein Gefühl des Unbehagens. Die Indizes steigen, obwohl sich die wirtschaftliche Lage weiter zum Schlechten wendet. Worauf beruht der jetzige Anstieg? Wie muss man sich positionieren? Fragen, auf die der Anleger keine Antwort weiß. Als Resultat bleibt in ihm ein mulmiges Gefühl zurück, das ihn an der Marktbewegung verzweifeln lässt.

So ein Tag ist heute. In Italien bricht die Wirtschaft ein. In Spanien sind die Banken pleite. In der Welt kommt es zu einer Verlangsamung der Konjunktur. Wohin man auch sieht, aus der Börsenbrille betrachtet, gerät die Welt aus den Fugen.  

Die Anleger können die Schere zwischen Realität und Wunschdenken deutlich erkennen, nur dagegen machen können sie nichts. Wenn die Anleger kaufen wollen, dann hält sie niemand davon ab. Wie man sieht, berührt es das Anlegerherz an solch einem Tag nicht, was um es herum passiert. Der Kaufdruck ist ungebremst.

Naheliegend wäre eine vorsichtigere Herangehensweise. Wenn Banken gerettet werden müssen, dann bedeutet das augenscheinlich, dass der Patient todkrank ist. Zum Freuen ist da wenig Platz. Eine Rettung heißt in diesem Fall, dass die Banken die nächste Nacht zwar überstehen werden, aber was passiert danach?

So schwirrt das mulmige Gefühl weiter im Kopf der Anleger herum. Dem Anstieg ist nicht zu trauen. Von wirklicher Freude ist unter den Anlegern ebenso nichts zu spüren. Wieso auch? Es gilt, die Wunden zu lecken. Die meisten haben den Ausstieg vor dem Absturz verpasst. Vielleicht können sie jetzt in den Anstieg hinein ihre Anteile verkaufen?

Woher kommt plötzlich die Freude am Aktienerwerb? Die Käufer kaufen zunächst nicht aus dem Grund, weil die wirtschaftliche Lage sich bessert oder sie an einer Unternehmensentwicklung teilhaben wollen. Die heutigen Käufer kaufen, weil der Markt ausgebombt ist, wie man im Börsenumfeld zu sagen pflegt.

Die Kurse sind im ersten Schritt soweit gefallen, dass die Preise nicht tiefer fallen wollen. Jede Art von Nachricht wird in solch einem Umfeld so gedeutet, das sie einen Aktienkauf rechtfertigt. So auch die Rettung der spanischen Banken.

Gestützt wird der kurzzeitige Anstieg durch die elektronischen Börsenteilnehmer. Diese scheren sich nicht um die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Vieles, was der Mensch als „vielleicht“ oder als „könnte eintreten“ interpretiert, interessiert die Handelscomputer nicht. Der Computer kauft, weil  die Bedingungen seines Programms erfüllt sind. Das reicht als Grund für den Aktienerwerb.

An Tagen wie diesen kann man als Anleger nur verdutzt gucken. Es passt nicht in das eigene Bild, was man am Markt sieht. Das Bild im Kopf kann der Anleger nicht verändern. Die Kurse an den Börsen auch nicht. Es bleibt wie es ist. Ein unbehagliches Gefühl, das keine so rechte Freude am Anstieg aufkommen lassen will.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

start-trading Team

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