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Medien beschreiben den DAX Absturz

Gepostet von am 5 Jun, 2012 in Börse | Keine Kommentare

Medien beschreiben den DAX Absturz

Man sagt, Börsennachrichten seien trocken, meist zäh und schlecht zu verdauen. Das dies nicht immer so sein muss, zeigt der gestrige Tag. Der DAX fiel unter die 6000 Punkte Marke. Sofort begannen die Medien mit den Anlegern zu heulen. Auflage und Impressionen steigert man heute nicht mit der eigenen Meinung, sondern, indem man den Schmerz der Anleger teilt. Um das zu erreichen, haben die Medien den DAX im wörtlichen Sinne sowas von in den Boden gerammt, dass es kaum zu glauben ist, doch sehen Sie selbst.

Gleich zur Markteröffnung war es schon so weit. Der DAX startete den gestrigen Handelstag bei 5976 Punkten. Damit war klar. Die psychologisch wichtige Marke war gefallen. Im Krieg müssten die Kommandanten ganz laut "Rückzug" rufen. Die Investoren waren also auf der Flucht. Viele Anleger hatten über das Wochenende noch gehofft, dass die so wichtige Unterstützung halten wird. Dem war am Montag Morgen nicht so. Sofort ging es los mit der (Kriegs) Berichterstattung:

"Krisenangst drückt den DAX unter 6000 Punkte" war die Grundstimmung, die vermittelt wurde. Die Anleger hatten also Angst. Wer Angst hat, der "zittert am Aktienmarkt". Um den Fall durch die Unterstützung bildlich als einen massiven Sturz darzustellen, wurde oft der Titel "DAX rauscht" verwendet. Der Index ist also mit hoher Geschwindigkeit unter die wichtige Marke "gesackt". Weitere Meldungen sprachen von "DAX kracht" oder auch "DAX schlittert". Allen ist gemein, dass der Index ausser Kontrolle ist. Jede Art der Formulierung suggeriert eine "Unkontrolliertheit". Im Grunde heizt man die nervöse Stimmung an.

Die im Vergleich zu den Obigen etwas harmloser neutral formulierten Titel lauteten: der DAX "fällt" oder "sinkt" unter die 6000 Punkte Marke. Das hatte ausnahmsweise etwas Beruhigendes. Manche Schreiber haben es also nicht ganz so dramatisch übertrieben. Bei einem Titel wurde es sogar weihnachtlich, "DAX schenkt 6000 her" hieß es dort, das klang gar nicht nach der miesen Stimmung, auf die die ganze Zeit fokussiert wurde.

Um die Gemütslage der Anleger zu treffen, ist keine Übertreibung groß genug. Es wird aufgebauscht, die Titel werden wild formuliert. Anleger, die gerade ein volles Depot im Minus betrachten müssen, und diejenigen, die sich gerade über den nicht rechtzeitigen Ausstieg aus dem Aktienmarkt ärgern, oder Anleger, die sich die Finger verbrannt haben, wollen ihren Schmerz geteilt sehen. Jedenfalls denken und hoffen das die Medien.

Die Medien haben auch gleich die Gründe für den DAX Absturz identifiziert. Die "Angst um die Weltrezession" wurde als die Hauptsorge der Anleger kommuniziert. Andere sprechen von einer "Krise der Weltkonjunktur", die Anleger hätten "Angst vor einer Konjunkturabkühlung". Es scheint also, dass die Angst das dominierende Wort ist. Am Rande wurde der Blick auf die "Euro-Krise" gelenkt. Am Ende war auch dort die "Angst vor der Schuldenkrise" dominant. Die Angst geht um an der Börse, die Angst um noch größere Verluste.

Die Medien wollten Betroffenheit heucheln, sie wollen Mitgefühl simulieren. Das ist ihnen wohl in dem einen oder anderen Fall auch gelungen. Sie haben in Schreckensbildern den DAX herunter geprügelt, müsste man sagen. Schlimm an dieser Sache ist, dass die gleichen Medien bei Kursen über 7000 Punkte zum Einstieg rieten. Damals "erklomm" der Index diese Niveau, manch ein Medium schrieb "sprang", "knackt" oder "erkämpft" die 7000 Punkte Marke. Das waren Ausdrücke von Kraft und Stärke. Diese Medien wurden nicht müde, die starke deutsche Konjunktur zu loben, das ist die gleiche Konjunktur, die jetzt wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Damals, bei Kursen über 7000 Punkten, sahen die Medien Potential für Aktien. Das war nicht vor allzu langer Zeit.

Medien hängen ihr Fähnlein nach dem Wind und sind nicht Ihr Freund. Das gilt es immer im Hinterkopf zu haben.

Es gibt jetzt keinen Grund zu jammern. So haben wir es in unserem Artikel "Hurra – DAX fällt unter 6000 Punkte" auch formuliert.  Wer auf Cash sitzt, der kann sich freuen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading.de

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