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Inflation als Wachstumsmotor

Gepostet von am 29 Mai, 2012 in Inflation | Keine Kommentare

Inflation als Wachstumsmotor

Die Deutschen haben Angst vor der Inflation. Aus diesem Grund kaufen sie Immobilien zu fast jedem Preis. Die Makler, Notare und die Banken freut es. Sie verdienen daran. Die Deutschen renovieren, sofern sie schon im Besitz eines Eigenheims sind. Das freut die vielen Handwerker, die Bauunternehmen und die Hersteller von Baustoffen. Sie kaufen Autos als Werterhaltungsmittel, das wiederum freut die Autohäuser und die Versicherungen. Die Deutschen kaufen, als gäbe es kein Morgen mehr, das ist ein positiver Effekt der Inflationsangst, der vielleicht so gewollt ist.

Die Bundesregierung wird der Nebeneffekt der Inflationsangst ebenfalls freuen. Die Handwerker haben volle Auftragsbücher, die Immobilienmakler gar nicht soviel Immobilien, wie nachgefragt werden. Die Bürger kaufen, geben ihr Erspartes aus und das Volk hat Arbeit. Das Resultat sind sprudelnde Steuereinnahmen des Staates. Klingt das nicht toll? Das ist es wohl auch.

Nehmen wir einmal an, die permanente Inflationsangst wäre gewollt. Denn es ist schon erstaunlich, wie oft und wie penetrant die Wirtschaftsblätter und die Medien im Allgemeinen dieses Thema in den letzten Jahren aufgreifen. Sie werden nicht müde, Schreckensszenarien auszumalen, wie das Ersparte plötzlich weg ist bzw. zum größten Teil entwertet sein wird, sobald das Inflationsgespenst zum Vorschein kommt. Der Tenor ist der immer gleiche: Das Geld auszugeben wird als beste Lösung gepriesen.

Der Sparer soll in Werthaltiges investieren. Das sind Güter wie Immobilien, wie Autos oder Kunst- oder Luxusgüter. Eigentlich ist es schnuppe, worin investiert wird, Hauptsache, das Geld wird ausgegeben. Die Wahl, vor die der besorgte Bürger gestellt wird, ist diese: Entweder dein Geld wird sowieso wertlos oder du gibst es noch aus, solange du dafür noch etwas bekommst. Die Wahl ist schnell getroffen. Der Bürger gibt sein Erspartes aus.

Je mehr man die Deutschen drängt, umso besser scheinen die Geschäfte zu laufen. Warum sollte man sich nicht über die Inflationssorgen freuen? Warum sollte man die Inflationsangst nicht aufrecht erhalten? Und wenn die Inflationssorgen drohen in Vergessenheit zu geraten, dann werden schnell wieder neue Artikel veröffentlicht, die die Angst wieder zurück in die Köpfe der Deutschen bringen.

So kann man auf einfache Weise aus der Not eine Tugend machen. Die Wirtschaft kommt  in Gang, ohne dass der Staat ein Konjunkturpaket schnüren muss und ohne dass sich der Staat verschulden muss. Der Wirtschaftskreislauf beginnt, indem Geld ausgegeben wird. Das bedeutet, die Nachfrage nach z.B. Immobilien steigt, neue Häuser müssen gebaut werden, das gibt Aufträge an die Bauunternehmen, diese beauftragen Subunternehmen und Handwerker, den Auftrag auszuführen, diese wiederum stellen Leute ein um die Aufträge zu erledigen. Arbeitnehmer erhalten Lohn, den sie wiederum ausgeben. Die Industrie erhält Aufträge sowohl für die Baustoffe (Aufträge der Bauunternehmen), als auch für die Konsumartikel (Verbrauch der Konsumenten), die dieser herstellt. Das steigert die Produktion, wofür möglicherweise mehr Arbeiter benötigt werden. Diese erhalten Lohn und zahlen Steuern. Die Industrie könnte aufgrund der stärkeren Nachfrage gewillt sein zu investieren, indem bessere und produktivere Maschinen angeschafft werden. Das wiederum führt zu Aufträgen in der Maschinenindustrie, diese benötigen Rohstoffe und Mitarbeiter usw. Die Kette kann lange so weitergeführt werden.

Obwohl Gold als der sichererste Inflationsschutz gilt und im Gegensatz zu all den anderen Werterhaltungsmitteln leicht zu transportieren ist und außerdem nicht vom Staat verfolgt werden kann, wird dieser selten als Schutzmaßnahme gepriesen. Bei Gold kommen schnell die klassischen Gründe zur Vorschein, warum man vorsichtig sein soll. Entweder bekommt man dafür keine Dividende, keine Zinsen oder der Goldpreis ist eh schon zu hoch. Der tatsächliche Grund ist ganz einfach: Der Goldkauf fördert nicht die Konjunktur.

So schließt sich der Kreis. Die Inflationssorgen der Deutschen werden immer weiter angestachelt, damit immer mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf fließt. Während die anderen europäischen Staaten noch um Wachstumsoffensiven verhandeln, haben die cleveren Deutschen schon längst begonnen, die Konjunktur zu stimulieren. Die Deutschen sind besonders geeignet für diesen Weg, sie haben besonders schlechte Erfahrung mit Inflation gemacht. Diese Angst gilt es nun zu nutzen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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