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DAX: Computer jagen den Index

Gepostet von am 25 Mai, 2012 in DAX | Keine Kommentare

DAX: Computer jagen den Index

Der DAX steht unter Strom. Er steigt und steigt, ein Ende ist nicht in Sicht. Das Pelztier ist eigentlich ein behäbiges, ein eher gemächliches Tier, doch an manchen Tagen, da kennt er kein Halten. An solchen Tagen ist er ein getriebenes, ein gejagtes Tier. Die Jäger sind die Computer der Händler. Sie kaufen selbstständig, gefühllos und ohne mentale Barrieren. Wenn die Treibjagt beginnt, dann gibt es kein Luftholen, kein "zu hoch" für den DAX. An solchen Tagen wird der Index meist bis zum Tageshoch getrieben.

Computerprogramme sind die Söldner der großen Marktteilnehmer. Man nennt diese Spezies auch Algo-Trader, da sie einem festen Algorithmus folgen, der zuvor programmiert wurde, manche werden auch High-Speed-Trader genannt, da sie besonders schnell agieren können. Sie sind schneller als die meisten anderen Teilnehmer in der Verarbeitung von Nachrichten oder in der Ausnutzung von kleineren Kursbewegungen.

Das heißt, diese elektronischen Marktteilnehmer haben den Auftrag, die Kursbewegungen im Index auszunutzen. Aber nicht nur das, sie können auch trendbeschleunigend wirken. Sie kaufen noch, obwohl der Index schon viele Prozent gestiegen ist, sie springen noch auf fahrende Züge auf, obwohl diese bereits Vollgas fahren. Furchtlos führen diese elektronischen Söldner ihre Arbeit durch. An Tagen wie dem heutigen kaufen sie in den Index immer weiter, immer höher. Sie wirken dabei wie Brandbeschleuniger.

Der Mensch hat mentale Grenzen. So traut der allgemeine Trader dem DAX nach einem 100 Punkte Anstieg kein weiteres Hoch mehr zu. Den elektronischen Händlern macht das nichts aus, sie kaufen einfach weiter, auch wenn es für die menschlichen Teilnehmer keinen Sinn macht. Für sie gilt nur, der DAX steigt, also rauf auf den Zug und daran verdienen. Am Ende hieven sie den DAX um 200 Punkte hoch.

Sie "denken" auch anders als der Mensch. Während die meisten menschlichen Trader nach einem DAX-Anstieg die Gelegenheit suchen Short zu gehen, um den Index beim Fallen zu handeln, suchen die Computer genau das Gegenteil. Nämlich den Neueinstieg, wenn sie nicht investiert waren oder den Wiedereinstieg, wenn sie nach dem ersten Anstieg verkauft haben. In beiden Fällen hemmt das fallende Kurse. Die Computer lauern auf den Kauf und jeder findet einen günstigen Moment für eine LONG Position entsprechend seiner Programmierung.

Während der Mensch noch hofft, der DAX werde endlich korrigieren, kennen die computergestützten Händler keine Gnade. Sie kaufen unaufhörlich weiter, denn sie haben den Willen und auch das Geld dafür. Die Computer haben die höhere Marktdominanz, sie bestimmen die tatsächliche Richtung, da kann der kleine "Mensch" hoffen, soviel er will. Man nimmt an, dass bereits 40% der europäischen Börsenumsätze von Computern generiert werden, die vollautomatisch kaufen und verkaufen.

Bei dieser Dominanz bleibt dem DAX nichts anderes übrig als zu flüchten. Die Jäger geben die Richtung vor. Der Index muss rennen. Heute ist wieder so ein Tag, an dem eine großangelegte Jagd ausgerufen wurde. Sie jagen den DAX nach Norden. Nur die Schlussglocke kann den Index noch retten.

Unsere Handelssignale gibt es: hier.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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