Nicht-gut-genug-Buch
Nicht-gut-genug-Buch

Facebook: kurzfristige Gewinne möglich

Gepostet von am 17 Mai, 2012 in Börse | 1 Kommentar

Facebook: kurzfristige Gewinne möglich

Kaum ein Tag vergeht, an dem in verschiedenen Medien nicht auf die zukünftigen Facebook Investoren geschimpft wird. Die Aktie wäre zu teuer, das Unternehmen würde zu wenig bieten, die Zukunftsaussichten wären ernüchternd. Es drohe der Absturz, sobald die Facebook Aktien das Licht des Börsenparketts erblicken werden. Jetzt stellt sich die Frage, ist es Neid des Schreibers oder fehlt da die Kenntnis, wie ein Börsengang funktioniert? Ein Aktionär will nicht mit dem Unternehmen alt werden, er will Profite sehen. Warum sollte ein Investor also nicht zeichnen und warum ist die Berichterstattung so pessimistisch?

Man wirft den Investoren Gier vor, manch einer sogar Ahnungslosigkeit. Zwischen den Zeilen unterstellt man den zukünftigen Aktionären, daß diese jegliche Rationalität über Bord werfen, nur weil hier ein Internetgigant an die Börse geht. "100 Milliarden Dollar Marktbewertung wären definitiv zu viel", "die Luft wäre aus der Aktie heraus" und "es werde keine Kurssteigerungen mehr geben", so die mehrheitliche Meinung. Und das alles wird gemunkelt, obwohl es ja noch keine Aktie am Markt gibt. Der erste Handelstag ist für Freitag vorgesehen.

Bisher sind die Berichterstatter nur in Kenntnis gesetzt worden, dass die Preisspanne zu dem die Facebook Aktien gezeichnet werden können, aufgrund hoher Nachfrage heraufgesetzt wurde.

Es sind zwei Paar Stiefel, ob man die langfristigen Chancen der Facebook Aktie prognostizieren will, oder ob man während der Zeichnungsfrist nur neue Aktien ergattern möchte. Denn Aktien bei einer Zuteilung zu erhalten, ist oftmals (Ausnahmen gibt es) eine gute Sache. Sie wollen an der möglichen Kurssteigerung zur Eröffnung verdienen, sonst nichts. Also zeichnen Sie eine Aktie, die einen wirklichen Hype ausgelöst hat und verdienen einfach mit, was bitte spricht dagegen?

Es läuft so: Sie haben die Facebook Aktie gezeichnet und gehören zu den wenigen, die einige Papiere erhalten. Nehmen wir an, Sie bekommen 100 Facebook Aktien für 38$ das Stück. Wenn Facebook am Freitag an der Börse gehandelt wird und der Preis gleich nach der Eröffnung bei 45$ notiert, zu dem Sie Ihre 100 Stück auch wieder verkaufen, dann hat der Anleger 700$ in wenigen Stunden gemacht oder etwas mehr als 18% Profit. Daran ist nichts Verwerfliches und das ist unwiderlegbar ein guter Trade.

Derjenige, der diese Woche Facebook Aktien gezeichnet hat, will diese Firma nicht heiraten. Der Investor will einen Profit aus dem Geschäft, aus dem Börsengang herausholen. Wenn das am Freitag gelingt, dann lief alles nach Plan, ganz egal, wie viele Unkenrufe die Emission begleitet haben. Damit kommen wir zur zweiten Betrachtungsweise.

Die Betrachtung des zweiten Stiefels sieht wie folgt aus: Die meisten Schreiber über den Facebook Börsengang wollen das Unternehmen und seine zukünftigen Chancen bewerten. Das wiederum impliziert, dass ein Aktionär mehrere Jahre an dem Unternehmen festhalten will. Wie kommt man auf diese Idee? In der aktuellen Börsenzeit ist die Theorie Aktien zu kaufen und sich schlafen zu legen nicht mehr passend. Oder haben Sie etwa den Ausstieg aus der Telekom Aktie bei über 100 Euro verpasst (verschlafen), weil Sie gerade die Märkte nicht verfolgen wollten? Das kann nämlich böse ins Auge gehen.

Ob Zuckerberg mit dem frischen Geld neue Firmen aufkauft, neue Wege einschlägt oder das Geld aus dem Börsengang in den Sand setzt, ist für die meisten Zeichner dieser Emission völlig irrelevant.

Dass viele Facebook Artikel pessimistisch sind, lässt sich anhand der unterschiedlichen Betrachtungsweisen erklären. Die meisten berichten, als wären die heutigen Zeichner langfristige Investoren, das sind sie aber nicht. Viele wollen nur kurz eintauchen, ein paar Dollar mitnehmen und die Position wieder schließen. Hier wird in der Berichterstattung nicht differenziert, dadurch kommt es zu einem deutlich negativen Touch. Es geht bei einer Börsenemmision meist nur darum, Aktien mit einem Nachlaß zu erhalten, die am ersten Handelstag automatisch mehr wert sind. Die Logik ist ganz einfach.

Wie mit jedem Geschäft, das ein Investor eingeht, ist der Ausgang einer Wette niemals sicher. Eine Garantie für Gewinne gibt es nicht. Diejenigen, die jetzt haufenweise Facebook Aktien zeichnen, glauben an den Nachfrageüberhang am ersten Handelstag. Dieser soll eintreten, weil all die Millionen "Fans", die keine Facebook Aktien erhalten haben, nun im freien Handel unbedingt ihre Kaufaufträge abgeben werden. Plötzlich wird eine Übermacht an Kaufordern den Preis der Facebook Aktie in die Höhe treiben, eben höher als der Investor während der Zeichnungsphase bezahlt hat. Sobald die Aktie im Plus ist, können die Facebook Papiere auch wieder veräußert werden.

Kurzfristig sind also durchaus Gewinne möglich. Trotz aller Unkenrufe.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

1 Kommentar

  1. Es ist immer schön, wenn eine Prognose genau zufrifft. Die beiden Höchst- und Tiefstkurse (38$ Eröffnung, 45$ Höchstkurs) hatten wir am Tag zuvor in diesem Artikel erwähnt.

    Quelle: nasdaq.com

Trackbacks/Pingbacks

  1. Facebook-Börsengang: The next big thing (#facebookguess 46,35 USD) inkl. Presseschau | Die Börsenblogger - [...] Facebook: kurzfristige Gewinne möglich (start-trading.de) [...]

Kommentar schreiben