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IPO: Facebook Aktien sind Bestseller

Gepostet von am 15 Mai, 2012 in Börse | Keine Kommentare

IPO: Facebook Aktien sind Bestseller

Facebook Aktien sind derzeit Bestseller. Sie verkaufen sich wie warme Semmeln. Anleger sind sogar so heiß auf die Papiere des Social-Network Anbieters, dass dieser den Preis für seine Aktien hochsetzen musste. So wird heute gemeldet, dass die ursprüngliche Preisspanne, zu der Anleger diese Papiere zeichnen konnten, erhöht wird. Die Nachfrage nach Facebook-Aktien sei so enorm, dass man den Abschluss der Zeichnungsfrist wohl vorziehen werde. Das klingt nach einem neuen dot.com Hype, und ist es wohl auch.

Es ist aber noch nicht an der Zeit, über diese Hysterie zu schimpfen. Freuen wir uns mit dem Unternehmen, das mit seinen über 900 Millionen Mitgliedern den Daumen nach oben reckt. All diejenigen, die sich um eine Aktie bewerben, hoffen nun inständig, ein Paar Stück zu ergattern. Wie es bisher aussieht, gehen die vielen Kleinanleger leer aus. Bedient werden hauptsächlich Großinvestoren und Depots mit über 100.000 Dollar Einlage. Damit wären gefühlte 90% aller Facebook Nutzer raus aus dem Rennen.

Es geht aber beim Börsengang auch nicht darum, dass die Fans und Mitglieder von Facebook gewinnen, sondern dass das Unternehmen Kasse machen will. Bei einem Börsengang gewinnt das Unternehmen nämlich vor dem ersten Handelstag. Das wird fälschlicherweise oft anders gesehen. Was am Aktienmarkt später geschieht, ist für den Verkaufserlös von Zuckerberg & Co unerheblich. Für seine 337,4 Millionen Aktien wird der Preis jetzt bestimmt, während der Zeichnungsfrist.

Die Zeit, in der der Preis einer Aktie ausgelotet wird, heißt Zeichnungsfrist. Während dieser Zeit werden Kaufaufträge von Investoren angenommen, die diese Aktie zeichnen wollen. Mit welchem Kurs die potentiellen Käufer rechnen müssen, wird in einer Preisspanne festgelegt. Die Zeit der Zeichnungsfrist wird mit entsprechenden Medienauftritten, Roadshows und Investorentreffen werbewirksam hervorgehoben, damit auch wirklich alle Investoren angelockt werden können. Aufgrund der dann aufkommenden Nachfrage wird überprüft, ob der ursprüngliche Preis pro Aktie  zu hoch gegriffen war. Trifft das zu, dann muss man die Preisspanne senken. Ist die Nachfrage hervorragend, dann muss man zusehen, mit einem höheren Preis noch mehr herauszuholen. Das hat Facebook getan, sie haben den Preis pro Aktie aufgrund der hohen Nachfrage erhöht. Die Preisspanne von zuvor 28 bis 35 Dollar wurde auf nun 34 bis 38 Dollar je Aktie angehoben. Wie gesagt, die Kassen werden jetzt gefüllt, nicht mehr dann, wenn die Aktien an der Börse gehandelt werden.

Normalsterbliche können nur die Hysterie vor dem Börsengang verfolgen und auf ihre Gelegenheit warten, am Parkett zuzuschlagen. Manch einer hofft auf einen steilen Anstieg des Kurses, nachdem die Aktie an der Börse gelistet ist. Ob das ein sinnvolles Investment ist, muss jeder selbst entscheiden. Mit einer Marktbewertung von etwas über 100 Milliarden Dollar ist das Unternehmen nicht mehr billig.

Außerdem ist der Flair aus dem Unternehmen gewichen. Fast jeder hat schon einen Facebook Account. Damit ist das Produkt keine Nennung mehr wert. Scheinbar ist auch nichts Bahnbrechendes in der Pipeline, was nun einen gewaltigen Umsatz- und Gewinnschub auslösen könnte. Vielleicht wartet das Unternehmen auch mit neuen Meldungen bis nach dem Börsengang. Bisher sieht es aber nicht danach aus. Nur mit dem Umstand, dass sich immer mehr Leute anmelden, damit kann das Unternehmen langfristig kein Geld verdienen. 

Auf diese Frage muss ein zukünftiger Aktionär eine Antwort haben. Ansonsten hofft jeder Aktionär nur auf steigende Kurse, weiß aber nicht, wieso ein Anstieg einsetzen soll. Das war die Charakteristik der dot.com Blase zur Jahrtausendwende. Die Geschichte jedes Unternehmens klang immer wunderbar. Nur wurde damit kein Geld verdient. Bei solch einem Zustand hat die Geduld der Anleger nicht lange gehalten. Sie verkauften die Anteile schneller, als manch einem lieb war.

Facebook Aktien werden diese Woche mit einem ordentlichen Vertrauensbonus starten. Ob das Unternehmen die hochgesetzten Erwartungen der Aktionäre erfüllen kann, darf bezweifelt werden. An der Börse kann aus einem Bestseller schnell ein Ladenhüter werden. Das weiß man nicht erst seit den letzten IPO's von Internet Unternehmen wie Groupon und Co.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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