ayondo

Anleger flüchten aus dem Aktienmarkt

Gepostet von am 14 Mai, 2012 in Börse | Keine Kommentare

Anleger flüchten aus dem Aktienmarkt

Der DAX startet sehr schwach in die Woche. Schon wenige Stunden nach der Eröfnung notiert der Index über 2% im Minus. Die Schlussrally vom Freitagnachmittag ist damit verpufft, während die Volatilität am Anschlag ist. Soviel Hin und Her zeugt von der großen Angst der Anleger. Sorgen um die griechische Regierungsbildung werden als Vorwand genommen. Tatsächlich sorgt man sich um ein Auseinderbrechen der Eurozone. In so einer Situation will niemand Aktien besitzen. Deshalb beginnt die Woche mit einer Flucht aus dem Aktienmarkt.

Die letzte Handelswoche wurde noch mit einem ordentlichen Plus abgeschlossen. Die Bullen hatten Freitagnachmittag ganze Arbeit geleistet und sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. Und jetzt? Der ganze Anstieg vom letzten Handelstag ist dahin. Die grünen Pluszeichen haben sich in rote Minuszeichen gewandelt. War das eine Falle der Bären?

Noch immer gibt es in Griechenland keine neue Regierung. Die wird es auch nicht geben, verehrte Leser. Da brauchen sich die Anleger keine Hoffnung zu machen. Die Parteien sind zu sehr zerstritten, was auch als Grund für die fallenden Kurse angegeben wird. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Tatsächlich lässt sich ein baldiger Austritt der Griechen aus der Eurozone nicht aufhalten. Die Medien pfeifen es schon von der Akropolis. Was aber überraschend ist, ist die Geschwindigkeit, mit der man auf diese Situation zusteuert.

Die Griechen werden schneller austreten, als das den Eurorettern, der Politik und den Anlegern lieb ist. Der Weg zum Euro-Austritt Griechenlands ist zu einem Selbstläufer geworden, der sich nicht kontrollieren lässt. Wem sollen Merkel, Juncker und Schäuble auch drohen, es gibt ja keine Regierung. Damit wird ein unkontrollierter Ausstieg mit jedem Tag wahrscheinlicher. Eben auch zu schnell für die verschreckten Anleger, die sich nun auf dem falschen Fuß erwischt sehen.

Die Angst wird von zwei Seiten geschürt. Zum einen sind da die Konsequenzen. Wie geht man mit Griechenland um? Was ist mit den Hilfszahlungen? Was mit den Bürgschaften? Wann werden diese fällig und wie werden die ganzen Ausfallversicherungen auf eine dann eintretende Staatspleite reagieren? Zu viele unbeantwortete Fragen, die den Anlegern die Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

Zum anderen: Stellen Sie sich vor, die Griechen treten aus und dem Land geht es danach besser als jetzt. Dann sind die anderen Staaten, die sich in der Spar-Knechtschaft der Euroretter befinden, ebenfalls gewillt auszutreten. Eine Kettenreaktion, die wohl die Eurozone zu Grabe tragen wird. Das letzte Kapitel wurde bereits Ende letzten Jahres eingeläutet. Unser Artikel zu diesem Thema trägt den Titel: "Euro Ende: Das letzte Kapitel beginnt".

In diesem Umfeld auf Aktien zu sitzen ist insofern beängstigend, da bei einer unkontrollierten Flucht aus dem Aktienmarkt alle Papier abgestoßen werden. Sowohl gute als auch schlechte Werte. Die Aktienkurse rasen deutlich in den Keller oder sie fallen sogar ins Bodenlose. Wer noch auf Gewinnen sitzt, der nimmt jetzt mit, was er schon lange hätte machen sollen. Diejenigen, die auf einem Verlust sitzen, die verkaufen, um den Verlust nicht zu groß werden zu lassen.

Wenn beide Marktparteien Aktien veräußern, dann fallen die Kurse so wie heute Morgen gesehen. Nämlich zügig, ohne Luftholen und ohne Rücksicht auf Verluste. An der Börse wird oft gesagt, wenn alle gleichzeitig zum Ausgang rennen, dann kommt keiner mehr raus, aber ob das auch im aktuellen Umfeld Gültigkeit hat, kann jeder Leser selbst beurteilen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

Kommentar schreiben