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Deutschland isoliert sich in Europa

Gepostet von am 10 Mai, 2012 in Europa | Keine Kommentare

Deutschland isoliert sich in Europa

Frau Merkel hat in Europa bestimmt nicht den Sympathiepreis. Während des Verlaufs der Schuldenkrise hat sie den anderen Nationen gedroht, sie hat sie gezwungen und sie hat schlaue Ratschläge erteilt. Die Anderen konnten nicht widersprechen. Warum? Weil der, der das Geld hat, auch die Musik bestimmt. So hat sich Frau Merkel in Europa wichtig gemacht, indem sie Wasser predigte, aber selbst Wein trank. Gemeinsam mit ihrem Kumpan Sarkozy hat sie dirigiert und sich als Euroretter präsentiert. Das ging so lange gut, solange es keine Alternative gab.

Solange Frankreich und Deutschland an einem Strang ziehen, können die anderen Nationen in Europa kaum etwas gegen die eingeschlagene Richtung machen. Diese beiden Länder dominieren die Geschehnisse in Europa. Nur ist es so, trotz bisheriger Rettungsbemühungen (gerettet, aber wen?) gilt Merkel als verhasster Kommandeur, der die Griechen auspresste, die Italiener betteln ließ, die Spanier nicht verstehen wollte und die Engländer aus den Verhandlungen schmiss.

Hätte Frau Merkel kein Geld, würde ihr niemand zuhören. Jeder weiß, dass keine ihrer bisherigen Lösungen je gefruchtet hat. Oder hat einer der Leser noch irgendetwas etwas über die viel gepriesene Hebellösung gehört? Auch die vielen anderen Ideen, die groß angekündigt wurden, sind alle wieder unter den Teppich gekehrt worden. Nein, wirklich niemand glaubt, dass Frau Merkel Europa retten kann.

Und nun kommt ein neuer französischer Präsident daher, der den Peitsche schwingenden Deutschen endlich die Stirn bietet. Man stelle sich einmal diese Art der Begrüßung vor. Hollande ist am Sonntag zum neuen Präsidenten gewählt worden und sofort hagelte es Denkverbote aus Berlin. Merkel und Schäuble, sowie viele B-Politiker aus der dritten Reihe bemühten sich, jegliche Diskussion um das Fiskalpakt zu unterbinden.

"Was erlaube Deutschland?" würde der legendäre Fußballtrainer Giovanni Trapattoni sagen. Seit wann darf Deutschland den anderen Staaten das Denken verbieten? Deutschland steht in Europa mit einem Bein schon im Abseits.

Hier ist nun Hollande, der neue französische Präsident, der sagt: ich stehe für Frankreich. Ich bin nur meiner Verfassung und meinem Volk verpflichtet. Was Europa oder Deutschland von mir wollen, ist mir egal. Ich lasse mir gar nichts sagen. Für die vielen gepeinigten Staaten ist das der Moment, in dem sie zu dem Neuen aufschauen, der auch ihre Führung übernehmen kann.

Gerade jetzt etabliert sich ein Gegengewicht zu Merkel in Europa. Endlich können die geknechteten Staaten sich von der Jochschaft Deutschlands lösen. Endlich können sie sich an der starken Seite Frankreichs gegen Merkel wenden. Welch befreiende Gelegenheit, die sich diese Staaten nicht entgehen lassen werden.

Die deutschen Medien lassen nichts unversucht, den französischen Präsidenten als ungeeignet und unfähig darzustellen. Warum? Damit sich dieser Person niemand anschließt, die Merkel so gefährlich werden kann. Doch damit werden sie scheitern. Die Anhängerschaft Hollandes wird zunehmen. Hinter ihm steht sein Volk. Steht auch die Mehrheit der Deutschen hinter Merkel?

Für Deutschland wird nun die Luft in Europa rauer werden. Deutschland hat es mit seiner Sparsamkeit gründlich übertrieben. Merkel und Schäuble haben zu rücksichtslos mit den notleidenden Nationen agiert. Jetzt rächt sich diese Handlungsweise. Jetzt, wo die anderen Staaten mit Hollande jemanden an ihrer Seite haben, der den Schmerz des Kaputtsparens beenden kann, wird niemand mehr auf Deutschland hören wollen.

Deutschland ist lange genug auf seinem hohen Ross durch Europa geritten und hat die andere Staaten in seine Schranken gewiesen. Die Gefahr einer Isolation hat mit der französischen Wahl dramatisch zugenommen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

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