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Börse: Das Wochenende ist dahin

Gepostet von am 4 Mai, 2012 in Börse | Keine Kommentare

Börse: Das Wochenende ist dahin

Seit Tagen hoffen die Bullen auf einen großen Schluck aus der Pulle. Der Vater des Gedanken ist das Ende der technischen Korrektur der letzten Wochen. Es soll wieder hoch gehen. Nur passiert ist nichts. Es kommt sogar schlimmer. Zum Ende der Woche geben die Börsenkurse deutlich nach. Zu sehr drücken die Konjunktursorgen. Die Stimmung unter den Anlegern ist dahin, das Wochenende ebenfalls.

Die Anleger hatten sich die Zukunft eigentlich schön ausgemalt. Während die Miesmacher noch über fallende Kurse spekulieren, sollte der Börsenzug mit den mutigen Anlegern ordentlich durchstarten. Nur worauf gründete die Hoffnung? Das wird wohl nur der bullische Anleger wissen. An den Börsen setzt sich gerade die die Wahrnehmung über den tatsächlichen Zustand der Wirtschaft durch. Da diese schlecht ist (und war), lässt sich nicht mehr leugnen. Zusätzlich prasseln immer mehr Konjunkturdaten mit grottenschlechten Zahlen auf die Marktteilnehmer ein (z.B. Einkaufsmanagerindizes), die auch für die Zukunft schwache wirtschaftliche Tätigkeit erwarten lassen.

Was soll man mit den Anlegern machen? So sind sie eben. Sie wollen den Kick an der Börse. Wenn sie richtig liegen, dann belohnt sie der Aktienmarkt mit Gewinnen. Liegen sie falsch, ist der Verlust eben schmerzhaft. So sind all diejenigen Anleger, welche diese Woche eingestiegen sind und auf steigende Kurse gehofft hatten, auf dem falschen Fuß erwischt worden. Die Woche begann bei 6844 Punkten und endet bei 6561 Punkten. Ein Verlust von knapp 300 Punkten für die Wochenbilanz, allein heute 2%.

Aber auch diejenigen, die bei Kursen über 7000 Punkten in den Markt eingestiegen sind, warten schon länger auf steigende Kurse. Zu lange? Die steigenden Notierungen wollen einfach nicht kommen. So steigt die Angst bei eben diesen Anlegern vor noch größeren Verlusten mit jedem Tag, an dem kein Stimmungswandel einsetzt.

Der kann auch so schnell nicht kommen. Über die wirtschaftlichen Rahmendaten wurde berichtet. Auch die politischen sind brisant. Am Wochenende wird in Frankreich ein neuer Präsident gewählt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird dies der sozialistische Kandidat Hollande sein. Der hält nichts von den bisherigen Vereinbarungen der EU zu einer Fiskalunion. Ein börsenfreundlicher Präsident wird er ebenfalls nicht sein und deswegen haben die Anleger Sorge.

Auch in Griechenland wird am Wochenende gewählt. Die großen Parteien bekommen nun die Quittung für ihre "Leistung" im Rahmen der griechischen Rettungsaktionen. Glaubt man den Prognosen, haben sie allesamt Stimmen verloren. Auch für den Ausgang dieser Wahl sind die Sorgenfalten auf der Stirn der Anleger nicht zu übersehen. Wenn die kleinen Randparteien nun in das Parlament Einzug erhalten, dann kann das kleine Land schnell unregierbar werden. Oder deutlicher ausgedrückt: Die EU wird ihre Forderungen in Griechenland nicht mehr durchsetzen können.

Eine unbeugsame griechische Regierung und ein nicht verhandlungsbereiter französischer Präsident  werden Europa vor neue, größere Probleme stellen. Vor solch einem unsicheren Wochenende will kein Anleger investiert sein. So sieht es derzeit aus. Die Aktienmärkte geben teilweise deutlich nach.

Ach ja, der holländische Staat steht bereits ohne Regierung da, nachdem die aktuelle Koalition geplatzt ist. Sie konnte das geplante Sparpaket nicht durchsetzen. Sie hat daher ihren Rücktritt eingereicht.

Die Aussichten sind wohl wahrlich nicht rosig. Warum sollte ein Anleger unter diesen Umständen Aktien erwerben? So dominieren die Verkäufer an den Märkten, sie drücken die Kurse, da mehr Anleger Aktien veräußern wollen, als Anleger kaufen möchten.

Wer in diesem unsicheren Markt investiert ist, der hat dieser Tage nichts zu lachen. Während sich die Nachrichtenlage deutlich verschlechtert, ist man investiert, anstatt seine Schäfchen im Trockenen zu haben. Obendrein drücken die bisherigen Kursverluste auf die Stimmung der Aktionäre. Die Stimmung für das Wochenende ist dahin.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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