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Angst vor der Eurokrise, aber warum?

Gepostet von am 24 Apr, 2012 in Börse | Keine Kommentare

Angst vor der Eurokrise, aber warum?

Die Börsen sind wirklich bedrohlich abgestürzt. Jetzt mehren sich die Schlagzeilen in den Medien, wie: die Anleger hätten Angst vor der Eurokrise. Das ist ja wohl das Mindeste, möchte man da sagen. Wenn nicht vor dem Zerfall der Eurozone, wovor sollte man sonst Angst haben? Die Eurokrise würde sich verschärfen, so heißt es. Für einige scheint diese Tatsache neu zu sein. Die Krise war ja nie weg. Wer sich unter diesen Umständen Wertpapiere ins Depot gelegt hat, der wusste, was er tat. Und wenn nicht, dann muss er mit den Kursverlusten leben.

Von wegen Angst vor der Eurokrise. Die Börsianer machen sich Sorgen um die Iberer. Diesmal sei Spanien ganz schön in Schieflage, hört man aus den Finanzsälen. Die spanischen Banken seien bereits tot und nur unter künstlicher Beatmung noch lebensfähig. Die Arbeitslosigkeit sei enorm und die Wirtschaftsleistung am Schrumpfen. Vor dieser spanischen Lage fürchten sich die Börsianer und verkaufen. Jedenfalls schreiben das die Medien. Liebe Leser, was bitte ist in dem vorhergehenden Absatz neu? Wenn die spanische Zukunft die Börsen in Angst erschauern lässt, dann definitiv nicht wegen obigen Gründen.

Das sind nämlich die gleichen Gründe, wie zum Jahreswechsel auch. Da aber wollten sich die Börsen nicht von der spanischen Grippe anstecken lassen. Da kannten die Anleger nur eine Richtung, nämlich nach Norden. Es ging sogar soweit, dass man die spanischen Sparbemühungen lobte. Es ginge aufwärts im Südwesten Europas. Was es mit Bemühungen auf sich hat, wissen Sie natürlich. Es ist halt eine Bemühung, so etwas wie "er hat sich stets bemüht" – geschafft hat er es trotzdem nicht. Von einem positiven Resultat war nie die Rede. 

Wenn also irgendein Investor Aktien erworben hat, weil er glaubte, den Spaniern ginge es besser, dann liebe Leser, ist er selbst schuld, wenn er nun unter Beschuss gerät. "Wer mit dem Feuer spielt, kann sich verbrennen" heißt eine gängige Redewendung. Aber nicht nur in Madrid brennt die Hütte. In Rom und in Lissabon ebenfalls. In Athen hat die Hütte nie aufgehört zu brennen. Wenn also ein Anleger das drohende Ungemach in der Eurokrise nicht wahrhaben wollte, dann ist ihm nicht zu helfen. Die Krise ist genauso da, wie sie vor sechs Monaten auch da war. Eher ist die Lage schlimmer geworden. Das wussten die Käufer von Aktien.

Dass der Aktienhype über frisches Geld der EZB angefeuert wurde, das ist oft genug geschrieben worden.

Und noch eines soll in diesem Artikel nicht fehlen. Der Ausgang der französischen Wahl zum Präsidenten würde den Börsianern Sorgen bereiten. Da man nicht weiß, ob der Kandidat Hollande gewinnen werde. Sorgen deshalb, da dieser ein Sozialist ist und damit nicht mit Geld um sich schmeißen wird, um die Wirtschaft zu stärken, die Aktienkultur nicht liebt und den Vermögenden eine Reichensteuer auferlegen will. Außerdem, und damit nähern wir uns der Eurokrise, will dieser Kandidat die bisherigen europäischen Vereinbarungen in Frage stellen. Was faktisch bedeutet, dass man mit der Euro Rettung (welche Rettung überhaupt?) von vorne beginnen muss.

Was hat das mit den Anlegern zu tun? Die Anleger stoßen ihre Aktien ab. Begründet wird das mit dem unsicheren Wahlausgang. Die Anleger seien überrascht über die deutliche Führung des Kadidaten Hollande. Ein Machtwechsel hätte Nachteile für die Börsenlandschaft, so sagt man. Gleich kommen dem Leser die Tränen. Das ist alles nur ein sinnloser Vorwand.

Nichts von der französischen Präsidentschaftswahl ist neu. Man wusste sein Monaten, wann der Termin der ersten Wahl ist. Doch von Januar bis März diesen Jahres hielt das die Börsen nicht davon ab zu steigen. Anleger kauften Aktien. Da lobte man das Duett Sarkozy und Merkel (wofür?). Jedenfalls machte sich das Paar gut in den Medienblättern. Über steigende Kurse lässt sich auch einfacher berichten. Jeder Börsianer, der wollte, konnte dieses Wochenende herannahen sehen. Außerdem war der Kandidat Hollande schon seit Wochen in Umfragen in Führung und nicht Wenige sahen den Machtwechsel schon vor dem ersten Wahlgang als sicher an.

Das heißt, dass Hollande die meisten Stimmen erhielt und der amtierende Präsident Sarkozy Zweiter wurde, das ist gar keine Überraschung. Für niemanden.

Wenn nun die Medien den Grund für den Börsenabsturz u.a. bei dem französischen Wahlgang suchen, dann nur um die Wissbegier der Anleger zu stillen, die einen plausiblen Grund suchen. Eine neue Erkenntnis gibt es dadurch nämlich keine. Die französischen Wahlen sind nicht Schuld an den vielen Minuszeichen.

In den Köpfen der Anleger ist die Eurokrise zurück. Da es weit und breit keine positiven Meldungen zur Eurolandschaft zu vermelden gibt, liegt es nahe, dass man sich der misslichen Lage besinnt und Aktien verkauft, solange man noch etwas dafür erhält. So erklärt sich, warum die Kurse ohne Gnade und ohne Erholung fallen. Der Verkaufsdruck ist hoch. Wer weiß, welche nächsten Schreckensmeldungen aus der Eurozone auf die Investoren zukommen werden.

Die Medien sind gut darin, die Geschehnisse an den Börsen in schwarz und weiß darzustellen. Steigende Kurse sind gut und fallende eben böse. So werden Schreckensszenarien aufgemalt, besonders der Art, dass die Börsen abstürzen und Vermögen vernicht werden. Moment mal, darf an dieser Stelle eingeworfen werden. Wer an der Börse zockt, weiß was er tut; wer sein Geld riskiert, muss mit den Verlusten leben. Im positiven Fall bekäme der Anleger ja auch einen Gewinn.

Die Börse ist eine Spekulationswiese. Anleger, die auf dieser mitspielen, sollten über die Gefahren Bescheid wissen, müssen mit der Gefahr des Absturzes leben. Alle anderen können beruhigt schlafen. Sie haben keine Aktien im Feuer.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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