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Börse: Spanien Auktion verschaukelt Trader

Gepostet von am 19 Apr, 2012 in Trading | Keine Kommentare

Börse: Spanien Auktion verschaukelt Trader

Die kurzfristigen Trader mussten heute Vormittag ein Gefühlschaos mitmachen. Die Börse ist sehr empfindlich, wenn sie auf spanische Staatsanleihen wartet. Man weiß eben nicht wie die Auktion verlaufen wird. So machten sich die Marktteilnehmer gegenseitig Hoffnung und warteten gemeinsam auf einen positiven Ausgang. Wie nervös der Markt ist, zeigte sich dann bei der Bekanntgabe. Der DAX sprang wild hin und her. Das kann dem Betrachter nur spanisch vorkommen.

Zunächst eröffnete der DAX mit einem GAP up. Direkt weiter wollte der Index aber nicht steigen. Fallen und das GAP schließen wollte der Index ebenfalls nicht. Zu sehr war man gespalten, wie die spanische Auktion verlaufen werde, so hangelte sich der Index im Bereich von 6770 Punkten die erste Zeit einfach seitwärts. Es blieb bei einem Unentschieden zwischen Käufern und Verkäufern. Die Käufer verteidigten das erklommene Niveau. Die Verkäufer zogen eine Widerstandslinie bei 6780 Punkten. Weiter hoch würden sie den DAX nicht ziehen lassen.

Die Spanier sind ein heißblütiges Volk. Diese Hitzigkeit muss auch der DAX gespürt haben, denn bei Bekanntgabe gab es ein Wechselbad der Gefühle. Ausgehend von 6780 Punkten machte der Index einen Rutsch um 20 Punkte, dann einen Befreiungsschlag nach oben um knapp 50 Punkte,  um dann einen Ernüchterungseinbruch zu erleiden. Der DAX gab nach Bekanntgabe des Ergebnisses um knapp 70 Punkte wieder nach.

Für die Trader war der DAX Zickzack Verlauf insofern ein Gefühlschaos, da diese ängstlichen Sprünge innerhalb von Minuten stattfanden. Jeder, der einen DAX Spurt um 40 Punkte innerhalb einer Minute mitgemacht hat, weiß wovon die Rede ist. Der Trader klammert sich an seine Maus oder an seine Tastatur. Er verfolgt regungslos das Geblinke am Bildschirm. Der Trader ist in Trance und ist nicht in der Lage sich zu bewegen. Wer jetzt keinen Stopp Limit eingepflegt hatte, wird keine Chance haben zu reagieren.

Diese Momentaufnahme ist für Long und auch für Short Trader die gleiche Emotionsachterbahn. Die Long Trader haben mit ihrer Wette richtig gelegen. Das CFD-Konto, der KO-Schein steigt plötzlich rasant. Wer jetzt keinen Plan für den Ausstieg hat, wird in Schwierigkeiten kommen. Soll er sofort verkaufen oder ist der Schub erst der Anfang eines starken Plustages? Die Long Anleger überlegen gebannt, jedenfalls versuchen sie es, sofern das Adrenalin sie lässt. Für einen klaren Gedanken ist es jetzt zu spät. Das Maximale der Gefühle wäre ein "Sofortverkauf". Manch einer drückt dann wild verkaufen. Meist ist es in solchen Momenten zu früh oder zu spät, aber nie richtig. Erst nachdem die Position geschlossen worden ist, kann der Trader wieder klar denken.

Die Short Trader sehen in diesen Minuten, in denen der DAX katapultartig hochschießt, wie ihre Position ins Minus rutscht, ja sogar schießt, denn es geht sehr schnell. Soll man jetzt verkaufen oder beruhigt sich die Lage gleich wieder? Auch der Shortanleger kommt nicht zu einem klaren Gedanken, zu schnell blinkt die DAX Anzeige, zu hastig sind die Bewegungen. Wer hier nicht vorher eine Stopp-Loss-Marke eingegeben hatte, sieht sich gerade im spanischen Wasser untergehen.

Schnelle hastige Bewegungen sind für beide Seiten, für Käufer und Verkäufer, nicht nett anzusehen. Denn meist führt es zu überhasteten Entscheidungen, mit denen kein Trader zufrieden sein kann. Es kommt gelegentlich vor, dass ein Trader es schafft inmitten der Panik den richtigen Kauf- oder Verkaufsknopf zu finden, doch das ist nur einer von Zehntausend. Wenn der DAX hüpft, dann hüpft auch meist das Herz des Traders mit. Da ein hüpfendes Herz nicht gesund sein kann, sollte entweder der DAX solche Bewegungen unterlassen oder der Trader vorbeugen.

Für heute war die spanische Auktion das Highlight des Tages. Eigentlich ist die Pointe für den Tag damit schon erzählt. Jetzt wird es spannend sein zu erfahren, wie die Marktteilnehmer den Nachmittag interpretieren werden. Denn die Erkenntnis der spanischen Auktion ist sehr gering.

Fassen wir zum Schluss zusammen:

"Die Käufer der spanischen Anleihen haben die Auktion nur deshalb über die Bühne gebracht, weil sie sich Geld geliehen haben, von jemandem der kein Geld besaß und es deshalb erst drucken musste. Sie haben damit ein Staatspapier gekauft, das nicht das wert ist, was es verspricht. Damit ist auch der Kauf ohne Wert." – © start-trading.de

Diese Erkenntnis des Vormittags muss jedem Beobachter einfach spanisch vorkommen, denn sie ist gleich Null.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

 

Information:

Unsere aktuelle DAX-Analyse (hier). Unser aktuelles Short Signal von heute morgen (hier).

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