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Medien: Sinkende Kurse schmecken nicht

Gepostet von am 22 Mrz, 2012 in Wirtschaft | Keine Kommentare

Medien: Sinkende Kurse schmecken nicht

Die Medien sind nicht nur Informationslieferant, wie man das im allgemeinen annimmt. Sie beeinflussen auch die Stimmung. Bei der Berichterstattung über den Finanzmarkt fällt die einseitige Berichterstattung besonders auf. Wenn Aktienkurse steigen, dann wird gelobt, gefreut und die Stimmung weiter hoch gehalten. Sollte der Markt aber fallen, dann halten sich die Medien auffallend zurück. Über sinkende Kurse will niemand berichten.

Es ist gar nicht so lange her, als der DAX die 7000er Punkte Marke überboten hat. Das war am 13.03.2012. Sofort glühten die Ticker der Nachrichtenagenturen. Der deutsche Index habe die wichtige Marke erklommen. Ein wärmendes Freudegefühl durchströmte die Leser. "Wir Anleger haben es gemeinsam geschafft, den Index so weit nach oben zu bringen" war das Teamgefühl, das geweckt wurde.

In allen Medien wurde ausgiebig berichtet, warum der DAX stark ist, warum die Kurse noch sehr viel länger steigen werden und warum Aktien günstig bewertet sind. Alles Gründe, um weiter an den Aktienmarkt zu glauben. Ein steigender Markt ist etwas Gutes, so nimmt es jedenfalls der einfache Mensch auf. Diese Lücke in der Gedankenstruktur des menschlichen Hirns nutzen die Medien.

Sie unterbrechen Sendungen und schalten an den Frankfurter Börsensaal. Tatsächlich passiert am Parkett nicht viel, die Umsätze werden elektronisch auf Xetra gemacht, aber um das Gefühl des Erreichten zu unterstreichen sind die gemächlich arbeitenden Händler ein gutes Hintergrundmotiv. Die Medien füllen Laufbänder mit Eilmeldungen, dass der Börsenmarkt eine wichtige Hürde geschafft hat. Damit auch dieser Sieg in einem noch schöneren Licht stehen mag, wird gleich zurückgerechnet, wann denn der DAX das letzte Mal über dieser Marke notiert hatte. Der Anleger darf sich mit diesen begleitenden Meldungen über das Erreichte freuen.

Ansteigende Notierungen werden von den Medien ausgekostet. Die Stimmung wird durch das Land und seine Bürger getragen. Erinnern Sie sich?

 

Das gleiche Maß wird bei fallenden Kursen nicht angelegt. Bei sinkenden Kursen legen sich die Medien nicht so sehr ins Zeug. Das ist insofern suspekt, da die Medien ja als unparteiische dritte Instanz gelten. Sie sollen jede Meldung sachlich rüberbringen. Auch an einem Tag wie heute, an dem der deutsche Index DAX rapide fällt, gibt es Meldungen darüber, aber bei weitem viel weniger, als es diese zu einem steigenden Markt gibt. Es werden auch keine Laufbänder aktualisiert und Sendungen unterbrochen.

Über fallende Märkte will man scheinbar nicht berichten. Niemand will den Verlierer sehen, alle nur den Gewinner. Schwache Notierungen und schwache Kurse lassen sich nicht so gut verkaufen. Der Betrachter springt einfach nicht auf solche Meldungen an. Es ist erwiesen, dass Leser lieber über einen steigenden Markt lesen als über einen fallenden. Deshalb halten sich die Medien mit der Nachrichtenversorgung zu einem fallenden DAX zurück.

Möchte man vielleicht kein Öl in den brennenden Markt gießen? Will man die Leute von weiteren Verkäufen abhalten? Wie zu Beginn des Artikels angedeutet, die Medien verfolgen immer ein Ziel. So ist es nicht abwegig, die Anleger bei steigenden Kursen in einer Welle der Euphorie in den Markt zu treiben. Bei fallenden Kursen breitet man schnell eine Decke des Schweigens aus. Mögen die schwachen Kurse schnell verschwinden.

Die Medien haben einen wesentlichen Einfluss auf die Stimmung der Konsumenten. Achten Sie bitte darauf, wenn Sie Entscheidungen treffen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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