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Aktienhype: Verlieren Sie nicht Haus und Hof

Gepostet von am 19 Mrz, 2012 in Börse | Keine Kommentare

Aktienhype: Verlieren Sie nicht Haus und Hof

Es ist Zeit, das Kind beim Namen zu nennen. Wir haben wieder einen Aktienhype. Die Anleger befinden sich wieder einmal inmitten einer euphorischen Aktienkultur, bei der jeder schief angesehen wird, der noch keine Aktien sein eigen nennt. Diejenigen, die sich am Aktienmarkt tummeln, sind von ihrer Anlage vollkommen überzeugt. Die Marktstimmung hat bereits eine Wand der Ignoranz gebildet, an der jegliche Kritik abperlt. Damit ist der Grundstein für einen Aktienhype bereits gelegt.

Das Wesentliche an einer Aktienhysterie ist, dass die Anleger zu sehr von ihrer Anlage überzeugt sind und damit den Blick für die Realität verlieren. In solchen Phasen sind die Aktionäre vollkommen blind für Themen, die das Risiko einer Aktienanlage ansprechen. Sie sind überzeugt, dass der DAX endlich an Fahrt gewonnen hat und noch eine lange Zeit weiter steigen wird. Ebenso wichtig wie gefährlich: Die Anleger sind felsenfest davon überzeugt, dass die Börse gar nicht mehr fallen kann. Darin liegt das größte Risiko.

Unterstützung erhalten diese Investoren durch die steigenden Kurse, denn diese geben den Aktienkäufern Recht. Was interessiert diese das Geschwätz über die Krisenherde der Welt? Warum sollte man die Finger von Aktien lassen, wenn die Kurse doch so schön steigen? Warnende Worte werden als Miesmacherei abgetan und prallen an der Wand der Ignoranz ab.

Jetzt ist es so, dass bei allen Hypes die Investoren an stetig steigende Kurse geglaubt haben. Das war schon immer so. Anleger werden sich noch schmerzhaft an den Hype am Börsensegment Neuer-Markt erinnern. Während des Anstiegs der Kurse waren die Anleger damals besonders euphorisch. Es wurde alles gekauft, was eine scheinbare Geschichte vorzuweisen hatte. Ohne Sinn und Verstand zockten sich die Anleger in eine Art von Rausch.

Das Ende ist bekannt. Jeder Rausch hat ein Ende und dann folgen fallende Kurse, die schmerzhaft sind. Sie löschen die meisten Depots wieder aus. Zu der Zeit des Neuen-Marktes war es auch "in" auf Kredit Aktien zu kaufen, sehr viele Menschen haben damals Haus und Hof verloren.

Allen Anlegern die diese Zeit nicht erlebet haben, sei eine tiefere Betrachtung sehr angeraten. Man kann sehr viel über die Fehler der Marktteilnehmer lesen. Wer die Zeit miterleben konnte, der hat in der Praxis gesehen wie eine Phase des Hypes vonstatten geht. Vor allem wie das Ende aussieht.

Die besondere Charakteristik eines Hypes ist der Glaube, Kurse können nie wieder fallen. Genau da befinden sich die Börsenmärkte wieder einmal. Analysten prognostizieren immer neue und höhere Hochs. Es wird in der Berichterstattung oft von einer Rally im Index und bei Aktien gesprochen. Es wird hauptsächlich auf die Chancen hingewiesen. Kursrückgänge sind Kaufgelegenheiten, heißt es in  solchen Phasen. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Es wird passieren, was immer am Ende eines Hypes passiert. Die gleichen Anleger, die sich jetzt als Gewinner sonnen, werden zum Verlierer. Durch die Kraft der Märkte sind sie so in ihrer Wahrnehmung eingeschränkt, dass sie mit jedem Tag des Kursverfalls weiter an steigende Kurse glauben. Sie verkaufen einfach nicht, obwohl sie das noch mit einem Gewinn könnten. Sogar wenn später das Depot ins Minus rutscht, wollen die ehemaligen Gewinner immer noch nicht einsehen, dass ihr Standpunkt falsch ist.

Dadurch kaufen sie nach und wollen verbilligen. Sie werfen gutes Geld dem schlechten hinterher. Wer auf Kredit spekuliert hat, der riskiert nun Haus und Hof und betet, dass der Aktienwert seines Depot noch hoch genug ist, um die Beleihung abzudecken. Sonst bekommt man schnell einen Anruf oder Post vom Broker und muss Aktien verkaufen oder Geld nachschiessen.

Gelangt man in diesen Kreislauf des Absturzes, wird der Anleger schnell erkennen, dass er einer Illusion aufgesessen ist. Genau an dieser Scheinwelt wird gerade an den Aktienmärkten gebastelt. Seien Sie vorsichtig. 

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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