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Börse pickt sich die Rosinen heraus

Gepostet von am 15 Mrz, 2012 in Börse, Wirtschaft | Keine Kommentare

Börse pickt sich die Rosinen heraus

Es mangelt nicht an Gründen, warum die Börsen steigen. Besonders dann nicht, wenn die Aufnahmefähigkeit der Marktteilnehmer so rosig ist wie dieser Tage. Es können irgendwelche Daten zur Wirtschaft gemeldet werden. Wenn sie gut sind, dann steigt der Markt, wenn sie durchschnittlich sind, dann steigt der Markt auch, weil die Zahlen eine Besserung zu den miserablen Zahlen des vorherigen Zeitraums ausweisen. Sind die Zahlen schlecht, dann steigt der Markt ebenfalls, weil die Hoffnung auf stimulierende Maßnahmen ansteigt. Was auch dieser Tage am Markt gemeldet wird, die Börse findet einen Grund, um zu steigen.

Auffallend oft wird von einer robusten Konjunktur gesprochen. Diese kann überall auf der Welt vorkommen, Hauptsache die Meldung ist positiv. Eine Zeitlang stieg der DAX, weil die Konjunktur in China super lief. Natürlich kommt es darauf an, welche Zahlen man betrachtet, aber die Börsianer waren mit den gemeldeten zufrieden. Man interessierte sich für die besten Zahlen aus den Statistiken. Als dann die Wirtschaftszahlen aus Asien nicht mehr so erfreulich ausgesehen haben, hat man den Blick einfach nach Europa gewandt und fand eine hervorragend laufende deutsche Konjunkturlokomotive.

Und jetzt? Jetzt konzentrieren sich die Marktteilnehmer auf die amerikanische Konjunktur und glauben, Licht am Horizont zu sehen. Mit jeder neuen Meldung steigen die Indizes und auch die Hoffnung auf Besserung.

Es ist auffallend oft der Fall, dass sich die Börsianer an den guten Daten erfreuen und kaufen, und die schlechten Daten ebenso für Käufe nutzen. Das ist nicht im Sinne des Erfinders, denn schlechte Daten sollten mit Verkäufen quittiert werden. Für dieses Grundprinzip fehlt in diesen Tagen die Aufnahmefähigkeit.

An den Wirtschaftsdaten kann man die Blindheit der Marktteilnehmer gut verfolgen. Egal, wie diese ausfallen, man findet einen Grund, damit Aktien steigen können. Das klingt nicht nur unnormal, das ist es auch. Früher wurden um 14:30 Uhr die Zahlen aus den USA  mit Spannung erwartet. Je nachdem, ob die Zahlen gut oder schlecht waren, sprang der Index in die eine oder andere Richtung, um dann in Richtung der guten Zahlen oder eben schlechten Zahlen weiter zu verlaufen. 

So ist das heute nicht mehr. Heute wartet man gar nicht mehr auf die Zahlen um 14: 30 Uhr, da die Marktteilnehmer sich bereits vorher eindecken und den DAX schon 1% ins Plus gehievt haben. Wenn dann Wirtschaftsdaten gemeldet werden, dann werden diese genutzt, um noch eine Schippe drauf zu legen. So wie zu Beginn des Artikels geschrieben, verläuft die Entscheidung wie folgt: bei guten Zahlen kaufen, bei mittelprächtigen auch kaufen und bei schlechten Zahlen erst recht kaufen.

Die Konjunkturdaten sind die Rosinen, nach denen man an den Börsenplätzen so gerne giert. Mit jeder neuen Meldung findet sich ein weiterer Grund, warum man gerade jetzt weiter Aktien kaufen muss. Nur werden nicht Äpfel mit Äpfeln verglichen, wenn man nicht die Entwicklung der gleichen Wirtschaft betrachtet, sondern sich die schönsten Zahlen auf dem Globus herauspickt.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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