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EZB: Der Markt ertrinkt in Liquidität

Gepostet von am 29 Feb, 2012 in Europa, Finanzkrise | Keine Kommentare

EZB: Der Markt ertrinkt in Liquidität

Die EZB hat es wieder getan. Sie hat den Banken wieder billiges Geld zur Verfügung gestellt. Sie hat die Märkte erneut geflutet. Seit Tagen haben die Börsen auf das Ergebnis der heutigen Sitzung gewartet. Das Ergebnis ist einfach nur schlecht, denn eine Flutung ist nichts Gutes. Eine riesige Flut schon gar nicht. Wie viel Flutungen verträgt der Markt überhaupt noch?

Kurz vor Weihnachten waren es 490 Milliarden Euro für 523 Banken. Jetzt wurden 530 Milliarden Euro an 800 Banken ausgegeben. Die Finanzunternehmen leihen sich für den Niedrigzins von einem Prozent Geld von der EZB. Die EZB wünscht sich, dass die Banken dieses Geld in Anleihen schwächelnder Euro-Staaten stecken, damit diese nicht so schnell umfallen. Die Banken nehmen dieses Geld und schaffen sich ein Sicherheitspolster. Statt das Geld weiter zu reichen an Wirtschaften und Staaten, wird das frische Geld vornehmlich bei der EZB gegen Zinsen geparkt.

Der Teil des Geldes, welcher nicht geparkt wird, geht in die Spekulation. Ein Blick auf die Börsenindizes seit Jahresbeginn zeigt die Richtung an. Die neu geschaffene Liquidität fließt hauptsächlich in den Aktienmarkt. Die EZB schafft die nächste Blase. 

 

Wie viele Flutungen verträgt der Markt?

Die amerikanische Notenbank FED hat schon viel früher begonnen, die Märkte zu fluten. Was hat es gebracht? Welches Problem der USA wurde damit gelöst? Keines! Ursachen von Fehlentwicklungen können mit billigen Geld kaschiert, aber niemals gelöst werden.

Das ist das Problem, wenn Zentralbanken in den Markt eingreifen. Es verschieben sich die Marktgrößen. Wenn die Zentralbanken nicht eingegriffen hätten, dann wären einige Banken heute bereits insolvent. Einige Staaten ebenso. Das nennt man Marktbereinigung. Wer schlecht gemanagt hat, wer seine Risiken nicht kontrolliert hat, der fällt hinten runter. Diejenigen, die ordentlich mit ihren Finanzen umgegangen sind, diejenigen rücken nach vorne.

Dieser Marktmechanismus kommt gar nicht in Gang. Durch die unentwegten Liquiditätsspritzen bleiben die kranken Institute am Markt, obwohl sie es nicht mehr dürften. Die Guten werden nicht belohnt, dass sie weniger oder gar nicht gezockt haben. Der Eingriff der EZB ist falsch. Werden wir jetzt alle drei Monate eine neue Liquiditätsspritze sehen? Werden die Indizes DAX und DOW bald bei 10.000 und 15.000 Punkten notieren?

Geld, das nicht erarbeitet wurde, ist nur Schein. Niemand sollte einen Pfifferling auf das frisch bedruckte Papier wetten. Wenn eine unendliche Menge an Geld erschaffen wird, dann ist das einzelne Geld nichts mehr wert. Das Ergebnis wird eine Hyperinflation sein, den Grundstein dafür legen die Zentralbanken gerade.

Es ist einleuchtend, dass ein Markt, der nicht von selbst funktioniert, ein kranker Markt ist. Daher wird auch immer das Wort "Spritze" verwendet. Wie viel Liquiditätsspritzen verträgt der Markt noch? Kann die Weltgemeinschaft immer weiter Geld erzeugen, ohne dafür zu arbeiten?

Ein starkes Vergrößern der Geldmenge ist nicht gesund. Die Gefahr, das der kranke Markt in den Fluten der Geldschwemme ertrinkt, ist groß und diese Gefahr wird mit jeder Notspritze größer.

Anfang Dezember wurde in unserem Artikel "Euro Ende: Das letzte Kapitel beginnt" bereits auf die Fehlentwicklung der EZB Politik hingewiesen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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