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Griechenland: EZB trickst wieder

Gepostet von am 10 Feb, 2012 in Finanzkrise | Keine Kommentare

Griechenland: EZB trickst wieder

Es wird so getan, als ob nun mit der Einigung der Parteien in Griechenland der Staat gerettet und die Probleme gelöst worden sind. Wer so denkt, der hat weit gefehlt. Abgemacht ist noch gar nichts, die Parteien sind immer noch zerstritten und das Volk wütend. Man hat sich auf ein Sparpaket geeinigt. Ohne diese Einigung wäre Griechenland sofort pleite. Die EZB bewegt sich ebenfalls am Rande einer Pleite. Doch sie will sich mit einem Trick retten.

 

Am gestrigen Morgen war noch von einem Scheitern der Verhandlungen in Athen die Rede, am Mittag dann hat der vorschnelle Herr Draghi schon in der EZB Pressekonferenz verkündet, dass es zu einer Einigung in Griechenland gekommen sei. Normalerweise  verkündet das der Ministerpräsident selbst, doch die Märkte haben seit Tagen auf ein Zeichen gewartet. Dieses positive Zeichen kam dann vom EZB Präsidenten Draghi, der sich vorgedrängt hat.

 

Eine Stunde später kam dann die offizielle Stellungnahme aus Griechenland. Der Ministerpräsident Papademos bestätigte, man sei sich einig geworden über die Sparmaßnahmen, die man angehen wolle. Tatsächlich muss es heißen, angehen muss. Denn die Drohungen aus Brüssel, von der EZB und dem IWF wurden immer lauter. Die Griechen mussten ja sagen.

 

Der  Ertrinkende verspricht, was gefordert wird. Mindestlöhne sollen um 22% gekürzt werden, Löhne in der Privatwirtschaft teilweise eingefrorenen werden und vor allem sollen bis Jahresende 15.000 Beamte entlassen werden.

 

Wer jetzt glaubt, irgendetwas sei beschlossen, der irrt. Die Griechen haben sich nur die Gesprächsbereitschaft der anderen erkauft, indem sie Zusagen gemacht haben. Entschieden ist nichts und umgesetzt ist auch noch nichts.

 

Um die Schuldenlast zu drücken muss noch ein Schuldenschnitt erfolgen, bei dem die Gläubiger griechischer Staatsanleihen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Dieser Teil ist noch in Arbeit. Niemand weiß so genau, wie das von statten gehen soll, auf welchen Prozentsatz man sich einigen kann und vor allem wie sich die EZB zu einem Schuldenschnitt verhält.

 

Bei einem Schuldenschnitt wäre die EZB sofort pleite, da sie zu wenig Eigenkapital hat. Darauf  wurde in dem Artikel (hier) schon hingewiesen. Damit dies nicht eintrifft, aber die Schuldenlast der Griechen trotzdem gesenkt wird , muss schon wieder ein Trick herhalten.

 

Die EZB stimmt einem Schuldenschnitt in Griechenland unter der Bedingung zu, dass sie ihre Griechenland Papiere zuvor an den europäischen Rettungsfonds EFSF verkauft. Wichtig: der Deal soll zum Einkaufspreis abgewickelt werden. Das heißt, die EZB bekommt ihren vollen Preis für die griechischen Staatsanleihen wieder, die gar nicht mehr den Einkaufspreis wert sind. Damit ist sie dann von der folgenden Abschreibung (Schuldenschnitt) nicht mehr betroffen. Mit diesem Trick umgeht sie eine sichere Pleite.

 

Wieder einmal windet sich die Finanzpolitik, um dem natürlichen Gang des Systemwandels zu entgehen. Dass nämlich eine Staatspleite nicht aufzuhalten ist und die Schuldenkrise ohne schmerzhafte Einschnitte nicht gelöst werden kann. Außerdem ist das uns bekannte Papiergeldsystem, welches auf Vertrauen aufbaut, nicht mehr vertrauenswürdig und muss deshalb ausgetauscht werden.

 

All das muss zugelassen werden, damit sich auch etwas verändern kann. Bisher kann man bei all den Maßnahmen der Zentralbanken, der Staaten, und der Finanzindustrie nur das Gegenteil verfolgen. Es werden keine Veränderungen zugelassen.

 

Die Verhandlungen in Athen werden weitergehen, Griechenland wird nicht gerettet werden können. Die Pleite kommt.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

start-trading Team

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