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Die Vergnügungssteuer für Finanzen kommt

Gepostet von am 31 Jan, 2012 in Börse, Wirtschaft | Keine Kommentare

Die Vergnügungssteuer für Finanzen kommt

Frankreich hat den ersten Schritt gemacht und möchte eine Finanztransaktionssteuer für Börsengeschäfte einführen. Damit ist der Grundstein gelegt, einen neuen Weg der Finanzregulierung einzuschlagen, nämlich das der Spaß am Finanzmarkt Geld kostet. Das ist gar nichts Besonderes. Die Aufregung in den Medien ist daher schwer zu verstehen. Das Zocken an Spielautomaten wird besteuert, das Zocken im Finanzcasino hingegen nicht?

 

Der Handel mit Wertpapieren ist eine Art Vergnügen. Der Nervenkitzel, mit viel Geld viel bewegen zu können ist ein ganz besonderer. Manchmal balanciert ein Händler am Abgrund und steht dennoch am Ende als Sieger eines Wettbewerbs da. Bei diesem Wettkampf um die profitabelsten Geschäfte ist man zwar allein, misst sich aber dennoch mit Gegnern, die man nicht kennt. Am Ende will jeder die Krone des besten Spekulanten ergattern. Bei diesem Spiel der Spekulanten will man gewinnen.

 

Ein Spiel bereitet Vergnügen, sonst würde man es nicht verfolgen. Daher ist das Belangen von Finanztransaktionen mit einer Steuer gar nicht so abwegig. Wer den Spaß will, muss dafür bezahlen. Das klingt sinnvoll.

 

Wer jetzt in der ersten Reaktion denken mag, oh nein, die Unternehmen werden von der Kapitalversorgung abgeschnitten, der irrt. Von der ganzen Spekulation an den Finanzmärkten hat ein Unternehmen nichts. Ob der Aktienkurs steigt oder fällt, das ist alles Sache der Spekulanten. Ein Unternehmen bekommt beim Börsengang (IPO) sein Geld in die Kasse gespült. Es erhält Kapital als Gegenleistung für die Aktienanteile, die es ausgibt. Danach verdient oder verliert eine AG nichts mehr an den Kursbewegungen.

 

Sollte vielleicht noch die Frage aufkommen, ob denn die Altersvorsorge der Bürger nicht in Gefahr ist, weil die Käufe von Aktien der Normalbürger auch besteuert werden, dann fällt dies auch nicht besonders ins Gewicht. Die überschaubare Anzahl von Aktien, die der Normalbürger kauft, sind mit einer Besteuerung von 0,1% bezahlbar.

 

Mit der neuen Finanztransaktionssteuer, sie wird abgekürzt FTT, was sich aus dem Englischen herleitet (Financial Transaction Tax), sollen große Kapitalgeschäfte eingedämmt werden. Eine Spekulation soll dadurch unrentabler werden. Ob dies wirklich gelingen mag, mit einer Besteuerung von 0,1%, ist zweifelhaft. Außerdem ist es eine Spekulationssteuer light, denn sie soll erst einmal Aktien und Kreditausfallversicherungen betreffen. Die wirklich großen Geschäfte mit Anleihen, mit Devisen und vor allem mit Derivaten ist nicht eingeschlossen. Es klingt eher wie eine taktische Wahlkampfmaßnahme des Herrn Sarkozy.

 

Zocker, die des Vergnügens wegen spielen, werden ihre Finanztransaktionen wegen dieser Maßnahme nicht verringern. Denn diese Personengruppe wird sich von einer “milden Abgabe” nicht abschrecken lassen. Zu sehr lockt das Vergnügen, als dass man bereit wäre, es aufzugeben.

 

Der Weg ist aber richtig. Zockerei muss unrentabel werden. Ob das mit einem nationalen Alleingang Frankreichs gelingt, darf bezweifelt werden. Schade ist jedenfalls, dass Deutschland sich hier versteckt und sich nicht getraut hat, ebenfalls eine Finanztransaktionssteuer einzuführen.

 

Bei Börsengeschäften ist es so eine Sache mit der Einschränkbarkeit eines Börsengeschäfts. Die Händler weichen schnell auf andere Finanzplätze aus und die Maßnahme verpufft.

 

Damit schließt sich der Kreis, dass eine Einführung einer Finanztransaktionssteuer nur eine Vergnügungssteuer auf Börsengeschäfte ist. Die wird der Zockerei keinen Einhalt gebieten, sondern dem Staat als kleine zusätzliche Einnahmequelle dienen. Frankreich hofft auf Einnahmen in Höhe von einer Milliarde Euro.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

start-trading Team

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