Geld ist nicht die Lösung, sondern das Problem

Gepostet von am 19 Jan, 2012 in Finanzkrise | Keine Kommentare

Geld ist nicht die Lösung, sondern das Problem

Der nächste Geldregen kommt. Der IWF hat angekündigt, seine Kassen auf 1 Billion Dollar zu erhöhen. Dies ist ein neuer Schritt, um die weltweite Abschwächung der Konjunktur zu bekämpfen. Sofort springen die Finanzmärkte an und die Medien freuen sich über die  neuen Geldscheine, die vom Himmel regnen werden. Nur mit mehr Geld wird das Problem nicht gelöst, sondern nur verschlimmert.

Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder eine Erhöhung von Geldmitteln beobachten können. Viele Male wurde der europäische Rettungsfonds erhöht. Immer wieder wurden neue Milliarden hinein gepumpt, aber eine Beruhigung der Krise gab es dadurch nicht. Es war zu keiner Zeit genug und trotzdem die erste Reaktion war immer ein Gefühl der Euphorie, ein Gefühl der Befreiung.

Als man die Idee hatte, den europäischen Rettungsschirm zu hebeln, war die erste Reaktion ähnlich. Es wurde gefeiert. Plötzlich war von Krise nicht mehr die Rede. Man hatte scheinbar eine Lösung gefunden, so wurde es kommuniziert. Der Plan war, den Rettungsfond auf eine Billion Euro zu füllen und alle Probleme mit frischem Geld zu bewerfen. Erinnern Sie sich an die Euphorie unter den Politikern? Man vertickerte die Hebellösung als einen großen Wurf, jede Kritik wurde klein geredet. Was ist aus der Hebellösung geworden?

Ein Rohrkrepierer. Niemand wollte sich veräppeln lassen und in etwas investieren, was kaum eine Chance auf Erfolg hat. So war es auch: Investoren aus China, Russland und Brasilien winkten sofort ab. Die so gepriesene Hebellösung ist ein Ladenhüter. Jetzt wurde auch die Bonität des Rettungsfonds von der Bestnote AAA um eine Stufe heruntergestuft auf AA+. Mit dieser Abstufung wird sich das Konstrukt nun überhaupt nicht mehr vertickern lassen. Es gibt bereits Gerüchte, dass man die Hebellösung aus dem Sortiment nehmen will.

Wenn jetzt der IWF (Internationaler Währungsfonds) seine Kassen auffüllt, weil er Sorge um den weltweiten Konjunktureinbruch hat, dann muss man von einer Ausweglosigkeit sprechen. Die Präsidentin Lagarde hat bereits des öfteren vor einer großen Depression gewarnt. Der Ausblick auf die globale Konjunktur sei "ziemlich düster". Als Resultat dieser Erwartung wird das Fondsvolumen erhöht. Damit will man gerüstet sein, Staaten in Notlage schnell helfen zu können.

Besondere Sorge hat man um die europäischen Staaten Italien und Spanien. Das sollte für alle ein Signal sein, die aktuelle Lage als äußerst kritisch zu hinterfragen. Wenn die Staaten, wie bisher kommuniziert, artig sparen und ihre Sparkonzepte vorlegen, warum muss man dann als IWF die Kriegskasse erhöhen? Sehen Sie, die Lage ist gar nicht rosig.

Man will wieder einmal Entschlossenheit demonstrieren um die Märkte beruhigen, wie so oft zuvor. Was hat es geholfen? Nichts. Und auch diesmal wird das Bereitstellen von Geld niemandem helfen. Wenn Geld geholfen hätte, dann müsste es Griechenland besser gehen, stattdessen steht das Land vor der Pleite.

Gerade weil zu viel Geld im Umlauf ist, konnte die Verschuldung der Staaten so stark ansteigen. Das Geld wird von der Zentralbank gedruckt oder modern ausgedrückt im Computer generiert. Ein Staat druckt dann ein Stück Papier und nennt es Staatsanleihe, diese verkauft er an Investoren, vornehmlich Banken. Diese holen sich das frisch gedruckte Geld von der Zentralbank und bezahlen den Staat.

Was ist passiert?

Der Staat hat sich weiter verschuldet. Er ist tiefer in den Schuldensumpf gerutscht. So machen es alle Staaten und deshalb haben wir das Problem der Schuldenkrise. Immer mehr Geld führt zu einer immer größeren Verschuldung.

Das Geld ist also das Problem. Was passiert nun? Mit noch mehr Geld will man die Krise lösen. Dass das der falsche Weg ist, leuchtet schnell ein. Je mehr man Geld generiert, das nicht erarbeitet, sondern gedruckt (gezaubert) wird, um so mehr erhöht man die Fallhöhe. Es wird der Moment kommen, wo tatsächlich gespart werden muss. Je höher die Verschuldung heute getrieben wird, um so schmerzhafter wird der Weg zur Normalität sein.

Das Erschaffen von Geld müsste abgestellt werden. Das wäre der richtige Schritt in die richtige Richtung. Davon sind wir scheinbar noch weit entfernt.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

start-tading Team

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