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Rückblick 2011 – Im Zeichen der Krise

Gepostet von am 30 Dez, 2011 in Finanzkrise, Wissen | Keine Kommentare

Rückblick 2011 – Im Zeichen der Krise

Ein Jahr ist vorüber. Es ist Zeit, wieder innezuhalten und zurückzublicken, was uns das letzte Jahr gebracht und vielleicht auch genommen hat. Das Jahr 2011 stand ganz im Zeichen der Krise. Besonders die Schwierigkeiten der Staaten, eine Finanzierung ihrer Haushalte sicherzustellen, war ein Hauptthema. Gleichzeitig konnten deutsche Unternehmen der Krise trotzen. Sie machten Gewinne. An der Börse hatten Anleger mit erhöhter Volatilität zu kämpfen. Die Märkte kamen ganz schön ins Straucheln und manch einem haben sie Verluste beschert. Unser Rückblick erinnert an die besonderen Dinge des Jahres.

 

Es gibt natürlich viele Ereignisse im Jahre 2011, viel mehr als es möglich ist, in einem einzigen Artikel wiederzugeben. Daher sollen in diesem Rahmen die Geschehnisse hervorgehoben werden, die besonders viel Aufmerksamkeit erregt haben. Im Einzelnen sah das wie folgt aus:

 

Januar 2011

DAX: Der deutsche Index DAX beginnt das neue Jahr 2011 bei 7000 Punkten. Noch ist man unter den Börsianern optimistisch, dass die Krise bereits ausgestanden ist. Zwei Jahre Finanzkrise sind ja auch genug, so denkt man am Parkett. Vermögensverwalter schauen bereits in ihre Glaskugel und prognostizieren einen DAX Stand von 7700 Punkten für Ende 2011.

 

 

Februar 2011

Preisanstieg: Die Preise in Deutschland steigen. Quer durch alle Bereiche des Lebens werden Preise für Versicherungen, Lebensmittel, Transport und weitere Bereiche um ca. 10% angehoben. Die offizielle Inflationsstatistik will davon nichts wissen und weist immer noch einen geringen Wert aus, trotz der Ebbe im Portemonnaie der Bürger. Die Preissteigerung beginnt.

 

 

März 2011

Immobilien: Die Immobilienblase erreicht nun auch Deutschland. Was bisher in den USA, China und in den Mittelmeerländern der Hype war, nämlich das Investieren in Immobilien, ist nun auch im konservativen  Deutschland angekommen. Die Deutschen kaufen Häuser, Eigentumswohnungen und Grundstücke. Die Immobilienmakler haben viel zu tun. Dabei ist der Deutsche nicht über Nacht zu Reichtum gekommen, sondern die Zinsen sind eben günstig gewesen. Ein Kredit für die Finanzierung ließ sich leicht bekommen. Für diejenigen, die bereits etwas angespart hatten, war die Angst vor Inflation ein Grund, Immobilien zu kaufen. Lieber das Geld in eine Immobilie investieren, als es dahinschmelzen zu sehen.

 

 

April 2011

USA: Dieser Monat stand ganz im Zeichen der Debatte um einen kommenden Staatsbankrott der USA. Dabei ging es nicht tatsächlich um einen Zahlungsausfall, sondern um die Diskussion in den Medien darüber. Die USA erreicht all paar Jahre ihre Schuldenobergrenze. Bei Erreichen dieses Verschuldungsgrades werden viele Ausgaben eingestellt, Bedienstete nach Hause geschickt und öffentliche Einrichtungen geschlossen. In diesem Jahr wollten weder die Demokraten noch die Republikaner nachgeben und haben sich bis zum letzten Tag gestritten. Nur ist es so, dass die Schuldenobergrenze schon unzählige Male in der Vergangenheit erhöht wurde. Die Diskussion darum ist nichts weiter als heiße Luft. Die Amerikaner machen eben das, was sie immer schon gut beherrschten: eine mediale Show um den US-Haushalt.

 

 

Mai 2011

Griechenland: Die Staatspleite der Hellenen, inklusive Forderungsverzicht der Gläubiger, wird bereits im Mai skizziert. Noch sind die EU-Führungen optimistisch, dass sich das Land selbst retten kann. Das dem nicht so ist, wird erst später deutlich. Die Griechen wollen die Eurozone verlassen. Sie schmieden schon Pläne, wie sie austreten können. Der Austritt Griechenlands ist ein ganz heißes Thema, die EU will die Realität aber noch nicht wahrhaben.

 

Börsen: Das Sentiment an den weltweiten Börsen wird zu optimistisch. Zu viele Anleger glauben an steigende Märkte. Besonders Unerfahrene sind nun bereit, in den Aktienmarkt einzusteigen. Wenn Taxifahrer Aktien kaufen wollen, dann muss man besonders vorsichtig sein, denn die Gefahr eines Absturzes steigt.

 

 

Juni 2011

DAX: Für den Index sieht die Lage düster aus. Unsere DAX Analyse prognostiziert eine Phase fallender Notierungen um 1000 Punkte. Noch wollen es die Anleger nicht glauben, doch sie sollten sich getäuscht haben.

 

Facebook: Für Anfang 2012 plant Facebook den Börsengang. Es wird jetzt ausgelotet, wie viel dieses Internetunternehmen wert sein könnte, das Dinge macht, wie sie Facebook eben macht. Im Juni spricht man dem Internetgiganten einen Wert von 100 Milliarden Dollar zu.

 

Griechenland: Das Land steht am Abgrund. Es hat kein Geld mehr. Die Bürger wollen die Sparanstrengungen der Regierung nicht mittragen. Diese muss aber die geplanten Maßnahmen durchbringen, um weiter EU Hilfsgelder zu erhalten. Sie antwortet mit der Vertrauensfrage. Griechenland steht am Scheideweg und die Welt hält für einen Moment den Atem an.

 

 

Juli 2011

Börsen: Noch einmal will man unter allen Umständen einen Absturz der Märkte verhindern. Mit geballter Kraft soll ein Umfeld der positiven Stimmung geschaffen werden. Experten raten immer noch zum Einstieg. Einige rufen ganz laut: Rally Rally Rally. Das hat natürlich seinen Grund an der Börse. Die einen wollen verkaufen und suchen neue Anleger, die ihnen ihre Papiere abkaufen.

 

USA: Die Kreditwürdigkeit der USA wackelt. Was bisher nicht für möglich gehalten worden war, wird im Zuge der Finanzkrise zum ersten Male ausgesprochen. Die Ratingagentur Moody’s erwägt eine Abstufung. Die Warnung soll die US-Politiker zwingen, im Schuldenstreit eine Einigung zu erzielen. Die Märkte sind kurzfristig schockiert.

 

 

August 2011

Börsenabsturz: Die Aktienmärkte verlieren schnell und stark. Im Umfeld der Schuldenkrise will niemand mehr Aktien erwerben. So dominiert der Druck der Verkäufer und die Kurse fallen. Anleger ziehen ihr Geld ab. Ist das der Absturz in die Börsenhölle? Angst macht sich unter den Anlegern breit.

 

Papiergeld: In einem Moment der Offenheit erinnert das ZDF im heute-journal, dass unser Geldsystem nur aus Vertrauen in das Papiergeld besteht. Das könne man schnell vergessen, wird erinnert. Denn der Geldschein ist nur das Papier wert, auf dem er gedruckt ist, sonst nichts.

 

 

September 2011

Griechenland: Es scheint ausweglos. Es wurde bisher einfach keine Lösung für die griechische Schuldenkrise gefunden. Nun machen sich die Medien daran, die drohende griechische Pleite vorzubereiten. Plötzlich wird über Möglichkeiten nachgedacht, die man vor wenigen Monaten nicht aussprechen durfte. So langsam muss man die Bürger auch mit der der Realität konfrontieren. Lange genug haben die Medien ein falsches Bild der europäischen Schuldenkrise aufgezeigt. Nämlich, dass sie gelöst werden kann.

 

Wirtschaft: Trotz aller positiven Meldungen über starke Wachstumszahlen in der Wirtschaft mehren sich die Gewinnwarnungen der Unternehmen. Je weiter das Jahr 2011 voranschreitet, umso höher die Zahl der Unternehmen, die ihre Gewinnziele nicht erreichen werden.

 

 

Oktober 2011

Europa: Die Schuldenkrise wird immer größer und die Probleme damit auch. Mit Italien ist nun auch ein Schwergewicht der Union betroffen. Man muss richtigerweise sagen, Italien hat sich selbst in den Schlamassel hineinmanövriert. Jedenfalls wird aus Brüssel nur noch wild an einer möglichen Lösung herumprobiert, aber man hat schlicht keine Ideen mehr, was man noch machen könnte. Europa soll gerettet werden, doch wer braucht eigentlich Europa? Vielleicht müssen sich die Bürger und die Politiker der jeweiligen Länder eingestehen, dass die Euro-Krise viel größer ist, als sie im Stande sind zu lösen. Die Euro-Krise geht in die nächste Runde.

 

 

November 2011

EZB: Die europäische Zentralbank EZB senkt unerwartet ihren Leitzinssatz. Das kam für die Beobachter völlig überraschend. Soll hier etwa der Aktienmarkt vor einem Absturz bewahrt werden? Mit noch billigerem Geld als bisher will man die Märkte stützen und die Wirtschaft stimulieren. Die EZB ist aber nicht für die Wirtschaft einer Gemeinschaft verantwortlich, sondern für die Währung. Sie spielt mit dem Feuer, das sie bald nicht mehr kontrollieren kann.

 

Griechenland: Volkes Stimme zählt. Die griechische Regierung will das eigene Volk fragen, ob es die Sparmaßnahmen, die aus Brüssel angewiesen worden sind, mittragen will oder nicht. Da dieser Schritt nicht mit Brüssel abgesprochen war, ist der Affront groß. Wie kann man es wagen, das Volk zu fragen? So viel Demokratie schmeckt der EU nicht.

 

Italien: Das Land ist Pleite. Es hilft kein Drumherumreden. Die Märkte wollen das Risiko eines Staatsbankrotts Italiens bezahlt haben und fordern für 10jährige italienische Staatsanleihen eine Rendite von 7%. Die Finanzmärkte wissen schon, was die Stunde geschlagen hat, ganz anders als die EU, die noch Hoffnung hat.

 

Illusion: Es ist für die Bürger nicht immer möglich, ein X von einem U zu unterscheiden. Deshalb versucht man seitens der Medien und der Politik, Dinge oft in einem ganz anderen Licht darzustellen, als sie tatsächlich sind. Eine Illusion eben. Besonders im Zusammenhang mit der Schuldenkrise wird die dramatische Lage oft verharmlost und eine Lösung in Aussicht gestellt, die es gar nicht gibt. Tatsächlich geht die Finanzkrise in eine neue Runde, die nun nicht mehr nur Banken und Staaten betrifft, sondern auch das Volk direkt.

 

 

Dezember 2011

Europa: Wieder geht ein EU-Gipfel zu Ende, ohne dass es zu wirklichen Ergebnissen gekommen ist. Zurück bleibt eine Enttäuschung über soviel Machtlosigkeit der EU-Führung. Wieder einmal konnte keines der Probleme gelöst werden. Die Engländer haben genug und wollen bei der Neugestaltung Europas nicht mehr mitmachen. Sie sagen “NEIN” zu Europa.

 

Stresstest: Nachdem sich der letzte Test der EBA als viel zu sanft herausgestellt hat, wurde jetzt eine neuer Test durchgeführt, bei dem “echte” Stress-Szenarien angewandt wurden. Und siehe da, diesmal kommen realistischere Zahlen heraus. Das Ergebnis lautet entsprechend:  europäischen Banken fehlen 115 Milliarden Euro. Auch die deutschen Banken brauchen Geld. Allen voran die chronisch pleite Commerzbank.

 

Goldpreis: Der Goldpreis fällt und das bereitet den Anlegern Sorge. Man ist anderes vom gelben Edelmetall gewöhnt. Die Besitzer wollen an die Performance der letzten Jahre anknüpfen. Außer, dass Gold ein Werterhaltungsmittel ist, ist es auch ein Spekulationsobjekt und ist somit gewissen Marktschwankungen unterworfen. Verlustphasen sind nicht auszuschließen.

 

Finanzkrise: Die Machtverhältnisse haben sich in der Krise verändert. Während noch vor wenigen Monaten die Politik einen lenkende  Funktion hatte, sind es nun die Märkte, die die Regeln diktieren. Für die Euro-Retter gerät die Krise außer Kontrolle, denn nun kann jeder Tag, jeder Moment eine unerwartete Wendung bringen, auf die die Staaten nur noch regieren können.

 

Unser Rückblick erinnert daran, dass es für die Krise keine Lösung gibt, egal wie anders die Statements in der Politik oder in den Medien lauten. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns und ein weitaus spannenderes noch vor uns.

 

Wir wünschen allen unseren Lesern einen guten Start in das neue Jahr 2012.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

 

 

 

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