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Markt Flutung: macht Geld glücklich?

Gepostet von am 2 Dez, 2011 in Börse, Finanzkrise | Keine Kommentare

Markt Flutung: macht Geld glücklich?

Auf die Frage, ob Geld glücklich macht, werden Sie schnell die Antwort erhalten: “Nein, Geld macht nicht glücklich”. Warum freuen sich aber dann die Börsianer so sehr über die Flutung der Märkte durch die Notenbanken? Die Börsianer müssen ein anderes Verhältnis zu Geld haben, denn sie freuten sich so sehr, dass sie den DAX um 5% ansteigen ließen. Trotzdem könnte die Freude nur kurz währen.

 

Denn es stimmt wirklich, Geld macht nicht glücklich, es vereinfacht das Leben nur. Das ist in vielen Dingen des Lebens so. Wohlhabende Menschen haben zwar das Geld, aber sie wissen nicht wohin damit. Die meisten Güter haben sie bereits gekauft, da hilft auch die nächste Million nicht mehr. Die Formel “mehr Geld = glücklicher” kann mit nicht zutreffend beantworten werden.

 

Im Berufsleben ist es nicht anders. Sie können sich eine Gehaltserhöhung wünschen, diese anfragen und sogar erhalten. Für einen kurzen Zeitraum sind Sie über den Gehaltszuwachs erfreut. Wenn Ihnen die Arbeit aber den letzten Nerv raubt und Sie völlig fertig nach Hause kommen, dann hilft Ihnen auch mehr Geld nicht. Es ist dann nur eine Art Schmerzensgeld.

 

Freunde kann man sich auch nicht mit Geld kaufen. Eine Familie lässt sich mit Geld auch nicht gründen. Und schwere Probleme in der Finanzwelt? Die kann man mit noch mehr Geld auch nicht lösen, wie die letzten drei Jahre gezeigt haben.

 

Wenn nun die Zentralbanken die Märkte mit viel Geld fluten, dann nicht um die Aktionäre, die Welt oder sonst wen glücklich zu machen, sondern um die akute Lage nur zu kaschieren. Denn wenn mit Geld eine Lösung hätte gefunden werden können, dann hätten die Euroretter bereits eine. Ganz im Gegenteil, die Finanzkrise wird immer schlimmer, von Heilung keine Spur.

 

Es ist für die Anleger kaum mehr möglich, sich über Kurssteigerungen zu freuen. Man selbst hatte ja nicht den richtigen Riecher. Der Kursanstieg ist völlig unerwartet über einen gekommen. Man hat als Investor nicht aus tausenden Aktien die besten Unternehmen herausgesucht, um damit an einem Börsenanstieg zu partizipieren. Tatsächlich steigen bei so massiven Maßnahmen wie der letzten durch die Zentralbanken alle Aktien auf einmal. Es grünt, soweit das Auge reicht.

 

Doch man hat als Anleger nichts dazu beigetragen. Man ist glücklicherweise investiert, als der Markt wie wild gestiegen ist. Die Freude währt aber nicht lange. Der Anleger kann sich wegen des Kursgewinns nicht sicher sein, denn ihn überkommt sogleich die Sorge, dass alles im nächsten Moment wieder in sich zusammenfallen kann. Der Anleger kann sich also über den Effekt, der durch mehr Geld kurzfristig entsteht, nicht freuen.

 

Die Fragen, die die Marktteilnehmer beschäftigen, sind immer die Gleichen: Die Ankündigung der Marktflutung ist ausgesprochen und die Börse in der ersten Reaktion gestiegen, aber was kommt danach? Sind die Schuldenprobleme nun gelöst und wie geht es an den Märkten weiter? Die Situation ist außer Kontrolle geraten. Mit Börse hat das Ganze nicht mehr viel zu tun.

 

Nehmen wir an, Geld wäre tatsächlich die Lösung aller Probleme, so wie es an den Märkten gefeiert wird. Wie viel Geld benötigen die Märkte dann? Was bedeutet eine Flutung? Was ist die Messgröße? Was ist wenig und was ist viel?

 

Das ganze erinnert an Simbabwe. Dort hat man auch versucht, alle aufkommenden Probleme mit mehr Geld zu bewerfen. Man druckte immer mehr und immer schneller. Die Zahlen auf den Papierscheinen wurden immer größer, nur gebracht hat das alles nichts. Viel Geld ist eben auch keine Lösung.

 

Nein Geld macht nicht glücklich. Die Flutung der Märkte könnte auch folgendermaßen zu Ende gehen: Die getroffenen Maßnahmen werden zu einer massiven Inflation führen und letztendlich wird es zu einem Ende des Euros kommen. Dann muss man sagen: Geld macht sogar unglücklich.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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