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Das Verursacherprinzip – die Banken sind schuld

Gepostet von am 17 Okt, 2011 in Finanzkrise, Wissen | Keine Kommentare

Das Verursacherprinzip – die Banken sind schuld

Bestimmt haben Sie gelegentlich auch ein kleines Kalenderblatt an Ihrer Autotür stecken. Es ist von jemandem, der Ihr Auto kaufen möchte. Wenn Sie einsteigen wollen und dieses Stück Papier wegschmeißen, dann werden Sie womöglich von vorbeigehenden Passanten schief angesehen. Sie Umweltsünder! Das gehört doch in einen Papierkorb und nicht auf die Straße. Dass Sie gar nichts für dieses Stück Papier können, wird außer Acht gelassen. Die Menschen schauen auf den gerade Sichtbaren, aber nicht auf den Verursacher.

 

Es ist nicht ihr Kalenderblatt! Sie haben weder danach gefragt, noch darum gebeten. Warum also sollen Sie schuld an einer Sache sein, die Sie nicht zu verantworten haben? Tatsächlich ist die Person der Übeltäter, die Ihnen unaufgefordert dieses Papier angehängt hat. Warum schimpfen die Leute nicht auf sie? Dieser Mensch verteilt Tausende von diesen Zetteln an fremde Autos und niemand schimpft über die Belastung für die Umwelt. Aber wenn Sie Ihr einzelnes Kalenderblatt „fallen lassen“, dann sind Sie gebrandmarkt als Umweltsünder.

 

Der Verursacher einer Sache wird nicht zur Verantwortung gezogen. Dies ist nicht nur in diesem Beispiel so, sondern Teil der menschlichen Wahrnehmung. Dies ist auch ganz aktuell während der Kundgebungen gegen die Bankenmacht wieder zu beobachten. Die Medien berichten mit einem Zwinkern im Auge über die Proteste der Bevölkerung. Da wird von „Weltverbesserern“ gesprochen, von Menschen, die die Funktionalität der Wirtschaft nicht verstanden haben. Der Tenor, der verbreitet wird ist: da sind wieder einmal einige, die sich beklagen wollen. Das ist schade.

 

Warum ist das so? Die Medien verdienen gut an der Finanzindustrie. Niemals würden sie schlecht berichten wollen, es sei denn, die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung würde dermaßen leiden, dass sie auf Druck der Straße einmal kritischer berichten müssten. Das ist bisher nicht der Fall. Die Medien berichten nur mit Samthandschuhen über die Taten der Bankenindustrie. Sie helfen beim Schüren der Angst, dass Banken nicht pleite gehen dürfen und dass die Banken elementar für die Welt sind. Sie sind fast ein Sprachrohr der Bankenindustrie, könnte man meinen.

 

Im Falle der Banken darf nicht mit dem Finger auf die Bürger gezeigt werden, die gegen die Macht der Banken protestieren. Der Bürger hat nicht im Finanzcasino gezockt. Viele der Probleme, die die Bürger und Staaten heute haben, wurden von der Finanzindustrie verschuldet. Darauf muss eingegangen und die Problematik aufgezeigt werden. Einige Beispiele:

 

Staatsanleihen:

Banken haben gefährliche Staatsanleihen gekauft, um an den großen Renditen zu verdienen. Jetzt droht ein Schuldenschnitt für hochverschuldete Nationen und die Banken werden das investierte Geld verlieren. Sie selbst haben sich in diese schwierige Lage gebracht und nun brauchen sie staatliche Hilfe. Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass jeder Anleihekäufer das Risiko vorher abschätzt. Und jedes Finanzinstitut hätte, wenn es ein Investment mit wenig Risiko möchte, auch deutsche Staatsanleihen kaufen können, anstatt griechische. Das ist wichtig, um die wahren Schuldigen zu identifizieren. Verantwortlich für Schieflage der Institute sind die Banken selbst.

Immobilienkrise:

Banken haben die Immobilienkrise (besonders stark in den USA) verschuldet. Dabei wurden unzähligen Menschen Kredite aufgedrängt, obwohl die Banken wussten, dass diese die monatlichen Raten über die komplette Laufzeit nie bezahlen konnten. Diese Forderungen wurden dann noch gebündelt und als neues Produkt weiterverkauft. Die Gier hat die Bänker übermannt. Sie wollten immer weiter und immer mehr Immobilien verkaufen. “Nach uns die Sintflut”, war die Devise. Bis es dann schiefging und die Immobilienblase platzte. Verantwortlich für Schieflage der Institute sind die Banken selbst.

Börsencrash:

Auch der Aktienboom Ende der 90er Jahre wurde durch die Banken verursacht. Die Banken waren es, die Firmen reihenweise an die Börse begleitet, ja sogar gedrängt haben. Das IPO Geschäft war sehr profitabel und jedes weitere Unternehmen, das an die Börse gehen konnte, liess die Kassen der Banken klingeln. So wurden vollkommen börsenuntaugliche Unternehmen mit Hochglanzprospekten und vollmundigen Versprechungen präsentiert und mit dem Börsengang den Aktionären das Geld aus der Tasche gezogen. Ohne den Hype, den die Banken angefacht hatten, hätte es die dot.com- und die Neuer-Markt Blase nicht in diesem Ausmaß gegeben. Die Banken haben den Brand gelegt, und viele Menschen haben durch den nachfolgenden Crash ihr Erspartes verloren.

 

Das Verursacherprinzip besagt, dass der Verursacher für die Folgen seines Tuns haften muss. Diese Regel, wie viele andere Regeln auch, wird bei der Finanzindustrie außer Kraft gesetzt. Für keine der oben genannten Untaten mussten die Banken bisher bezahlen. Nie wurden sie zur Verantwortung gezogen.

 

Bisher wurden die Täter (Banken) gerettet und die Opfer (Staat, Bürger) gingen leer aus. Trotz aller Krisen feiern die Banken immer weiter, während es der Bevölkerung schlechter geht. Wir können nur hoffen, dass die Staatenlenker aus der ersten Finanzkrise 2008 gelernt haben und diesmal entschlossen handeln und die Verursacher der Krise zur Verantwortung ziehen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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