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USA: Warum eine Einigung unmöglich ist

Gepostet von am 28 Jul, 2011 in Finanzkrise, USA | Keine Kommentare

USA: Warum eine Einigung unmöglich ist

Im Schuldenstreit der USA bahnt sich keine Einigung an. Während hierzulande noch auf eine Einigung in letzter Minute gehofft wird, könnte folgende Version des Ausgangs dieses Dramas eintreten. Es könnte doch sein, dass die Demokraten und Republikaner sich gar nicht einigen wollen, denn das wäre ein Teil des Planes, der wie folgt aussehen könnte.

 

Zunächst einmal können sich beide Parteien nicht einigen, weil keiner der Beteiligten einen Gesichtsverlust vor seinen Wählern erleiden möchte. Wer so lange für seine Überzeugung eingestanden hat, muss diese auch bis zum bitteren Ende durchziehen. Jede Partei vertritt ihre Wähler, das sind die gleichen, die nächstes Jahr wieder zur Wahlurne gehen sollen. Also bleibt man hart in der Haltung. Man kann sich gar nicht einigen, auch wenn man wollte.

 

Da sind die Ratingagenturen, diese haben bereits angekündigt, die Bestnote AAA abzuerkennen, wenn die dramatische Schuldenlage nicht gelöst wird. Aus diesem Grund hat es auch der Notenbankchef Ben Shalom Bernanke nicht eilig, ein neues Druckprogramm, “Quantitative Easing 3“, auf den Weg zu bringen. Er kann die Druckerpresse nicht einfach so anwerfen, wenn ihm die Ratingagenturen im Nacken sitzen. Wenn sich die Schulden erhöhen anstatt zu sinken, wird die gute Bonität zu Staub verfallen.

 

Eine Erhöhung des Schuldenlimits würden die Ratingagenturen sofort bestrafen. Es ist bereits angekündigt worden. Moody’s und Standard & Poor’s haben eine Warnung an die US Regierung ausgesprochen. Die Parteien können von ihrer Position nicht abweichen, denn ihnen sind die Hände gebunden.

 

Die Lage ist ausweglos.

Es sieht jedenfalls so aus, dass die Lage ausweglos ist. Einigt man sich, werden die Schulden höher und die Kreditwürdigkeit wird heruntergestuft, weil man die Schulden nicht unter Kontrolle bekommt. Einigt man sich nicht, tritt der Zahlungsausfall in Kraft. Die USA kann dann ihre Schulden nicht bezahlen und auch in diesem Fall wird die Bestbenotung durch die Ratingagenturen aberkannt.

 

So oder so haben die Amerikaner mit der Aberkennung der Bonitätsnote zu rechnen, warum sich dann also keinen Vorteil aus dieser Notlage erschleichen?

 

 

Es beginnt die Flucht nach vorne.

Folgendes Drehbuch wird möglicherweise abgespult werden, das wieder einmal die ganze Welt überraschen wird. Niemand, auch wirklich niemand glaubt daran, dass die USA in die Staatspleite rutscht. Dies ist in diesem Artikel “Eine Pleite der USA wird ausgeschlossen” bereits beschrieben worden. Die ganze Welt glaubt an eine Einigung in letzter Minute. Das hofft man.

 

Für die USA ist dieses Undenkbare der Vorteil eines Spielers, der den Ausgang eines Spiels bestimmen kann. Das heißt, wann eine Einigung stattfindet oder nicht, bestimmt die USA. Alle anderen warten nur wie das Kaninchen vor der Schlange auf ein Zeichen. Bis dahin scheint alles normal seinen Gang zu gehen, doch ist das wirklich so?

 

Die USA sind Experten für Derivate und Finanzmarktmanipulation. Was läge also näher, als dass die USA sich massiv auf die Shortseite positionieren würde. Das heißt, die USA setzt auf fallende Kurse. Alle Großbanken, verschiedene Institutionen, die US-Regierung und die Notenbank FED versuchen an dem Unheil noch zu profitieren. Auch wenn es im ersten Moment abwegig klingen mag, unmöglich ist es nicht.

 

Der letzte Teil des Drehbuchs beinhaltet die Auflösung des Spannungsbogens. Was niemand für möglich gehalten hat, tritt ein. Es ist Anfang August und es ist keine Einigung vorhanden. Die USA ist pleite. Angestellte werden zwangsbeurlaubt, öffentliche Einrichtungen geschlossen, Sozialzahlungen ausgesetzt. Das Land steht still.

 

Die Finanzmärkte werden völlig überrascht sein. Die Anleger verkaufen in Panik und Aktien und Indizes fallen ins Bodenlose. Der Markt crasht.

 

Während die Depots der Welt alle rote Vorzeichen ausweisen, sind die amerikanischen Depots dick im Plus. Die USA würde an den Verwerfungen sehr gut verdienen. Sie ist ja bereits Short gewesen und mit jedem Punkt, den die Indizes verlieren, gewinnen die Amerikaner.

 

Doch das ist noch nicht alles.

 

Wenige Tage nach dem Eintritt der Staatspleite einigt man sich doch noch. Ein Schelm, wer da was Böses denkt. Doch zuvor passiert Folgendes: Hierbei spielen die USA ihren letzten Trumpf aus. Da die meisten Depots in der Welt durch den Crash ausgelöscht oder tief im Minus sind, werden diese zum Zeitpunkt der Panik keine Aktien kaufen. Aber die amerikanischen Depots strotzen nur vor Kapital und das wird genutzt. Während des Crashs haben die USA billige Aktien eingesammelt und verkünden nun die Einigung. Der Markt macht einen riesigen Sprung nach oben. Die Erleichterung lässt nun all diejenigen in den Markt strömen, die die Normalisierung der Lage nutzen wollen. Eine “Erleichterungsrally” beginnt. Die Kurse steigen und die USA gewinnt wieder.

 

Am Ende werden sich die Demokraten und Republikaner sich geeinigt haben. Natürlich zum Wohle der Nation. So wird das auch nach außen hin verkauft werden, doch im Detail war alles im Drehbuch der USA so geplant gewesen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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