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Die EZB ist pleite

Gepostet von am 27 Jun, 2011 in Finanzkrise, Wissen | Keine Kommentare

Die EZB ist pleite

Als vor wenigen Jahren die drohende Pleite von Griechenland verkündet wurde, da ernteten Autoren weltweit nur ein Lächeln. Ein Land der EU kann niemals pleite gehen, wurde angenommen. Niemand solle die EU und den Euro schlecht reden, waren die Reaktionen. Die Realität wollten nur wenige wahr haben. Doch dann ist Griechenland doch in Schieflage geraten und die Staatspleite steht bevor. Daran zweifelt heute niemand mehr. Und noch jemand ist faktisch bankrott. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist pleite.

 

Die EZB ist angetreten und wollte einen starken Euro etablieren. Sie wollte autark sein und sich von der Politik nicht reinreden lassen. Den Deutschen hat man versprochen, der Euro werde so stark werden wie die alte D-Mark. Das mit der Unabhängigkeit hat sich in der Praxis nicht als krisenfest bewiesen.

 

Schlecht bewertete Anleihen von Staaten wollte die EZB niemals als Sicherheiten akzeptieren. Als die Griechen dringend Geld brauchten und die Märkte keines mehr geben wollten, sprang die EZB ein. Gedrängt von der Politik machte sich die EZB mit diesem Schritt unglaubwürdig.

 

Es ist halt meist wie im richtigen Leben. Ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt es sich ganz ungeniert. So auch im Falle der EZB. Sie konnte, ähnlich der amerikanischen Zentralbank FED, Geld zaubern. Sie nahm wertlose Schuldscheine der Helenen an und gab dafür Kapital frei. Doch mit jedem weiteren Papier vergrößert die EZB ihre Verbindlichkeiten. Im Vergleich zu dem, was sie als Eigenkapital vorzuweisen hat, sind die Schulden der EZB riesig.

 

Wir haben die Schulden/Verbindlichkeiten der EZB visualisiert. Das Eigenkapital der EZB beträgt nur 82 Mrd. Euro, das wäre das, was sie im Notfall vorweisen könnte. Das ist lächerlich gering. Dem gegenüber stehen als Verbindlichkeiten in der Bilanz 1900 Mrd. Euro.

 

 

Als Konsequenz dieser massiven Schieflage in der Bilanz ergibt sich Folgendes: wenn Griechenland pleite ist, ist die EZB gleich mit pleite. Nicht jede Verbindlichkeit beruht natürlich auf griechischen Papieren, aber es ist die bedeutende Mehrheit. Die EZB hätte noch die Möglichkeit, Geld aus den jeweiligen EU Nationen aufzutreiben, wenn ihr Eigenkapital nicht reicht, aber das ist eher unrealistisch. Denn bei einer Pleite würde sich kein Land mehr an einer weiteren Rettungsmaßnahme (Portugal, Irland, Spanien, Italien) beteiligen wollen, da das Geld mit Sicherheit auch weg sein wird.

 

Sieht man sich noch einmal die obige Grafik an, dann wundert man sich, dass es überhaupt zu einer solchen Schieflage kommen konnte. Die EZB ist auf Gedeih und Verderb einer Rettung Griechenlands ausgeliefert. Sie wollte unabhängig und stark sein, doch davon ist nichts zu sehen.

 

Jetzt sieht der Leser die Bemühungen der EZB um eine Rettung Griechenlands aus einem ganz anderen Licht. Die EZB ist vehement gegen jede kontrollierte Pleite oder gegen jeglichen Schuldenschnitt. Jeder auch nur noch so kleine Schuldenschnitt würde die EZB sofort niederstrecken. Also bläst man mit der Politik gemeinsam ins gleiche Horn und beteuert, wie wichtig eine Rettung von Griechenland ist.

 

Das Geld, das man den Griechen als Sicherheit gegeben hat, kommt nicht wieder. Daher ist es für jeden Eurobürger leichter, sich keine weiteren Hoffnungen zu machen und diese Realität zu akzeptieren. Die Wahrheit ist nämlich: die EZB ist genauso pleite wie Griechenland.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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