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Griechenland, der Euro, der Austritt

Gepostet von am 7 Mai, 2011 in Finanzkrise, Staatsbankrott | Keine Kommentare

Griechenland, der Euro, der Austritt

In einer Geheimsitzung versucht Griechenland die Währungsunion und möglicherweise auch die EU zu verlassen, aber soweit ist es noch nicht. Ein Austritt ist faktisch eine Bankrotterklärung von Griechenland.

Nun ist der Fall eingetreten, dass die Gelder, die zur Rettung geflossen sind, nicht mehr zurückkommen werden und obendrein tritt auch die Haftung aus der Bürgschaft in Kraft. Damit ist das Geld der deutschen Steuerzahler weg.

Griechenland ist Pleite. Das war bekannt. Doch man hat das kleine Land unbedingt retten wollen, die EU und der IWF haben sofort Rettungsmaßnahmen in Milliardenhöhe in die Wege geleitet. Es sollte gerettet werden, was nicht zu retten ist. Man hat Griechenland somit die Gelder aufgedrängt und die haben es genommen. Was sollten sie auch tun? Ein Land, das vor dem Ertrinken ist, greift nach jedem Strohhalm. Griechenland trifft keine Schuld.

Schuld sind die Politiker, die wieder einmal ihre Bürger verraten und verkauft haben. Es gab unzählige Stimmen, dass man lieber andere Wege der Lösung suchen solle, anstatt das Geld der Bürger zu verprassen, aber diese wurden gar nicht gehört. Die EU Parlamentarier haben mit aller Macht auf eine Rettung gedrängt, ohne die Meinung ihrer Bürger zu beachten. Es wurde wie all die Jahre zuvor „über die Köpfe der Bürger hinweg“ entschieden.

Es ist auch keine Lösung, ein elementares Problem mit Geld zu bewerfen. Das haben viele Autoren, Webseiten und Blogger geschrieben, doch niemand wollte es hören. Denn Griechenland hat nichts, womit eine Schuldenrückzahlung möglich wäre; keine Industrie, keine Maschinen, keine Produkte, die man verkaufen könnte, es gibt keine Struktur, einfach nichts. Es gibt nur den dünnen Tourismus und die wenigen Olivenplantagen, das ist alles.

Niemand würde normalerweise unter den obigen Bedingungen Geld für eine Rettung locker machen. Doch die EU muss und will sich selbst retten, deshalb verprassen sie die Gelder ihrer Nationen. Wenn Griechenland aussteigt, dann folgen womöglich auch noch andere und dann geht das Licht für die EU Bürokraten aus.

Die EU ist aber auch verlogen. Erst hat sie im Maastricht Vertrag eine Rettung eines EU Landes durch ein anderes ausgeschlossen. Am Ende hat sie doch geholfen. Die EZB hat in ihren Richtlinien fest verankert, dass Anleihen von Staaten, die nicht einer Mindestbonität entsprechen, nicht als Sicherheit akzeptiert werden. Als dann der Ernstfall eingetreten ist und die Bonität von Griechenland heruntergestuft wurde und unter das entsprechende Limit fiel, da hat die EZB diese Regel einfach ignoriert und eine Ausnahme beschlossen.

Nun ist die Angst groß, dass die Griechen Ernst machen und wirklich austreten. Deshalb müssen sich die Helenen Einiges an Beschimpfungen anhören: „sie können nicht aus der Währungsunion austreten“, „sie dürfen das auch nicht“. Es werden wieder Schreckensszenarien gemalt, es würde bei einem Austritt eine viel größere Krise geben, als durch die Finanzkrise, enorme Abschreibungen müssten vorgenommen werden. Die Banken wären im In- und Ausland in Gefahr und so weiter und so fort. Bei aller Polemik, die Gelder, die in Griechenland investiert wurden, waren mit Risiko behaftet und entsprechend hoch waren auch die Zinssätze. Wer sich nun als Gläubiger verspekuliert hat, der muss den Verlust ertragen.

Wie gesagt, die Griechen trifft keine Schuld. Sie nahmen nur an, was man ihnen regelrecht aufgedrängt hat. Schuld sind all diejenigen, die eine Rettung unbedingt wollten, die das Geld der Bürger dafür ausgegeben haben, welches nun weg ist.  Die Politiker sollten vor die Kameras treten, die einen Staatsbankrott in der EU ausgeschlossen haben. Es war immer nur eine Irreführung der Bürger.

Die Politik war schon immer verlogen und sie hat ihre Bürger wieder einmal falsch beraten.  Immer wieder haben Frau Merkel und Herr Schäuble die Bürger besänftigt, dass Geld für die Rettungshilfen sei ja gar nicht geflossen und sie gehen auch nicht davon aus. Man versuchte zu beruhigen. Tatsächlich ist eine Bürgschaft immer „mitgehangen – mitgefangen“. Jeder, der nun Forderungen an Griechenland hat, bekommt diese zu 27% aus Deutschland gezahlt, bis zur Höhe der Bürgschaft. So ist es im Rettungspaket vereinbart worden.

Wie erklärt Frau Merkel nun den Bürgern, dass das bereits gezahlte Geld weg ist und für weitere Forderungen das deutsche Volk haften muss? Eigentlich lässt es sich nicht erklären, doch Politik wäre nicht Politik, wenn diese es nicht schaffen würden aus einem A ein O zu machen.

Der bisher durch die EU geplagte Bürger drückt nun den Griechen die Daumen. Es ist wie beim Eurovision Song Contest: man hofft auf den letzten Satz „Greece – douze points“. Die kleinen Griechen wurde lange belächelt und nun bewegen sie möglicherweise den ersten Stein, durch den es zu einem Ende der EU Vorherrschaft kommt. Denn mit der europäischen Idee ist kein Bürger mehr zufrieden, ganz gleich, welcher Nation er angehört.

Respekt darf man vor dem griechischen Volk haben. Es hat sich zu keiner Zeit entmutigen lassen, es hat für seine Werte gekämpft und wie man nun sieht, stehen sie kurz vor dem Erfolg.

Warum sollte der geehrte Leser den Griechen überhaupt die Daumen drücken? Deutschland müsste ja in diesem Falle zahlen. Das ist zwar richtig, aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Trotz aller Beteuerungen hat man immer wieder Staaten gerettet, die von einer Pleite bedroht waren. Immer wieder wurde Geld ausgegeben, trotz besseren Wissens, dass das Geld somit verloren ist. Die EU/EZB hat das Volumen des Rettungsfonds erst kürzlich vergrößert. Sie sehen, die Transferzahlungen nehmen kein Ende. Schon bald brauchen weitere Länder viel mehr Milliarden und müssen auch gerettet werden. Immer wieder muss dann ein neuer Rettungsfonds einspringen, dann mit noch größerem Volumen. Das meiste Geld wird dann von Deutschland eingezahlt werden müssen, und auch das Geld wird dann wieder weg sein.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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