Ayondo Banner
trade online

Gläubiger müssen verzichten können

Gepostet von am 27 Apr, 2011 in Staatsbankrott | Keine Kommentare

Gläubiger müssen verzichten können

"Gläubiger müssen möglicherweise auf Teile ihrer Forderung verzichten können". Diesen Satz kann man in den letzten Tagen wiederholt lesen, wenn es um Forderungen aus Griechenland geht. Es ist nämlich wahrscheinlich, daß ein Schuldenschnitt gemacht werden muss, anders kann dem Land an der Ostküste Europas nicht geholfen werden.

Noch wird das Unvermeidliche als "Extremfall" dargestellt, als "letzte Lösung"; noch wird beschwichtigt und man nennt es: "möglicherweise" könnte solch ein Schritt nötig sein. Das soll allen zeigen, noch ist die Lage nicht so schlimm. Das soll die Investoren beruhigen.

Und damit Griechenland gar nicht erst auf die Idee kommt, sich seiner Schulden teilweise zu entledigen, werden Schreckensmeldungen verbreitet: das Land würde jedes Vertrauen an den Kapitalmärkten verspielen oder es würde eine neue Bankenkrise auslösen.

Tatsächlich haben die Investoren Angst um ihre Investition. Das ist auch gut so. Wenn es Profite zu erwirtschaften gibt, dann verdienen die Investoren alleine. Wenn es Verluste zu beklagen gibt, dann ist die Sorge groß und es wird versucht, den Verlust abzuwenden.

Ein Sprichwort sagt, "Wer die Rose liebt, muss auch ihre Dornen mögen". Wer investiert, muss auch das Risiko tragen. Es gehört zu jeder Investition, daß das Ende nicht absehbar ist. Eine Investition wird dann getätigt, wenn das Risiko gering und die Chance hoch ist. Das schließt aber einen Verlust nicht aus. Ein Risiko kann nicht 100% ausgeschlossen werden. Und manchmal stellt sich eine Investition auch im Nachhinein als eine Fehlinvestition heraus und die Investoren verlieren ihr Geld. Das ist so, wenn Kapital angelegt wird.

Die Gläubiger sollen nicht so scheinheilig tun. Investitionen in Griechenland waren jahrelang ein gutes Geschäft. Griechische Anleihen waren gut verzinst und man hat lange Zeit davon profitiert.

Wenn nun also geheult wird, dass die Investoren möglicherweise ihr Geld in Griechenland verlieren werden, dann ist das nur Schein. Es wird geheult, um wieder einmal den Steuerzahler in Sippenhaft zu nehmen und die Schulden abtragen zu lassen. Dazu sollte es nicht kommen, denn diesmal hat der Staat kein Geld mehr und die Bevölkerung ist zu Recht nicht gewillt, den Gläubigern unter die Arme zu greifen.

Wer ein ehrlicher Investor sein will, der muss auf seine Forderung verzichten können, wenn die Investition nicht aufgeht. Da hilft kein Jammern und auch kein Malen von  Schreckensszenarien. Die Realität wird die Investoren schon sehr bald einholen. Ein Schuldenschnitt ist unausweichlich. Ein Verlust wird die Gläubiger wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Investitionen sollten überschaubar eingegangen werden, das Risiko sollte gering gehalten werden. Wer das in der Vergangenheit richtig umgesetzt hat, wird auch wenig Sorgen wegen der kommenden Ereignisse in Griechenland haben.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

Keine Kommentare

Trackbacks/Pingbacks

  1. Kleine Presseschau vom 27. April 2011 | Die Börsenblogger - [...] start-trading.de: Gläubiger müssen verzichten können [...]

Leave a Reply

Share This