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Immobilienblase auch in Deutschland

Gepostet von am 3 Mrz, 2011 in Finanzkrise, Immobilien | Keine Kommentare

Immobilienblase auch in Deutschland

Der Immobilienhype hat nun auch Deutschland erreicht. Sollten Sie daran zweifeln, dann blicken Sie nur um sich. Die Immobilienmakler kommen gar nicht mehr nach, den Interessenten die begehrten Immobilien zu zeigen. Immobilien sind zum Selbstläufer geworden, der Preis steigt und mehr Leute steigen ein, eben weil die Preise steigen. Das erinnert an den Anstieg der Aktienkurse, immer mehr Leute kaufen Aktien, weil die Aktien steigen.

Während noch vor nicht allzulanger Zeit die Immobilienblase weit weg war und sich in USA, China, Irland oder Spanien tummelte, sind nun auch auch die “sparsamen” Staaten dran. Ebenso wie in Deutschland bläst sich die Blase auch in z.B. Schweden auf. Die Menschen verschulden sich, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Doch eigentlich heißt es doch Traumhaus und nicht Jedermannshaus, oder?

Während früher gespart werden musste, um eine Immobilie zu erwerben, gönnt sich heute  jeder den Traum von den eigenen vier Wänden. Freunde, Verwandte und Kollegen sind alle dabei, es sich  in den neuen vier Wänden gemütlich zu machen, welche ihnen bisher aber noch nicht gehören. Trotz aller Idylle hat keiner der Immobilienkäufer bisher die Immobilie bezahlt, sondern die Bank hat das  Geld vorgelegt. Das bedeutet bis zur vollständigen Zahlung des Kaufpreises, vielleicht in 25 Jahren, kann sich die Bank immer noch einmischen.

Unterhält man mit den Käufern und versucht zu erfragen, ob denn so ein 250.000-300.000 Euro Kredit denn nicht zu viel ist, erhält man die immer gleichen Antworten. “Die Zinsen seien günstig” oder man wolle “nicht mehr für den Vermieter bezahlen” sondern für sich. Irgendwie hört man in den Argumenten der Immobilienkäufer immer den Bankberater heraus. Es scheint, als haben sich die Argumente des Bankberaters bei den Käufern eingebrannt.

Fragt man nach, ob das Risiko nicht zu groß sei, denn bekanntlich kann in 25 Jahren viel passieren (Krankheit oder Arbeitslosigkeit sind eine immerwährende Gefahr), so erhält man auch hier eine gemeinsame Antwort der Käufer  “kein Problem – in der Not kann man die Immobilie verkaufen” und alles wäre wie früher. Der Käufer hätte keinen Verlust gemacht, denn wenn er zur Miete gewohnt hätte, dann hätte er ja auch Geld bezahlen müssen. Somit suggeriert die Käuferschaft ein Geschäft ohne Risiko. Das gibt es aber nicht. Es gibt kein Investment ohne Risiko.

Das Thema “ein Immobilienerwerb ist ohne Risiko” erinnert automatisch an die Immobilienbesitzer in den USA und Spanien, diese mögen auch von einem sicheren Investment ausgegangen sein, aber wenn der Markt infolge des Platzens der Immobilienblase einbricht, dann ist es gar nicht so sicher, dass der Verkäufer den Preis bekommt, den er sich vorgestellt hatte.

Im schlimmsten Fall veräußert der Besitzer seine Immobilie zu einem ungünstigen Preis, zahlt damit teilweise den Kredit bei der Bank ab und hat noch Restschulden, da der Preis den vollständigen Betrag nicht deckt. Somit wird dann für eine Immobilie weiter gezahlt, die der Käufer nicht mehr besitzt und obendrein muss dann noch die Mietwohnung bezahlt werden. Jeder Immobilienkäufer sollte also vorsichtig sein mit einer Argumentation, ein Immobilienerwerb wäre ein “ein Investment ohne Risiko”, das ist es nämlich nicht.

Ein Immobilienerwerb soll nicht verteufelt werden. Es geht darum aufzuzeigen, dass Risiken doch bestehen und diese nicht ignoriert werden sollten. Wenn zum Beispiel die Zinsen günstig sind, dann ist das nur eine Seite der Medaille, die andere ist, dass die Immobilienpreise auch gestiegen sind. Also früher waren die Zinsen höher und die Immobilien nominal günstiger – heute sind die Zinsen günstig und die Immobilien teurer.

Der Run auf Immobilien in Deutschland ist auf die Angst vor einer Geldentwertung zurückzuführen. Entweder durch einen Währungscrash, eine Währungsreform oder wenn alles so bleiben sollte wie es derzeit ist, dann durch einen Vermögensverlust durch die Inflation. Diese Szenarien ängstigen die Menschen und sie suchen einen sicheren Hafen. Die Immobilie ist hier das Dach über den Kopf, das Sicherheit geben soll und seinen Bewohner schützt.

Dieser Urinstinkt (sichere Höhle) lenkt davon ab, dass die Preise rasant gestiegen sind und immer noch steigen. Der Käufer zahlt möglicherweise einen zu hohen Preis. Die Immobilienblase hat nun auch Deutschland erreicht.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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