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Staatspleiten – sie sind nicht aufzuhalten

Gepostet von am 13 Apr, 2010 in Finanzkrise, Staatsbankrott | Keine Kommentare

Staatspleiten – sie sind nicht aufzuhalten

Die Abstraktheit der derzeitigen Marktsituation zeigte sich am Montagmorgen. Die Märkte haben mit einem Kurssprung im Plus eröffnet. Am Sonntag wurde dem Land Griechenland von der EU ein Kreditrahmen von 30 Mrd. Euro zugesagt. Noch hat Griechenland nicht nach dem Geld gefragt, aber es ist nur eine Frage der Zeit. Der Euro hat auch zugelegt, um dieser Stärkungmaßnahme Nachdruck zu verleihen.


Die Lage ist klar. Das Griechenland Pleite gehen wird, ist nicht abzuwenden. Nur weil man das Land mit mehr Geld zukleistert, wird es nicht schuldenfreier. Das wissen alle Beteiligten. Nur diejenigen, welche eine Rettung hören wollen sind beeindruckt von der sonntäglichen Entscheidung. Alle anderen, welche der Realität ins Auge sehen wissen, dass jegliche Hilfe ausweglos ist.


So reagieren auch die Märkte. Nach einem schnellen Start ins Plus werden die Kurse wieder abverkauft. Eine Rettung ist nämlich nicht möglich. Für die großen Investoren gilt: wie kann man aus der ausweglosen Situation des Landes noch Profite schlagen. Und da wird sich gegenseitig geholfen, indem Spekulanten sich auf ein Land oder eine Währung einschiessen und sich damit eine goldene Nase verdienen. Das britische Pfund und Griechenland waren die letzen Monate im Visier. Bald werden auch die nächsten Pleiteländer wie Portugal, Spanien oder Italien ins Visier der Spekulanten geraten.


Die Politik hat der Finanzindustrie zu zuviel Macht verholfen und nun kann sie diese nicht mehr kontrollieren. Die Möglichkeiten der Politik, auf Krisenfälle zu reagieren, sind beschränkt. Jede Aktion, ebenso wie die angekündigte Rettungsaktion für Griechenland, zeigt der Finanzindustrie, welche Art von möglicher Strategie von der Politik verfolgt wird und die Finanzindustrie kann darauf reagieren.


Erst waren die Finanzunternehmen pleite, gerettet wurden sie durch die Steuerzahler. Nun ist der Staat pleite und gerettet werden soll er wieder durch den Steuerzahler … und wer macht dabei wieder Milliardengewinne?


Die Finanzindustrie hat es wieder einmal geschafft, dass ihr niemand etwas antun oder diktieren kann. Genauso wie vor der Krise: Die Finanzindustrie ist zu groß, um Pleite zu gehen, zu groß, um nicht zu beachtet werden, zu groß, um zur Rechenschaft gezogen zu werden. Und wenn es mal doch mit einer Wette schief gehen sollte, da wäre da (noch) der Steuerzahler, über den die Politik wieder Geld für die Finanzindustrie freimachen würde.


Nun, der Artkiel beschäftigt sich mit dem Thema Staatspleite. Wir erinnern uns, die Politik ändert ihre Meinung recht schnell, erst sollte Griechenland nicht geholfen werden, dann vielleicht und nun muss man helfen. Damit die Vergesslichkeit nicht überhand nimmt, werden wichtige Abmachungen in der Regel aufgeschrieben. Eine wichtige ist die NO BAIL OUT Klausel im Maastrichtvertrag. Kein EU Land soll einem anderen EU Land zur Hilfe verpflichtet werden können. Sicher gibt es viele Juristen, die den originalen Text unterschiedlich und nach Wunsch des Auftraggebers interpretieren werden, aber die Hauptaussage ist klar: Kein EU-Land soll einem anderen EU-Land helfen. Die Absicht ist nämlich, dass sich ein EU-Land nicht auf die Hilfe der anderen verlassen darf (und dementsprechend nicht auf seinen Haushalt achtet) und zweitens eine Kettenreaktion soll mit diesem Kriterium verhindert werden. Wenn die gesünderen EU-Länder gezwungen werden zu helfen, dann kommt auch deren Haushaltslage in Schwierigkeiten (Dominoeffekt) und bald ist dann keiner mehr da, der helfen kann, denn dann ist die Mehrheit der EU-Staaten Pleite.


Tatsächlich werden die Länder doch gezwungen, Griechenland zu helfen, “eine Pleite muss abgewendet werden” so heißt es überall, “ein Schaden wäre zu groß” ist der Tenor. Denken Sie nur an die Milliarden, die in Griechenland (und bald auch in anderen Ländern) investiert worden sind, diese müsste man dann abschreiben. Welche lokale Politik in der EU wird bei soviel “Gefahr” eine Hilfe für ein anderes Land abschlagen können?


Dreist ist, dass sonst immer auf Paragraphen und Gesetzen herumgeritten wird und wenn es mal wirklich darauf ankommt, dann kümmert sich niemand darum. Jegliche Hilfe auf Kosten der Bevölkerung jeglichen EU-Landes ist gegen geltendes Recht.


Was ist nun von dem Gebaren um Hilfen und Rettungen zu halten?

Nichts – rein gar nichts. Kein Land kann sich durch mehr Geld retten. Griechenland braucht das Geld dringend, um seine Schulden zu “rollen”, dass heißt, die benötigten Milliarden dienen nur dem Stopfen eines Lochs, sofort wird das nächste Loch geöffnet, was in der Regel größer ist und das Problem nur verschiebt.


Alle Länder rollen ihre Schulden auf einen späteren Zeitpunkt und erhöhen in der Regel den Schuldenberg und damit auch die Zinslast, das ist ein ungeschriebenes Gesetz.


Staatspleiten sind nun in aller Munde. Egal wie die Berichterstattung erfolgt, die Lage ist wie folgt: Hilft man einem Land, holt man sich neue Probleme ins Haus, hilft man nicht, werden bestehende Probleme noch größer.


Es gibt nur eine Lösung:

1. Schulden werden nicht mehr zurückgezahlt werden und durch Pleite und Inflation ausradiert werden.


2. Ein Land muss sich danach gesund schrumpfen. Das ist zwar schmerzhaft, aber die Realität.


Wir erzählen nichts Neues, wenn wir auf die kommenden Staatspleiten hinweisen, dass haben wir bereits in unsere Ausarbeitung “THE GEAT DEPRESSION” getan.


Lassen Sie sich keine rosa Wolken aufmalen, die Lage ist nicht gut, nicht an den Finanzmärkten, nicht bei den Unternehmen und auch nicht in den Staatskassen.


Mit freundlichen Grüßen


Ihr

start-trading Team

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