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Finanzkrise II – die “heile Welt” Fassade bekommt Risse

Gepostet von am 27 Nov, 2009 in Finanzkrise, Staatsbankrott | Keine Kommentare

Finanzkrise II – die “heile Welt” Fassade bekommt Risse

Es hätte so schön werden sollen. Zu Beginn der Woche hatten die Anleger noch zugegriffen, hatten Aktien gekauft und den DAX steigen lassen, am Mittwoch dann sogar auf über 5800 Punkte getrieben. Man wollte dabei sein, wenn es weiter hoch geht. In der Telebörse dann am Abend sprach man von einer baldigen Jahresendrally. Der DAX müsste sich nun ins Zeug legen und die 5820 Punkte Marke hinter sich lassen, dann würde es in neue Höhen gehen. Ach wie schön, dachte das Anlegerherz und rechnete bereits die imaginären Gewinne aus.

Am Donnerstagmorgen dann der Blick auf die Indexstände aus Asien, alles rot! Die Indizes in China, Japan, Singapur, Kuala Lumpur, ach was alle in Asien waren im Minus. Und das nicht nur ein wenig, sondern ordentlich. Was war geschehen?

Das Emirat Dubai bittet um Zahlungsaufschub, sechs Monate um genau zu sein. Es kann seine Rückzahlungen nicht wie versprochen im Dezember leisten und will mit den Gläubigern reden. Es drücken knapp 60 Milliarden Dollar. Das ist schon eine riesige Größe. Naja, der Boom wollte ja auch finanziert werden. Hatten sie nicht erst kürzlich diese selbst aufgeschüttete Insel eingeweiht, die so aussieht wie eine Palme? War da nicht zur Eröffnung das teuerste Feuerwerk aller Zeiten gezündet worden? Alles mit Geld auf Pump, da lässt sich natürlich ordentlich feiern. Hauptsache, die Musik spielt auf dem ersten Deck, die Anleger wollen unterhalten werden.

Wie auch immer, das Geld wurde mit vollen Händen ausgegeben. Institute und Banken weltweit wollten an der Party im Land der tausend Träume teilhaben und investierten unbekümmert. Sie gaben große Kredite und glaubten an den unendlichen Fluss des Profits.

Es gab Warnungen, aber die wurden weggewischt, interessierte ja keinen mehr. Denn alles war wieder in bester Ordnung. Gute Konjunkturzahlen aus den USA wurden gemeldet, super Wachstum in China und die EU lieferte auch die schönsten Wirtschaftsdaten. Ganz so, als hätte es die Finanzkrise I nie gegeben.

Die Mitarbeiter wurden weiter entlassen, die Gewinnziele dadurch erreicht, die Dividende wurde weiter an die Aktionäre ausgeschüttet und der Führungsriege ein ordentlicher Bonus gezahlt. Ganz so, als wären die vielen Unternehmen weltweit nie gerettet worden, als wäre mit Steuergeldern die Katastrophe nicht in letzter Minute abgewendet worden. Nein, die Welt war wieder in Ordnung und das Spiel sollte wieder von vorne beginnen.

Die Berater sollten wieder unverständliche Produkte verkaufen, die Händler mit Derivaten spekulieren, die Ratingagenturen die entsprechenden Ratings verteilen. Ganz so wie der Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs sagte: "Gottes Werk verrichten" und somit Wohlstand für alle schaffen.

Diese absurde Träumerei endete am Donnerstag den 26. November 2009. Die "heile Welt" Fassade, dass die Finanzkrise I ausgestanden sei, bekommt jetzt wieder Risse. Der Versuch zu kitten ist fehlgeschlagen.

Plötzlich ist Staatsbankrott wieder ein Thema. Als Island Pleite ging, interessierte es kaum jemanden, zu klein, zu gering die Auswirkung auf die Welt, sagte man. Dann war das Land Ungarn in der Klemme, die waren nicht klein und schnell wurde durch den IWF geholfen. Es darf nämlich keine Staatspleiten geben. Es konnte nicht sein, was nicht sein darf.

Lettland steht vor dem Aus. Jeder weiß, das Lettland fallen wird und wenn Lettland fällt, dann fällt auch Schweden. Wenn Schweden fällt, dann auch Dänemark. Sie sehen, es ist nicht mehr weit, bis der erste Dominostein umfällt. Oder bis die ersten Schneeflocken die Lawine in Gang setzen.

Ebenso so klar ist, dass Großbritannien und Italien die ersten Kandidaten der Staatspleite in der Kategorie "große EU Länder sind". Das weiß man. Ob nun darüber berichtet wird oder nicht.

Das alles ist bekannt, genauso wie es bekannt war, das Dubai in Schwierigkeiten ist: seit Ende 2008 stehen Projekte still, Hilfsarbeiter verlassen dass Land, Bauunternehmen müssen Konkurs anmelden.

Mit Dubai ist nun ein Glanzstück des Finanz-Casions untergegangen. Dubai war das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Geld war kein Problem. Immer größer, weiter und höher musste es sein. Und da waren die prestigehungrigen Banken aus Amerika und Europa die Ersten, welche dabei sein wollten.

Nun ist die Angst groß vor einer Kettenreaktion in der Region, genauso wie oben für Europa beschrieben. Fällt Dubai, dann fällt auch Abu Dhabi, dann fällt auch Katar. Fällt die Region aus, müssen alle Investments dieser Länder in der Welt aufgelöst werden und das sind einige. Das hat dann globale Auswirkungen. Die Unsicherheit ist groß, jeder versucht sein Geld zu retten, so schnell es geht. Die Probleme in der Region hat vielen die Augen geöffnet.

Die Finanzkrise ist nämlich gar nicht vorbei, nie vorbei gewesen. Es gibt noch viel größere Probleme als in der Finanzkrise I und diesmal haben die Staaten kein Geld mehr zu helfen. Diesmal geht es in die Pleite. Zuerst trifft es die Banken, dann die Wirtschaft, dann den Staat.

Es mag für den einen oder anderen dramatisch klingen, aber es ist so. Jeder kann glauben, was er möchte und die vorliegenden Puzzleteile anders interpretieren, aber der Prozess des Gesundschrumpfens lässt sich nicht mehr ändern. Wir haben bereits Anfang 2009 in unsere großen Ausarbeitung "THE GREAT DEPRESSION" darauf hingewiesen. Den Artikel lesen Sie: hier.

So ist das im Leben, vorgestern noch war von einer Jahresendrally die Rede und heute von "rette sich wer kann". Die Finanzmarktkrise II hat es in sich, diesmal größer, stärker und schmerzhafter als das bisher Gesehene.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

 

P.S. Wir kommentieren weiterhin die Ereignisse und informieren Sie umfassend. Sie können sich über unseren Newsletter informieren lassen.

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