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Fakten vs Hoffnung (eine Gegenüberstellung)

Gepostet von am 3 Aug, 2009 in Finanzkrise, Wirtschaft | Keine Kommentare

Fakten vs Hoffnung (eine Gegenüberstellung)

Immer wieder wird positiv über die aktuelle Wirtschaftslage berichtet. “Die Krise sei vorüber” – “die Talsohle durchschritten“. Plötzlich melden alle Medien gleichzeitig: es wird besser, im Gleichschritt steigen die Aktienmärkte weltweit. Die optimistischen Aussagen häufen sich derart, dass man an der Richtigkeit zweifeln sollte.


Die Fakten sprechen nämlich eine ganz andere Sprache.


Wir haben in der folgenden Tabelle die harten Fakten (tatsächlich messbar), den Hoffnungsmeldungen (könnte passieren – Gefühl) gegenübergestellt.


FAKTEN
HOFFNUNG

Wirtschaftskrise trifft MAN im 2. Quartal hart


MÜNCHEN (Dow Jones)–Die schwache Nachfrage hat dem Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller MAN auch im zweiten Quartal schwer zu schaffen gemacht. Sowohl operativ als auch netto verbuchte der DAX-Konzern im Zeitraum zwischen April und Juni einen Gewinneinbruch.




Unternehmen erwarten deutliche Verbesserung der Konjunktur

BERLIN (Dow Jones)–Deutschlands Unternehmen blicken laut einer Studie wieder optimistisch in die Zukunft. Zwei von drei Unternehmen (66%) glauben an eine Verbesserung der Konjunktur in den nächsten zwölf Monaten, wie die “Welt” (Montagausgabe) unter Berufung auf eine Erhebung der Unternehmensberatung Ernst&Young vorab berichtete.



BASF erwartet 2009 starken Umsatz- und Ergebnisrückgang


FRANKFURT (Dow Jones)–Der Chemiekonzern BASF hat nach einem deutlichen
Umsatz- und Ergebnisrückgang im zweiten Quartal seine pessimistische
Jahresprognose am Donnerstag weiter verstärkt. Der DAX-Konzern mit Sitz in
Ludwigshafen rechne für 2009 mit einem starken Umsatz- und Ergebnisrückgang,
teilte er am Donnerstag mit. Bisher hatte die BASF SE lediglich von einem
Umsatzrückgang und noch deutlicheren Einbußen beim Ergebnis der
Betriebstätigkeit EBIT gesprochen.


Weiterer Anstieg des ifo-Index weist auf Rezessionsende


Das Geschäftsklima in der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands hat sich im Juli zum vierten Mal in Folge aufgehellt, was zunehmend auf ein baldiges Ende der Rezession hindeutet.





GEA weitet nach Gewinnrückgang im 2Q Stellenabbau aus

BOCHUM (Dow Jones)–Die GEA Group AG wird wegen der anhaltenden
Nachfrageflaute mehr Stellen streichen als bislang geplant. Insgesamt will der
Bochumer Spezialmaschinenbauer aus Bochum nun die Zahl der eigenen Mitarbeiter
um rund 1.300 reduzieren, wie GEA am Donnerstag bei Vorlage der
Zweitquartalszahlen mitteilte

BMWi: Vermehrt Anzeichen für wirtschaftliche Stabilisierung

BERLIN (Dow Jones)–Die Anzeichen für eine Stabilisierung der deutschen Wirtschaft haben nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) zugenommen.



Conti schreibt im zweiten Quartal weiter Verlust

HANNOVER (Dow Jones)–Die anhaltende Flaute bei den Automobilverkäufen hat
der Continental AG auch im zweiten Quartal die Bilanz verhagelt. Trotz
drastischer Sparmaßnahmen blieb dem Hannoveraner Automobilzulieferer unter dem
Strich ein Nachsteuerverlust von 189,8 Mio EUR, wie der MDAX-Konzern am
Donnerstag mitteilte.

GfK: Deutsches Konsumklima setzt Aufwärtstrend fort


NÜRNBERG (Dow Jones)–Die Stimmung unter den deutschen Verbrauchern hat sich unerwartet kräftig aufgehellt. Die sich abschwächende Talfahrt der deutschen Wirtschaft habe zu einem Anstieg der Konjunkturerwartungen im Juli geführt, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Montag mitteilte.

Deutsche Lufthansa mit Umsatz- und Gewinnrückgang im 1H

FRANKFURT (Dow Jones)–Die Deutsche Lufthansa AG, Frankfurt, hat im 1. Halbjahr 2009 aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise und der daraus resultierenden Nachfrageschwäche sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis die Vorjahreswerte nicht erreicht.

Bundesbank: BIP dürfte im 2. Quartal nur noch leicht gefallen sein

FRANKFURT (Dow Jones)–Nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank hat der wirtschaftliche Abschwung in Deutschland im Frühjahr stark an Dynamik verloren.

Daimler verbucht auch im 2. Quartal Milliardenverlust

STUTTGART (Dow Jones)–Die dramatischen Einbrüche auf dem Lkw-Markt und anhaltend schwache Automobilverkäufe haben der Daimler AG im zweiten Quartal erneut die Bilanz verhagelt.


BMF: Indikatoren stärken Erwartung konjunktureller Bodenbildung

BERLIN (Dow Jones)–Das aktuelle Indikatorenbild stärkt nach Einschätzung des Bundesfinanzministeriums (BMF) “die Erwartung einer konjunkturellen Bodenbildung”. Das erklärte das BMF am Montag in seinem aktuellen Monatsbericht.

Quelle: Dow Jones Newswires


Erläuterung:

Tatsächlich gibt es überhaupt keinen Aufschwung. Tatsächlich sind die vagen Hoffnungsmeldungen über eine bessere Stimmung nur die Verschleierung des wirklichen Ausmaßes der Krise. Denn wirklich mehr verkaufen tut kein Unternehmen. Die Wirtschaft versucht zu sparen und muss entlassen. Die Arbeitslosenzahlen müssten weit höher sein, aber sind es bisher nicht. Der Grund ist einfach: es wird getrickst. Das ist kein Geheimnis, sondern allerorts bekannt. Durch statistische Spielereien fallen immer mehr Arbeitslose durch die Statistik und am Ende kommt dann ein”überraschend” stabiles Ergebnis heraus. Tatsache ist, dass bereits heute zwei Millionen Menschen mehr arbeitslos sind, als die offizielle Statistik ausweist.


Die Unternehmen müssen bald die ca. 1,4 Mio Menschen entlassen, welche sich derzeit in Kurzarbeit befinden. Somit ist für den Herbst/Winter mit einer drastischen Zunahme der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Gewöhnen Sie sich bereits an die sieben Millionen Arbeitslose (ausgeschrieben: 7.000.000).


Sollten der ein oder andere Leser meinen, die obige Gegenüberstellung sei nur relevant für einige wenige Unternehmen, aber die Gesamtwirtschaft sehe ganz anders aus, dem seien die folgenden Fakten nahegelegt:


Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) kann immernoch keine Entwarnung geben und meldet am 30.07.2009:


Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau lag im Juni 2009 um real 46 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres. Das Inlandsgeschäft sank um 46 Prozent. Bei der Auslandsnachfrage gab es ein Minus von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau.”
Quelle: www.vdma.org


Lassen Sie uns gemeinsam die Puzzleteile zusammenlegen. Die Maschinenbauindustrie verkauft im Inland und im Ausland um die Hälfte weniger. Damit ist klar: nicht nur Deutschland geht es schlecht, auch den anderen Ländern geht es ähnlich. Das bedeutet, die Auftragsflaute aus dem Inland kann nicht mit mehr Aufträgen aus dem Ausland ausgeglichen werden. Die Unternehmen produzieren weniger, die Nachfrage nach ihren (Konsum-) Produkten ist gering. Kunden kaufen weniger von den Händlern, die Händler verkaufen also weniger und bestellen weniger von der Industrie. Die Industrie muss weniger produzieren und kauft weniger/keine Maschinen für ihre Produktion.


Die Kette der daraus folgenden Ereignisse kann in unserer folgenden Ausarbeitung nachgelesen werden. Klicken Sie hier (beginnend bei dem Beispiel). Am Ende fallen die Preise in den Keller, Unternehmen gehen Pleite und die Arbeislosigkeit steigt rapide.


Halten Sie sich an die Fakten. Der Wirtschaft geht es schlecht. Nicht nur die Maschinenbau industrie ist betroffen, die Autoindustrie verkauft kaum mehr Autos. Die Wirkung der Notspritze “Abwrackprämie” ist bald verpufft. Die Banken vegeben keine Kredite, ihr Geschäft bricht weg. Die letzten positiven Zahlen der Banken sind das Resultat sehr freier Bilanzierung und das Ergebnis risikoreicher Spekulationen.


Was ist mit den Schulden vieler Unternehmen? Diese können sie nicht bedienen. Was ist mit den Überkapazitäten? Diese kosten viel Geld und werden Jahre brauchen, um abgebaut zu werden.


Die witschaftliche Lage war schlimm, ist schlimm und wird sich weiter verschlimmern.


Das Fundament der Wirtschaft ist angeknackst, sowohl Konsumenten und als auch Unternehmen stehen vor großen Veränderungen.


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Mit freundlichen Grüßen

Ihr
start-trading Team

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